Solaranlage

Die ständig auf der Erde eintreffende Sonnenenergie von 174 Petawatt würde ausreichen, um den Primärenergieverbrauch der Erde rund 12.000 Mal zu abzudecken. Das mit Abstand größte Kraftwerk unseres Sonnensystems läuft seit ca. 4,6 Milliarden Jahren störungsfrei und liefert in Deutschland pro Quadratmeter und Jahr rund 1.000 kWh, was etwa dem Energiegehalt von 100 Litern Heizöl entspricht. Angesichts solcher Werte erscheint es uns nur vernünftig, eine solche Quelle auch konsequent zu nutzen. Zwei Techniken stehen uns zu diesem Zweck zur Verfügung: Solarthermie und Photovoltaik. Bei Solarthermie kommen thermische Solaranlagen zum Einsatz, mit der die einfallenden Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt werden. Eine Photovoltaikanlage wandelt die Strahlung direkt in Strom um, der noch an Ort und Stelle verwendet werden kann.

Effizientes Heizen mit Sonnenenergie

Hausbesitzer, die in eine Heizungsmodernisierung zu investieren beabsichtigen, sind gut damit beraten, auch gleich eine Solarthermieanlage mit einzuplanen. Denn so lassen sich ein noch geringerer Energieverbrauch und entsprechend niedrigere Kosten realisieren. Die Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach lässt den CO2-Ausstoß sinken und signalisiert verantwortungsbewusstes Handeln zum Wohle der Umwelt. Durch das Zusammenspiel füreinander optimierter Anlagenkomponenten lassen sich bis zu 35 Prozent der Heizkosten einsparen, wenn die Wärme vom Dach sowohl zur Heizungsunterstützung als auch zur Warmwasserbereitung verwendet wird. Schon die Warmwasserbereitung allein kann den Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent senken. Hinzu kommt noch, dass der Wert der Immobilie durch die Installation einer thermischen Solaranlage gesteigert wird.

Photovoltaik und Solarthermie - die Unterschiede

Mit Photovoltaik wird aus einfallender Sonnenenergie Strom generiert. In den dafür typischen Photovoltaikmodulen wird zunächst Gleichstrom erzeugt, der dann mithilfe eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt wird. Dieser lässt sich dann für alle handelsüblichen Elektrogeräte verwenden oder in das örtliche Stromnetz einspeisen, wofür der Besitzer der Anlage eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde nach EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) erhält. Mittlerweile kann überschüssiger Strom aber auch in eigens hierfür entwickelte Stromspeicher geleitet werden, um den Eigenverbrauch an Strom und damit auch die Effizienz der Anlage zu erhöhen.

Bei der Solarthermie wird aus der einfallenden Sonnenstrahlung hingegen Wärme gewonnen. Je nach Verwendung dieser Wärme lassen sich thermische Solaranlagen in zwei Gruppen aufteilen: Anlagen zu Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sowie Anlagen, die nur der Warmwasserbereitung dienen.

Üblicherweise arbeiten thermische Solaranlagen mit Dachkollektoren. Die gewonnene Wärme wird mittels Pumpe über ein Kreislaufsystem befördert, welches mit einer Trägerflüssigkeit gefüllt ist. Gespeichert wird die Wärme in einem Solarspeicher, von dem aus die Wärme an Heizkörper bzw. Warmwasser an die entsprechenden Zapfstellen geliefert wird. Anders als bei der Photovoltaik ist Solarthermie in erster Linie für die Deckung des Eigenbedarfs an Wärme bestimmt, weswegen es auch keinerlei Einspeisevergütungen gibt. Anlagenbesitzer erhalten dafür Fördergelder in Form von Zuschüssen, die nicht zurückbezahlt werden müssen.

Staatliche Zuschüsse

Bei der Anschaffung von Solaranlagen können öffentliche Fördergelder zur Unterstützung in Anspruch genommen werden. Dadurch kann sich die Zeitspanne, in der sich die Investitionskosten vollständig amortisieren, erheblich verkürzen. Die Kombination aus Zuschüssen und Kosteneinsparungen ermöglichen eine Amortisation bereits nah wenigen Jahren.

Bei der Solarthermie lag die Mindestförderung im Jahr 2016 bei 2.000 Euro. Bei einer Anlagengröße zwischen 15 und 40 m² gibt es pro Quadratmeter 140 Euro an Zuschüssen. Kommen Flachkollektoren zum Einsatz, muss die Fläche mindestens 9 m² betragen und zusätzlich noch ein Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von mindestens 40 Litern pro Quadratmeter an Kollektorfläche vorhanden sein. Besteht die Anlage aus den deutlich effizienteren Vakuumröhrenkollektoren, liegt die Mindestfläche bei 7 m² und die Mindestgröße des Pufferspeichers bei 50 Liter pro m².

Bonuszahlungen durch das BAFA in 2016

Neben den von der KfW-Bank gewährten Zuschüssen gibt es noch Boni vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wird beispielsweise eine Solarheizung mit einer Biomasseanlage oder einer Wärmepumpe kombiniert, gibt es hierfür einen Kombinationsbonus in Höhe von 500 Euro.

Wird eine thermische Solaranlage auf einem besonders gut gedämmten Gebäude errichtet, gibt es hierfür einen Effizienzbonus. Möglich sind hier Zuschüsse, die bis zum Anderthalbfachen der Basisförderung reichen. Auf der Webseite des BAFA steht eine Übersicht zur Verfügung mit allen Kollektoren für thermische Solaranlagen, die als förderwürdig erachtet werden. Zusätzliche Mittel gibt es, wenn bei der Installation einer Solarheizung ein Heizkessel mit moderner Brennwerttechnik installiert wird, sofern der vorige Kessel nicht darüber verfügte. Dabei handelt es sich um den seit 2012 verfügbaren Kesseltauschbonus, dessen Höhe 500 Euro beträgt.

Auch bei einer Kopplung der Solarheizung mit einem Wärmenetz gibt es pauschal 500 Euro an Zuschüssen vom BAFA. Zusätzlich kann sowohl in Neu- wie auch Altbauten ein Innovationsbonus zusätzlich zur eigentlichen Solarthermie-Förderung bezogen werden. Dieser Bonus kommt bei Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten zum Zuge. Er ist aber auch für Ein- und Zweifamilienhäuser erhältlich, sofern sich ein solarer Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent erzielen lässt.

Wird zusätzlich zum Einbau der thermischen Solaranlage noch das bestehende Heizungssystem energetisch optimiert, winkt ein Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Eine solche Optimierung ist auch noch drei bis sieben Jahre nach der Installation der Solaranlage möglich, wobei sich die Förderung der Anlage jedoch auf 100 - 200 Euro beschränkt.

Förderung von Solarheizungen durch die KfW-Bank

Mit ihren Programmen "Energieeffizient Sanieren" und "Energieeffizient Bauen" bietet die KfW zwei Programme an, die eine indirekte Förderung von Solarthermie gestatten. Dazu müssen die Förderbedingungen der KfW erfüllt sein.

Seit März 2013 bietet die KfW zusätzlich noch das Programm "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" an. Das bietet Hausbesitzern die Möglichkeit, einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit für erneuerbare Heiztechnik in Kombination mit den vom BAFA gewährten Fördermitteln in Anspruch zu nehmen. 

Die Solarthermie-Förderung der KfW bietet eine Besonderheit: Die Fördermittel sind grundsätzlich mit denen des BAFA kombinierbar. Voraussetzung ist jedoch, dass die kombinierten Fördermittel nicht die Gesamtinvestitionssumme übersteigen. Die Antragstellung erfolgt grundsätzlich vor der Umsetzung der Maßnahmen. Der effektive Zinssatz liegt derzeit bei 2,02 Prozent bei einer Laufzeit von 10 Jahren, von denen die ersten beiden Jahre tilgungsfrei sind. Weitere Informationen zum Programm 167 können von der entsprechenden Webseite der KfW bezogen werden.

Kredite von 50.000 bis 100.000 Euro aus dem Programm 151 "Energieeffizient Sanieren" kommen dann zum Zuge, wenn durch die Maßnahmen ein Gebäude energieeffizienter gemacht wird, was durch den Einbau einer Solarheizung oder eine verbesserte Dämmung geschehen kann. Wer ein bereits saniertes Haus kauft, hat die Möglichkeit, auch hierfür eine zinsgünstige Förderung von der KfW zu bekommen. Auch hierbei gilt wieder, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahme bzw. vor dem Kauf gestellt werden muss. Für noch bessere Konditionen sorgt das Erreichen eines KfW-Effizienzhausstandards. 

Wird ein Haus mit einer Solarthermieanlage gebaut oder gekauft, kann auf das KfW-Programm "Energieeffizient Bauen" zurückgegriffen werden. Hier können Kredite von bis zu 100.000 Euro bezogen werden, wenn das Haus einen KfW-Effizienzhausstandard erfüllt. Daneben sind auch Tilgungszuschüsse beim Erreichen des Standards möglich.

Neben Darlehen bietet die KfW aber auch noch Zuschüsse an, wie das beispielsweise im Programm 430 "Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss" der Fall ist. Hier können Zuschüsse von bis zu 10 Prozent der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch genommen werden.

Bei der Errichtung eines Niedrigenergie- oder Passivhauses gewährt die KfW ein Darlehen in Höhe von maximal 50.000 Euro. Solarthermieanlagen, die größer als 40 m² sind, lassen sich über das Programm "Erneuerbare Energien Premium" fördern, bei dem Kredite von bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit möglich sind. 

Anträge für eine Förderung durch das BAFA müssen innerhalb von neun Monaten nach Inbetriebnahme der Solarheizung eingereicht werden. 

Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Im Schnitt fallen auf jeden Quadratmeter Mitteleuropas rund 1.000 kWh an Sonnenenergie, was dem Energiegehalt von ca. 100 Litern Heizöl entspricht. Wer diese kostenlos verfügbare Energiequelle zu nutzen weiß, kann die damit verbundenen Investitionen durch Einsparungen innerhalb weniger Jahre vollständig amortisieren.

Sonnenenergie lässt sich neben der Stromerzeugung sowohl zur Trinkwassererwärmung als auch zur Heizungsunterstützung verwenden. Die Ersparnisse, die sich dadurch an Gas und Öl ergeben, fallen beträchtlich aus. Allein im Bereich der Warmwasserbereitung lassen sich bis zu 60 Prozent an Energie einsparen. Werden Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung miteinander kombiniert, beläuft sich die jährliche Ersparnis auf 35 Prozent der sonst benötigten Energie.

Solaranlagen mit bivalentem Wasserspeicher

Um derartige Ersparnisse realisieren zu können, wird ein bivalenter Wasserspeicher benötigt. Sobald die Sonneneinstrahlung ausreicht, wird das Wasser im Speicher durch den unteren Wärmetauscher aufgewärmt. Sinkt die Temperatur im Speicher durch Wasserentnahme ab, schaltet sich bei Bedarf noch der Heizkessel hinzu und sorgt für zusätzliche Erwärmung über den zweiten Heizkreislauf.

Die in den Kollektoren erhitzte Trägerflüssigkeit kann neben der Trinkwassererwärmung auch für eine zusätzliche Erwärmung des Heizwassers sorgen. Zu diesem Zweck macht sich der Heizkreislauf kontinuierlich das in den Sonnenkollektoren erhitzte Wasser über einen Wärmetauscher im Solarspeicher zunutze. Über eine Regelung wird geprüft, ob sich die gewünschte Raumtemperatur unter den aktuellen Bedingungen erreichen lässt. Sollte die Temperatur dabei einmal unter den Sollwert fallen, schaltet sich automatisch der Heizkessel zur Unterstützung ein.

