Viessmann Vitovalor 300-P

Das Brennstoffzellenheizgerät Vitovalor 300-P ist eine Kombination aus Brennstoffzelle und Gasbrennwertheizung. Dabei sorgt die Brennstoffzelle für die Abdeckung der regelmäßig benötigten Grundlast an Wärme und produziert nebenbei noch Strom. Dieser Strom kann entweder ins Stromnetz eingespeist werden oder dank modernster Stromspeicher selbst verbraucht werden.

Dank Förderungen und einem immer günstiger werdenden Gerätepreis sind Brennstoffzellen mittlerweile eine wirtschaftliche Alternative zu klassischen Heizungssystemen. Ein Komplettpaket bestehend aus Brennstoffzelleneinheit, Spitzenlast-Gasbrennwerttherme, Puffer- und Trinkwasserspeicher ist für weniger als 20.000 Euro zu haben. Abzüglich der staatlichen Förderung von maximal 9.300 Euro liegt der Preis für eine Brennstoffzellenheizung somit kaum über dem einer Wärmepumpenheizung. 

Das von Viessmann und Panasonic gemeinsam produzierte Gerät wird also bald in vielen Einfamilienhäusern zu finden sein. Panasonic ist für die Herstellung des Brennstoffzellenmoduls zuständig. Dieses Brennstoffmodul ist bereits mehr als 50.000 Mal im Einsatz. Es handelt sich also um eine bereits etablierte Technik und die üblichen Kinderkrankheiten bei neuen Produkten sind somit nicht zu erwarten.

Investition in mehr Unabhängigkeit durch Kraft-Wärme-Kopplung

Durch die Anwendung des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sparen Verbraucher mit dem Vitovalor 300-P bis zu 40 Prozent an Energie. Hinzu kommt die drastische Senkung der CO2-Emissionen, was einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz darstellt. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der größeren Unabhängigkeit gegenüber steigenden Strompreisen, denn bei Selbstnutzung kostet der Strom nur etwa ein Drittel des normalen Strompreises. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und nach Maßgaben des EEG vergütet.

Viessmann und Panasonic - Innovation namhafter Partner

Die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen begann bereits im Jahr 2011 mit einer klaren Zielsetzung: Entwicklung einer Brennstoffzelle für den breiten Markt der Ein- und Zweifamilienhäuser. Bereits vor mehr als 10 Jahren hatte Panasonic mit der Entwicklung des PEM-Brennstoffzellensystems begonnen. Seit dem Jahr 2009 steht die erste Generation dieses Systems unter dem Namen "Ene-Farm" den Kunden aus Japan zur Verfügung. In den Jahren 2011 und 2013 erfolgten Überarbeitungen und Optimierungen des Gerätes. Mit den seither mehr als 40.000 verkauften Einheiten darf sich der Elektronikkonzern in diesem Sektor heute als Marktführer bezeichnen. Als Bestandteil des Vitovalor 300-P wurde das Panasonic-Brennstoffzellenmodul nun mit einem Gas-Brennwertkessel mit 19 kW Spitzenlast, einem Pufferspeicher mit 170 Liter und einem Trinkwasserspeicher mit 46 Liter in einem kompakten Standgehäuse von Viessmann kombiniert. 

Wärme und Strom garantiert: Solide Versorgung bei sinkenden Preisen

Vorgestellt wurde der Vitovalo 300-P erstmals 2013. Damals gingen beide Partner noch davon aus, dass innerhalb Europas eine fünfstellige Zahl an Blockheizkraftwerken mit Brennstoffzellentechnologie installiert wird. Um diese Zahl auch erreichen zu können, gab Viessmann eine signifikante Preissenkung bekannt, nach der das Gesamtsystem Vitovalor 300-P bereits ab einem Listenpreis von 19.500 Euro erhältlich sei. Damit nicht genug, verspricht das Unternehmen eine Lebensdauer der Brennstoffzelle von über 60.000 Stunden. Dem Fachhandwerk werden zudem für nur 200 Euro pro Jahr Garantieverträge von bis zu 10 Jahren angeboten. Endkunden bietet sich die Möglichkeit, mit lokalen Handwerksbetrieben einen Vollwartungsvertrag abzuschließen. Nach Einschätzung der BHKW-Infothek soll der Vollwartungspreis für Endkunden bei rund 300 Euro liegen. Hinzu kommt noch eine Funktions- und Leistungsgarantie, die Viessmann über die Fachhandwerker über einen Zeitraum von 10 Jahren anbietet. Damit sei sichergestellt, dass das Gerät die ersten 10 Jahre bzw. über die ersten 60.000 Betriebsstunden funktioniere. In diesem Zeitraum soll die Degradation des Brennstoffzellenstapels die 15 Prozent nicht übersteigen. 

