Zentralheizung

Funktion, Kosten und Energieträger der Zentralheizung

Die Zentralheizung - keine andere Heizungsart wird so häufig verwendet. Grund genug für uns, deren Wirkungsprinzip und Funktion einmal genauer zu beleuchten und dabei häufig gestellte Fragen zu beantworten!

Die Zentralheizung - Wissenswertes für Hauseigentümer

Die Zentralheizung genießt einen besonders hohen Stellenwert, denn bei ihr handelt es sich um die am häufigsten verwendete Heizungsart in Mitteleuropa. Mit ihr ist es möglich, vom Heizungskeller aus ganze Gebäude mit Wärme zu versorgen. Im Folgenden möchten wir klären, wie eine Zentralheizung eigentlich funktioniert, was sie kostet und inwiefern sie sich von dezentralen Heizungen unterscheidet.

Ein Herz für Heizungskeller: Technik der Zentralheizung

Das wesentliche Merkmal einer Zentralheizung steckt bereits in der Bezeichnung: Im Gegensatz zu Einzel-/ Etagen- oder Fernwärmeheizungen besteht ihr Zweck darin, ein komplettes Gebäude von einer zentralen Stelle aus (Heizungskeller) zu beheizen. Die im Heizkessel produzierte Wärme wird durch die in den einzelnen Wohnungen und Räumen verteilten Heizkörper im gesamten Gebäude verteilt.

Das Prinzip: Wasser wird erhitzt und über einen Heizkreislauf an alle angeschlossenen Heizkörper weitergeleitet, die anschließend die gelieferte Wärme an den Raum abgeben. Trotz der Tatsache, dass die Wärme von einer zentralen Stelle bezogen wird, lässt sich die Raumtemperatur individuell mithilfe eines Thermostats am Heizkörper den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Zentralheizungen sind dazu geeignet, Ein- bis Mehrfamilienhäuser sowie Mietshäuser mit zahlreichen Wohneinheiten mit Wärme zu versorgen. In der Regel werden Zentralheizungen dabei auch gleichzeitig für die Warmwasserbereitung eingesetzt. Hierfür wird meist ein separater Heizkreis genutzt, damit auch außerhalb der Heizperiode ausreichend Warmwasser zur Verfügung steht.

Zentralheizung im Heizungskeller

Stetiger Fluss: Wärmeverteilung in einer Zentralheizung

Die Verteilung der im Kessel erzeugten Wärme erfolgt über das Heizwasser. Durch eine Umwälzpumpe wird es vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern und wieder zurückbewegt. Die Temperatur des Wassers, mit der es zu den Heizkörpern fließt, wird als Vorlauftemperatur bezeichnet. Analog dazu bezeichnet die Rücklauftemperatur die Temperatur des zurückfließenden Heizwassers. Aus der Differenz, die sich aus diesen Temperaturen ergibt, sowie aus der Menge des umgewälzten Heizwassers pro Stunde lässt sich die Heizleistung einer Zentralheizung berechnen.

Die Wärmeabgabe und deren Regelung

Zur Wärmeabgabe in den einzelnen Räumen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, von denen die gängigste der klassische Heizkörper ist. Die Abgabe erfolgt hier über Konvektion, also aufsteigende Warmluft, und über Wärmeabstrahlung statt. 

Im Gegensatz dazu sind die Heizschlangen einer Fußbodenheizung im Bodenbelag installiert. Bei einer Wandheizung befinden sie sich unter dem Putz an der Wand. Daneben gibt aber auch das Rohrleitungssystem Wärme ab. Erreicht das Heizwasser die einzelnen Räume, reduzieren die Thermostate an den einzelnen Heizkörpern die Wärmeabgabe automatisch. Während die Wärme durch den Heizkreislauf zirkuliert, können sich vor allem bei schlecht gedämmten Gebäuden relativ hohe Wärmeverluste ergeben. Ein typisches Beispiel sind Räume mit einfachverglasten Fenstern, undichten Türen oder Rollladenkästen.

Die Regelung einer Zentralheizung findet an zwei Stellen statt: Die Vorlauftemperatur wird an der zentralen Steuerung der Heizung eingestellt. Bei neueren Heizungsregelungen erfolgt dies automatisch über die Heizkurve, die die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit der Außentemperatur regelt.

Für die individuelle Einstellung in den einzelnen Räumen werden Raumthermostate verwendet, um die Wärmeabgabe dem individuellen Bedarf anpassen zu können.

Gas, Öl, Holz und Strom: Brennstoffe für Zentralheizungen

Bauherren haben die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Heizsystemen entscheiden zu können. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale betreffen die Leistung des Heizkessels, da sich hieraus das beheizbare Raumvolumen ergibt. Ein Mehrfamilienhaus benötigt beispielsweise einen leistungsfähigeren Kessel als ein Einfamilienhaus. Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im eingesetzten Brennstoff. Je nachdem, welcher Brennstoff eingesetzt wird, können sich erhebliche Unterschiede bei den laufenden Verbrauchs- und Betriebskosten ergeben. 

Der heute mit Abstand am häufigsten eingesetzte Brennstoff ist Erdgas gefolgt von Heizöl. Diese beiden "Klassiker" erhalten jedoch zunehmend Konkurrenz durch alternative Heizmethoden. So sind bereits seit einigen Jahren Heizungen auf dem Vormarsch, die ganz oder teilweise mit Festbrennstoffen arbeiten. Dazu gehört beispielsweise die Pelletheizung. Es sind aber auch Kombinationen von fossilen und alternativen Brennstoffen möglich und in der Praxis folglich nicht selten anzutreffen.