Genehmigungspflichten für Solaranlagen

Ob es für Errichtung und Betrieb einer Solaranlage einer Genehmigung bedarf, regeln die Bundesländer, da auch das Baurecht in Deutschland Ländersache ist. Dadurch ergeben sich jedoch auch Unterschiede bei der Genehmigungspflicht. Grundsätzlich sind Baugenehmigungen bei Fassaden und Dächern für Anlagen mit weniger als 10 Quadratmeter nicht erforderlich. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen dürfen Kollektoren und Module auf dem eigenen Haus ohne Genehmigung installiert werden. In allen anderen Bundesländern existiert eine Genehmigungspflicht für gebäudeunabhängige Anlagen. Grundsätzlich empfiehlt es sich jedoch, vor dem Kauf einer Solaranlage bei der zuständigen Baubehörde nachzufragen. 

Amortisation, Dauer der Montage und Arbeitsaufwand

Üblicherweise beträgt die Amortisationszeit einer Solaranlage 15 Jahre, wobei es natürlich zu Abweichungen nach unten und oben kommen kann. Zu den entscheidenden Faktoren gehören die extern umlegbaren Kosten der Solaranlage. Schwieriger ist es, die Kosten einer Solaranlage pro Quadratmeter zu beziffern, da im Zuge der Vorbereitungen bereits höhere Kosten anfallen können. Ist der Zeitpunkt einer sichergestellten Erreichbarkeit der Montagefläche erreicht, kann von einer Arbeitsdauer von zwei Tagen für zwei Personen ausgegangen werden, wobei auch die Hausanschlüsse berücksichtigt wurden. Zusätzlich eingespartes Geld lässt sich durch vermehrte Eigenleistungen sowie durch eine entsprechende Baustellenvorbereitung erzielen.

Kosten für Solaranlagen

Die Kosten für eine Solaranlage sind in erster Linie von deren Bauart abhängig. Handelt es sich bei der Anlage um eine Variante mit Warmwasserbereitung und zusätzlicher Kreislaufeinspeisung, können auf einen durchschnittlichen Haushalt Kosten zwischen 6.000 und 9.000 Euro zukommen. Kommen noch die Kosten für eine solare Heizungsunterstützung hinzu, kann schon mit Beträgen zwischen 8.000 und 12.000 Euro gerechnet werden. Zu beachten ist, dass Vakuumröhrenkollektoren nicht nur effizienter sind als Flachkollektoren, sondern auch deutlich teurer.

Funktionsweise und Bestandteile einer Photovoltaikanlage

1. Wie wird aus Sonnenlicht Strom?

Eine Photovoltaikanlage ermöglicht es, Sonnenenergie in Strom umzuwandeln. Im Zuge dieses Prozesses treffen zunächst Sonnenstrahlen (Photonen) auf die aus Silizium bestehenden Solarzellen. Infolgedessen werden neutral geladene Teilchen angeregt und Elektronen freigesetzt. Diese gehen über kleine Metallkontakte an der Solarzelle als Gleichstrom aus der Zelle und werden zum Wechselrichter weitergeleitet.

Durch den in sich geschlossenen Kreislauf werden die Elektronen über Rückseitenkontakte zurück in die Solarzelle geleitet, wo sie sich erneut mit positiv geladen Teilchen verbinden und dadurch zu Teilchen mit neutraler Ladung werden. Die einzelnen Solarzellen werden in großer Zahl in Solarmodulen miteinander verbunden, da eine einzelne Zelle nicht dazu in der Lage ist, eine ausreichend hohe Spannung zu erzeugen. Der so erzeugte Strom steht dann als Gleichstrom zur Verfügung.


2. Was sind Solarmodule?

Grundsätzlich kann zwischen monokristallinen und polykristallinen PV-Modulen unterschieden werden. Polykristalline Module sind besonders häufig anzutreffen, denn sie bieten ein sehr gutes Preis- und Leistungsverhältnis, weisen dabei jedoch einen geringeren Wirkungsgrad auf. Monokristalline Module sind zwar deutlich teurer, können dafür aber auch einen entsprechend höheren Wirkungsgrad erzielen.

Mit den Dünnschicht-Modulen gibt es noch eine dritte Art von PV-Modulen, deren Verbreitung derzeit stark anwächst. Sie sind besonders preiswert und beanspruchen bei der Produktion nur einen relativ geringen Rohstoffverbrauch. Hinzu kommt eine hohe Effizienz bei diffusen Lichtverhältnissen. Als Nachteil tritt dem ein vergleichsweise schwacher Wirkungsgrad gegenüber.


3. Wozu dient ein Wechselrichter?

Wechselrichter sind ein zentraler Teil einer jeden Photovoltaikanlage. Sie werden auch als Solarwechselrichter oder Inverter bezeichnet. Die Aufgabe des Wechselrichters besteht darin, den von den PV-Modulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Erst dann lässt sich der aus Sonnenlicht gewonnene Strom auch im Haushalt verwenden. Gleiches gilt für die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz, denn auch hier wird netzkonformer Wechselstrom benötigt. Je nachdem, wie groß die PV-Anlage ist, können verschiedene Typen von Wechselrichtern zum Einsatz kommen, deren Arbeitsweisen sich in Details voneinander unterscheiden. Darüber hinaus gibt es Wechselrichter von verschiedenen Anbietern und Herstellern, woraus sich Preis- und Qualitätsunterschiede ergeben. Wechselrichter machen bei einer normalen PV-Anlage etwa 20 Prozent der Gesamtkosten aus.

Montage und Befestigung von Photovoltaikanlagen

Hinsichtlich der Montage von PV-Anlagen lassen sich zwei Systeme voneinander unterscheiden: Aufdach- und Indach-Systeme. Besonders häufig sind in der Praxis Aufdach-Systeme zu finden. Daneben gibt es mit Solardachziegeln noch eine dritte, eher selten anzutreffende Variante.

Aufdach-Systeme

Bei Aufdach-Systemen kommt ein Montagegestell zum Einsatz, mit dessen Hilfe die einzelnen Module direkt auf dem Dach befestigt werden. Dieses System eignet sich vor allem für bereits bestehende Dächer und stellt in solchen fällen auch die effektivste und kostengünstigste Option zur Montage einer PV-Anlage dar. Es eignet sich vor allem für schräge Ziegeldächer, Blechdächer, Wellplatten und Schieferdächer. Die Montage selbst gestaltet sich vergleichsweise einfach und preisgünstig. Bei einer zu flachen Dachneigung kann die Anlage auch aufgeständert und dadurch etwas steiler ausgerichtet werden, um möglichst nah an den optimalen Einfallwinkel von 90° zu kommen.

Indach-Systeme

Soll das komplette Dach saniert oder ein neues Haus gebaut werden, stellen Indach-Systeme eine häufig empfohlene Alternative dar. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Art der Montage nicht bei jedem Dach durchführen lässt. Das gilt vor allem für Bitumen- und Blechdächer, denn hier ist von einer Indach-Installation abzuraten. Wichtig ist außerdem, dass es sich um ein Schrägdach mit ausreichend steilem Winkel handelt, damit ein reibungsloser Abfluss des Regenwassers gewährleistet werden kann.

Indach-Systeme werden vom ästhetischen Gesichtspunkt her als ansprechender empfunden, da die PV-Anlage mit dem übrigen Dach eine Einheit bildet.Jedoch ist hierbei keinerlei Kühlung möglich, weswegen sich die Module erhitzen können, was Einbußen bei Leistung und Ertrag nach sich ziehen kann.

Solardachziegel

Solardachziegel bieten sich für besondere Fälle optisch angepasster PV-Anlagen an. Die einzelnen Ziegel sind kaum sichtbar, da sie von der Optik her den übrigen Dachziegeln stark ähneln. Dafür sind Solardachziegel teuer in der Anschaffung und weisen eine geringere Effizienz bei der Stromerzeugung auf. Sie kommen daher nur bei Gebäuden infrage, bei denen wegen Bestimmungen aus dem Denkmalschutz besonders hohe Ansprüche an die Optik einer Photovoltaikanlage bestehen.

Geld verdienen mit Solarstrom - dank Einspeisevergütung

Damit der in der PV-Anlage generierte Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann, ist ein Wechselrichter nötig. Dieser wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, mit dem das Stromnetz betrieben wird. Gemäß Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) erhalten die Betreiber einer Solaranlage eine Vergütung für den in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Strom. Diese Einspeisevergütung wird vom Gesetzgeber für 20 Jahre ab der erstmaligen Inanspruchnahme garantiert. In den letzten Jahren ist diese Vergütung jedoch kontinuierlich gesunken, weswegen sich der Verkauf des Solarstroms kaum noch lohnt. Kostengünstiger ist es daher, den erzeugten Strom aus kleineren Anlagen selbst zu verbrauchen.

Eigenverbrauch von Solarstrom

Zu den maßgeblichen Kennwerten einer Photovoltaikanlage gehört neben der Leistung und dem Eigenverbrauch auch der sog. Autarkiegrad. Aus diesen drei Größen ergibt sich letztlich die Wirtschaftlichkeit einer Anlage.

Strombedarf: Der Bedarf an elektrischer Energie ist in jedem Haushalt unterschiedlich und richtet sich nach der Anzahl der Verbraucher und der Nutzungsdauer. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus kann von einem Jahresbedarf an Strom von rund 4.000 kWh ausgegangen werden.

PV-Leistung: Die Leistung einer PV-Anlage sollte bei privater Anwendung möglichst an den tatsächlichen Strombedarf angepasst werden.Je nach Ausrichtung der Anlage und Sonneneinstrahlung kann hier von 1 kWp (Kilowatt Peak) ausgegangen werden. In Deutschland werden pro kWp zwischen 800 und 1.000 kWh pro Jahr erzeugt. Das bedeutet also, dass für die Erzeugung von 4.000 Kilowattstunden eine Anlage mit ca. 4 kWp benötigt wird.

Eigenverbrauch: Hierunter wird die Menge des gewonnenen und vor Ort verbrauchten Stroms verstanden. Üblicherweise beträgt der Energieverbrauchsanteil nicht mehr als 30 Prozent, wenn kein Stromspeicher vorhanden ist. Der überschüssige Strom wird dann gegen eine Einspeisevergütung ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Autarkiegrad: Mit dem Grad an Autarkie wird das Verhältnis zwischen Eigenbedarf, PV-Leistung und Eigenverbrauch beschrieben. Dieser Kennwert zeigt auf, wie unabhängig ein Anlagenbetreiber von der externen Stromversorgung letztlich ist. Wenn beispielsweise der Strombedarf bei jährlich 4.000 Kilowattstunden liegt und eine PV-Anlage mit 2 kWp auf dem Dach ihren Dienst tut, werden etwa 2.000 kWh an Strom pro Jahr gewonnen. Sollte es nun möglich sein, diesen Strom komplett selbst im eigenen Haus zu nutzen, beträgt der Energieverbrauchsanteil genau 100 Prozent. Der Autarkiegrad liegt jedoch bei nur 50 Prozent, da die Hälfte des im Haushalt benötigten Stroms noch von einem externen Stromanbieter hinzugekauft werden muss, um den Bedarf zu 100 Prozent decken zu können.

PV-Stromspeicher: Der teure Weg zu mehr Autarkie

Stromspeicher sind ein lebhaft diskutiertes Thema. Grundsätzlich bietet sich Anlagenbetreibern dadurch die Möglichkeit, sich komplett von den großen Stromversorgern abzunabeln und ausschließlich selbst erzeugten Strom zu verwenden. Tatsächlich gestaltet sich dieses Thema in der Praxis etwas komplizierter, da Stromspeicher noch verhältnismäßig teuer sind. Theoretisch ist die Speicherung von Strom auf mehrere - indirekte - Arten möglich: Druckluftspeicher, Pumpspeicherkraftwerke und Batteriespeicher sind in diesem Zusammenhang häufig erwähnte Alternativen. Angesichts des Erfolgs von Elektroautos hat sich letztere Lösungsmöglichkeit als die derzeit zukunftsweisendste herausgestellt. 

Derzeit geht man davon aus, dass Stromspeicher für PV-Anlagen ab dem Jahr 2020 zu Preisen erhältlich sein werden, die auch private Anlagenbetreiber vor keine allzu großen Hürden mehr stellen werden. Aktuell liegen die Kosten noch bei ca. 1.500 Euro pro kWh Speicherleistung. Ein Einfamilienhaus würde demnach einen Speicher benötigen, dessen Preis bei 6.000 Euro läge. In Zukunft sollen Speicher verfügbar sein, deren Preis bei 1.000 Euro pro kWh liegt. Eine 100-prozentige Stromautarkie wird sich also so schnell noch nicht lohnen. Bis 2020 rechnet man mit einem Eigenverbrauchsanteil von im Schnitt 60 Prozent.

Sinnvolle Dimensionierung einer Photovoltaikanlage 

Um die passende Größe für eine PV-Anlage zu berechnen, sollten sich deren Betreiber schon im Vorfeld absolut im Klaren darüber sein, was sie mit der Anlage eigentlich vorhaben. Theoretisch ist es möglich, sich komplett selbst mit Strom zu versorgen, was derzeit wegen der hohen Speicherpreise aber noch nicht profitabel ist. Damit sich mit einer Photovoltaikanlage wirklich Geld sparen lässt, sollte sie genau auf den Bedarf des Haushalts abgestimmt sein.

Im Hinblick auf die künftige Strompreisentwicklung und die aktuelle Einspeisevergütung erscheint es sinnvoll, die Größe von 1 kWp pro Megawattstunde an Strombedarf ins Auge zu fassen. Auf diese Weise werden 70 Prozent des Stroms in das öffentliche Netz eingespeist. Aus den dadurch entstehenden Gewinnen kann der restliche Strom bezahlt werden. Die Amortisationsrechnung ist jedoch sehr komplex, weswegen pauschale Angaben zur Einsparung nur schwer möglich sind.

Mit welchen Kosten ist eine PV-Anlage verbunden?

Die Investitionskosten einer Photovoltaikanlage hängen stark von deren Größe ab. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus kann von Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro ausgegangen werden. Wichtig ist, dass die Größe der Anlage möglichst genau auf den Bedarf des Haushalts und die eventuelle Anschaffung eines Stromspeichers abgestimmt ist. Ein unverbindliches Angebot für eine Photovoltaik-Anlage erhalten Sie schnell und einfach bei SOLARANLAGEN.DE

Mit welchen laufenden Kosten ist bei einer PV-Anlage zu rechnen?

In diesem Bereich müssen regelmäßige Wartungs- und Reinigungsarbeiten sowie die Versicherung der Photovoltaikanlage berücksichtigt werden. Hier sind pro Jahr etwa 200 bis 400 Euro einzukalkulieren.

Wartung und Reinigung von PV-Anlagen

Eine regelmäßige Wartung ist wichtig, um einen langfristigen Betrieb der Anlage gewährleisten zu können. Die Leistung einer PV-Anlage kann durch Ablagerungen, die von Bäumen, Moosen oder Regen stammen, stark beeinträchtigt werden. Wer in einer eher ländlichen Region wohnt und dort eine Anlage betreibt, kann mit Staub und Sand aus landwirtschaftlichen Betrieben zu kämpfen haben, die sich nach und nach auf den Modulen absetzen und deren Leistung vermindern. Aber auch Autoabgase können zu Einbußen bei der Leistung führen. Auch sollte die Anlage nach starkem Hagelschlag auf mögliche Beschädigungen hin überprüft werden.