 

BAFA-Förderung steigt: Bis zu 9.300 Euro vom Staat

750 Watt elektrische Leistung ab einer Heizleistung von einem Kilowatt und ein elektrischer Wirkungsgrad von 37 Prozent - das versprechen die technischen Daten der Vitovalor 300-P Der Gesamtwirkungsgrad liegt sogar bei 90 Prozent. Das reicht aus, um sich für Richtlinie zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel zu qualifizieren. Im Zuge der Novellierung zum 1. Januar 2015 ist die 300-Liter-Pufferspeicher-Mindestanforderung sowohl für die Grund- als auch die Bonusförderungen "Wärmeeffizienz" und "Stromeffizienz" weggefallen. Käufer der Vitovalor 300-P können bei Inanspruchnahme der BAFA-Förderung deswegen mit maximal 9.300 Euro an staatlichen Fördermitteln rechnen. 

Durch die gleichzeitige Preissenkung des Vitovalor 300-P dürften nun auch Käuferschichten angesprochen werden, denen es weniger darum ging, möglichst moderne Technologie zu besitzen. Vielmehr wird die Vitovalor 300-P nun auch für Kunden interessant, die einfach nur auf der Suche nach einem wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Heizsystem sind. Durch die Förderung von bis zu 9.300 Euro wird es künftigen Anlagenbetreibern deutlich erleichtert, sich für die fortschrittliche Brennstoffzellentechnologie zu entschieden.

BAFA-Förderung: Beantragung und Ablauf

Eine wichtige Voraussetzung für die Förderung besteht darin, dass die Brennstoffzelle sowohl in die Wärme- als auch die Stromversorgung des Gebäudes eingebunden ist. Im Zuge des Einbaus ist außerdem ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Der Antrag zur Förderung muss vor Beginn des Vorhabens direkt bei der KfW gestellt werden. Der Beginn selbst ist definiert als Abschluss eines Lieferungs- und Leistungsvertrags. Zusätzlich ist mit der Beantragung der Förderung ein Sachverständiger (EEE-Liste) zu beauftragen. Darüber hinaus muss ein Vollwartungsvertrag über mindestens 10 Jahre abgeschlossen werden.

Alle für die Förderung wichtigen Informationen können der entsprechenden Webseite der KfW (www.kfw.de/433) entnommen werden. Dort ist auch ein Merkblatt zu finden sowie bis zum Dezember 2016 ein Reservierungsformular für den Zuschuss. Nach der Reservierung wird dem Anlagenbetreiber eine verbindliche Bestätigung dieser Reservierung zugestellt. Bereits nach Erhalt dieser Bestätigung kann mit der Durchführung der Maßnahme begonnen werden.

Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten

Während des Einbaus werden Anlagenbetreiber von einem Energieeffizienz-Experten beraten. Seine Aufgabe besteht unter anderem darin, die Förderfähigkeit zu prüfen und ab dem 1.12.2016 die "Bestätigung zum Antrag" zu erstellen. In der sog. EEE-Liste (www.energie-effizienz-experten.de) sind entsprechende Experten in den Kategorien zu "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Wohngebäude" ausgewiesen. Zusätzlich obliegt es dem Energieeffizienz-Experten, nach Abschluss der Arbeiten die "Bestätigung nach Durchführung" zu erstellen. Zu diesem Zweck muss er ausgewählte Leistungen erbringen, die im Rahmen der energetischen Fachplanung und der Begleitung der Baumaßnahme liegen sowie deren Umsetzung bestätigen.

Rückerstattung der Energiesteuer

Betreibern einer Mikro-KWK-Anlage ist es fortan gestattet, einen Antrag auf Steuerentlastung für das verbrauchte Gas der KWK-Einheit zu stellen. Die Brennstoffzelle Vitovalor 300-P wird beispielsweise nach § 47 Absatz 1 Nr. 3 EnergieStG entlastet. Aktuell liegt der Steuerrückerstattungsbetrag für Erdgas bei 0,55 Cent/kWh. Die erforderlichen Anträge finden Sie bei unseren Downloads.

Der Antragsteller ist selbst dafür verantwortlich, die in das Formular einzutragende Steuerrückerstattung auszurechnen. Um Ihnen die Sache zu erleichtern, können Sie von unserem Online-Rechner Gebrauch machen. Eingereicht werden die Anträge dann im zuständigen regionalen Hauptzollamt.

Neben den oben bereits beschriebenen Fördermitteln können aber noch weitere Förderungen von Bundesländern und Energieversorgern in Anspruch genommen werden. Gerne prüfen wir für Sie, welche Fördermittel bei Ihrem Vorhaben maximal möglich sind!

Vitovalor 300-P: Vorteile und Eigenschaften im Überblick

Kombination aus Brennstoffzelle und Brennwerttechnologie
Brennstoffzelle produziert bis zu 1 kW thermische und 0,75 kW elektrische Energie.
Gasbrennwertkessel mit Leistungsbereich zwischen 5,5 und 19 kW.
Bis zu 109 % Normnutzungsgrad.
Integrierter Energiemanager für optimale Anpassung. 
Integrierte Puffer- und Warmwasserspeicher.
Geräuscharm, wirtschaftlich und umweltschonend im Betrieb.
Für Neubauten und gut gedämmte Immobilien geeignet.

Kosten und Ausstattung des Vitovalor 300-P

Das Brennstoff-Heizgerät Vitovalor 300-P wird bislang nur in einer einzigen Ausführung angeboten. Die Anlage sollte nicht mit einer Solaranlage oder einer Elektro-Zusatzheizung kombiniert werden, da sich dadurch die Laufzeit des Mikro-KWK-Systems und damit auch dessen Wirtschaftlichkeit reduzieren würde. Dennoch stellt der Vitovalor 300-P eines der derzeit wirtschaftlich und ökologisch effizientesten Systeme zur Strom- und Wärmeversorgung dar.

Mit dem Vitovalor 300-P lassen sich Ein- und Zweifamilienhäuser mittels moderner und ausgereifter Brennstoffzellentechnologie mit elektrischer und thermischer Energie versorgen. Das Brennstoffzellenmodul und das Spitzenlastmodul mit Gas-Brennwertkessel sind optimal aufeinander abgestimmt. Sie bilden sowohl auf funktionaler wie auch auf optischer Ebene eine Einheit und benötigen lediglich eine Fläche von nur 0,65 Quadratmetern.

Strom erzeugen und Heizen mit einem Gerät

Gerade Neubauten benötigen heute viel weniger Heizenergie als ältere Bestandsgebäude. Genau für deren Bedarf ist der Vitovalor 300-P ausgelegt. Mit 1 kW thermischer Leistung wird bereits der Großteil des Wärmebedarfs abgedeckt. In der kalten Jahreszeit oder bei kurzfristig hohem Warmwasserbedarf wird das Gas-Brennwertgerät automatisch hinzugeschaltet. Gleichzeitig liefert der Vitovalor 300-P bis zu 15 kWh an Strom pro Tag. Damit lässt sich der durchschnittliche Grundbedarf eines Haushalts abdecken. Hinzu kommt, dass die effiziente Energieerzeugung vor Ort deutlich günstiger ist als zugekaufter Strom. Als Energielieferant der Brennstoffzelle kommt Wasserstoff zum Einsatz, zu dessen Bereitstellung Erdgas genutzt wird, das mittlerweile fast überall zugänglich ist. Je nach Bedarf kann sowohl E-als auch LL-Gas eingesetzt werden. Ein vorgeschalteter Reformer wandelt das Erdgas dann in Wasserstoff um.