Stark rückläufig ist hingegen die Zahl der elektrischen Zentralheizungen. Diese Entwicklung lässt sich zum einen auf die schlechte Ökobilanz zurückführen, zum anderen auf die relativ hohen Betriebskosten. Eine mit Strom betriebene Zentralheizung nutzt eine sog. veredelte Energiequelle, was zu höheren Heizkosten im Vergleich mit anderen Brennstoffen führt. Der einzige Vorteil, der sich auf der Haben-Seite einer elektrischen Zentralheizung aufführen lässt, liegt im deutlich geringeren Installationsaufwand.

Aber auch die zentral betriebenen Gas- und Ölheizungen kommen nicht ganz ohne Strom aus. So gut wie alle Zentralheizungen benötigen Strom für die Steuerung, die Umwälzpumpe und gegebenenfalls auch für eine Elektrozündung, mit deren Hilfe der Verbrennungsvorgang initialisiert wird.

Vor- und Nachteile der Zentralheizung

Zentralheizungen ermöglichen eine vergleichsweise einfache Wärmeverteilung in größeren Gebäuden bzw. Gebäudekomplexen. Dabei erzielen sie einen besseren Wirkungsgrad als Einzelheizungen wie z. B. Wohnungs- oder Etagenheizungen. Dem steht eine vergleichsweise komplizierte und aufwendige Installation gegenüber, die in jedem Fall durch einen qualifizierten Fachbetrieb vorgenommen werden sollte. Die hierfür erforderlichen Investitionskosten amortisieren sich jedoch in relativ kurzer Zeit, was in erster Linie auf die geringeren Heizkosten und den höheren Wirkungsgrad zurückzuführen ist.

Installation von Zentralheizungen

Auch die Zentralheizung bedarf der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen. Das Gebäude muss beispielsweise über einen geeigneten Aufstellraum verfügen, in dem der Kessel und sämtliche Nebenaggregate untergebracht werden können. Üblicherweise gibt es hierfür von Beginn an einen entsprechenden Heizungskeller. Im Falle einer Gasheizung kommt es darauf an, ob ein Anschluss an das Erdgasnetz möglich ist oder ob erst Platz für einen stationären Flüssiggastank gefunden werden muss. Heizungen, die mit Öl oder Festbrennstoffen betrieben werden, benötigen ebenfalls eine entsprechende Lagerstätte (z. B. Öltank oder Silo). Wichtig ist, dass die Brennstoffe den gesetzlichen Auflagen gemäß gelagert werden, um Umweltschäden von vornherein ausschließen zu können. Dies gilt vor allem für Heizöl.

Für eine Zentralheizung muss eine große Anzahl an Leitungen verlegt werden, um eine weitreichende Wärmeverteilung erzielen zu können. Dies gilt sowohl für den Heizkreislauf als auch für die Warmwasserversorgung, falls diese von der Zentralheizung mit übernommen werden soll, was in der Praxis der Regel entspricht.

Anschaffungskosten einer Zentralheizung

Zu den Kosten, die mit Anschaffung und Installation einer Zentralheizung verbunden sind, lassen sich keine pauschalen Angaben machen. Die derzeit erhältlichen Heizungstypen und deren Merkmale sind dafür zu unterschiedlich. Anhand von Baukostenrechnern lassen sich jedoch Prozentsätze ermitteln, die zwischen 7,5 % und 8,5 % der gesamten Baukosten eines Neubaus liegen. Diese Kosten umfassen Beschaffung und Installation einer Zentralheizung durch einen Fachbetrieb und können daher als ein grober Richtwert angesehen werden, bei dem es naturgemäß zu Abweichungen kommen kann.

Hersteller von Zentralheizungen

So gut wie jeder bekannte Hersteller führt Zentralheizungen in seinem Sortiment, was die Auswahl an Produkten natürlich ausweitet. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass qualitätsbewusste Kunden, die Wert auf langlebige und qualitativ hochwertige Technik legen, auf die Geräte von Markenherstellern wie Buderus, Vaillant, Viessmann, Wolf oder Brötje vertrauen sollten. Dadurch ist auch die langjährige Versorgung mit Ersatzteilen gesichert und im Gegensatz zu billigen No-Name-Produkten liegen die Verbrauchs- und Betriebskosten in einem deutlich niedrigeren Bereich. Die weitere Verbreitung von Markengeräten erleichtert zudem ganz erheblich die Suche nach einem darauf spezialisierten Heizungsmonteur.

Staatliche Förderung von Zentralheizungen

Durch das Kyotoprotokoll hat sich auch die Bundesregierung dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß hierzulande langfristig zu senken. Im Zuge der Bemühungen, dieses Ziel zu erreichen, wird auch die Neuanschaffung einiger Zentralheizungen im Rahmen einer Sanierung subventioniert. Das gilt in erster Linie für moderne Brennwertkessel. Ob und in welcher Höhe eine Förderung gewährt wird, hängt stark von der genutzten Heizungsart und dem verwendeten Brennstoff ab. Hinzu kommt, dass sich die entsprechenden Förderprogramme und deren Bedingungen im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Gerne beraten wir Sie direkt zu diesem Thema - unverbindlich und kostenlos. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns!