Glossar

A

Abgas

Beim Abgas handelt es sich um ein gasförmiges Verbrennungsprodukt, das in die Atmosphäre entlassen wird. Abgase entstehen bei der Verbrennung von Brenn- und Kraftstoffen in Heizkesseln und Verbrennungsmotoren und sind in den meisten Fällen nicht mehr nutzbar. Die Abführung der Abgase erfolgt bei stationären Anlagen über einen Schornstein oder eine Abgasleitung. Die meisten Abgase enthalten wegen des im Brennstoff enthaltenen Kohlenstoffs klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Durch den Wasserstoffanteil in den Brennstoffen ist auch Wasserdampf in Abgasen enthalten, der sich jedoch mithilfe von Brennwertkesseln kondensieren und nutzen lässt.


Abgasklappe

Die Abgasklappe, auch als Zugregler bezeichnet, ist eine Vorrichtung innerhalb eines Kamins, die dazu dient, Wärmeverluste durch den Kaminzug zu reduzieren. Wird die Feuerung abgeschaltet, kann wegen des Kamineffekts auch weiterhin Luft durch die Anlage ziehen und einen erheblichen Wärmeverlust im Heizkessel verursachen. Um dies zu vermeiden, wird im Abgasrohr zwischen Heizkessel und Schornstein eine Abgasklappe installiert, die sich manuell oder automatisch verschließen lässt, sobald der Kessel abgeschaltet wird.


Abgasleitung

Bei der Abgasleitung handelt es sich um ein Element zur Abführung von Abgasen, das in erster Linie bei neueren Heizungen Verwendung findet. Abgasleitungen werden meist in bestehende Schornsteine integriert, da diese für viele moderne Heizanlagen überdimensioniert sind. Deren Abgastemperaturen sind oftmals so niedrig, dass sich Feuchtigkeit im Schornstein bilden würde. Eine wichtige Eigenschaft von Abgasleitungen ist daher ihre Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Auf der anderen Seite müssen sie jedoch nicht hochtemperaturbeständig sein. Abgasleitungen können bei besonders niedrigen Abgastemperaturen von weniger als 60 °C auch aus einem Rohr bestehen, das aus wärmebeständigem Kunststoff gefertigt wurde. Die entsprechenden Temperaturen dafür sind beispielsweise bei Brennwertkesseln oft gegeben. Der zwischen Abgasleitung und Schornsteinwand entstehende Raum lässt sich zugleich für die Zuführung von Verbrennungsluft nutzen. Dabei wird die zugeführte Luft von der Abgasleitung vorgewärmt, was eine Wärmerückgewinnung bewirkt und die Effizienz der Anlage insgesamt steigert.


Abgastemperatur

Hierbei handelt es sich um die Temperatur von Abgasen, wie sie in Heizkesseln und Verbrennungsmotoren entstehen. Die Abgastemperatur kann als Indikator für zu hohe Energieverluste gesehen werden. Verlassen Abgase den Schornstein mit einer zu hohen Temperatur, kann dies auf eine zu geringe Energieeffizienz und einen zu niedrigen Wirkungsgrad der Anlage hinweisen. Wird die Abgasmenge pro Zeiteinheit hinzugenommen, lässt sich mit der Abgastemperatur die Verlustleistung eines Heizkessels bestimmen, während der Brenner läuft. Je nach Anlage darf eine bestimmte Temperatur nicht unterschritten werden, da sonst eine Kondensation des Wasserdampfs im Schornstein die Folge wäre. Diese wiederum kann zu einer Versottung des Schornsteins führen. Um dem vorzubeugen, ist eine Anpassung des Schornsteins für den Betrieb mit niedrigen Abgastemperaturen nötig. Das kann beispielsweise durch das Einziehen eines Edelstahl- oder Kunststoffrohres erreicht werden. Bei einigen Anlagen ist es auch möglich, die Abgaswärme nutzbar zu machen, indem es beispielsweise durch einen Wärmetauscher geleitet wird.


Abgasverlust

Der Anteil in einer Heizanlage erzeugten Wärme, der ungenutzt über das Abgas verloren geht. Der Abgasverlust wird in der Regel in Prozent angegeben. Konventionelle Gas- und Ölheizungen weisen heutzutage einen Abgasverlust zwischen 5% und 10% auf. Durch Verwendung moderner Brennwerttechnik lässt sich der Verlust jedoch deutlich reduzieren. Gemessen wird der Abgasverlust mithilfe der Siegertschen Formel, wofür Abgastemperatur, die Temperatur der zugeführten Verbrennungsluft und der Sauerstoffgehalt benötigt werden. Sämtliche Faktoren werden während eines längeren Brennerbetriebs gemessen.


Anlagenaufwandszahl

Die Anlagenaufwandszahl bezeichnet das Verhältnis zwischen verbrauchter Primärenergie und der erzeugten Nutzenergie. Mit ihr werden die Verluste berücksichtigt, die während der Bereitstellung (z.B. Gewinnung bzw. Erzeugung und Transport) des Energieträgers entstehen. Sie entsteht als Produkt aus Primärenergiefaktor und Erzeugeraufwandszahl.


Ausdehnungsgefäß

Mithilfe des Ausdehnungsgefäßes werden Volumenschwankungen ausgeglichen, die infolge von Temperaturschwankungen in Wasser-Heizungsanlagen und Sole- und Solarkreisläufen entstehen. Ein Beispiel: Infolge einer Erwärmung von 10 °C auf 100 °C dehnt sich Wasser um 4,3 Prozent aus. Wenn sich die Temperatur des Wassers und mit ihm sein Volumen erhöht, kann es noch über Sicherheitsventile entweichen. Kühlt das Wasser ab, kann durch das geringere Volumen ein Unterdruck entstehen, der Luft in die Leitungen saugt. Infolge dessen müsste öfter Wasser in das System nachgefüllt werden und die Gefahr von Korrosion würde sich erhöhen. Ist das Ausdehnungsgefäß defekt, kann es die Druckunterschiede nicht mehr ausgleichen. Es ist daher ratsam, es jedes Jahr zu überprüfen, um einen langfristig sicheren Betrieb gewährleisten zu können.


B

Bedarfsorientierter Energieausweis

Der auf dem Energiebedarf basierende Energieausweis stellt die aufwendigere und auch teurere Variante dar, die jedoch auch eine deutlich größere Aussagekraft besitzt. Ein bedarfsorientierter Energieausweis ist für Neubauten, für Änderungen von Gebäuden und alte Bestandsgebäude vorgeschrieben.


Bereitschaftsverlust

Beim Bereitschaftsverlust handelt es sich um Energieverluste, die während des Stand-by-Betriebes von Elektrogeräten entstehen. Das Gerät erfüllt, während dieser Verlust entsteht, keinerlei Funktion. Typische Beispiele für Geräte, bei denen sehr häufig Bereitschaftsverluste entstehen, sind Fernseher und Computer. Zwar werden im Bereitschaftsmodus nur geringe Mengen an Strom verbraucht, dieser Verbrauch zieht sich jedoch über einen sehr langen Zeitraum. Auch bei Heizungen entstehen Bereitschaftsverluste, wenn diese beispielsweise auf einer konstanten Temperatur gehalten werden, um bei Bedarf schnell Wärme zu liefern. Diese Bereitschaft kann vor allem in den Sommermonaten zu einem unnötig hohen Energieverbrauch bzw. hohen Bereitschaftsverlusten führen.


Biogas

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch die Fermentation (Vergärung) von Biomasse gewonnen wird. Biogas ist dem Erdgas sehr ähnlich, weist im Vergleich aber größere Mengen an Kohlendioxid und Wasserdampf auf. Durch aufwendige Reinigungsverfahren lässt sich Biogas auf Erdgasqualität aufbereiten und kommt dann auch auf ähnliche Heiz- und Brennwerte. Biogas wird in Biogasanlagen gewonnen. Als Rohstoffe finden vor allem pflanzliche und tierische Abfallstoffe sowie Energiepflanzen wie Mais oder Raps Verwendung.


Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt sowohl thermische als auch elektrische Energie gleichzeitig und basiert auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Es wird meist an Orten errichtet, an denen eine räumliche Nähe zu Wärmeabnehmern gegeben ist, die dann über ein Nahwärmenetz versorgt werden. Die elektrische Energie kann sowohl lokal verbraucht als auch in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Leistung fällt im Vergleich zu anderen Kraftwerkstypen vergleichsweise gering aus und kann zwischen einigen Kilowatt und vielen Megawatt liegen. Kleinere BHKWs werden oft mit Erd- oder Biogas betrieben, das dann als Kraftstoff für einen Gas- oder Dieselmotor verwendet wird, der seinerseits einen Generator antreibt.


Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test ist ein Verfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit von Gebäuden. Er wird auch als Differenzdruck-Messverfahren oder Gebläse-Tür-Messung bezeichnet. Mit ihm lässt sich innerhalb weniger Stunden feststellen, wie hoch bei einer gegebenen Druckdifferenz die Luftwechselrate durch undichte Stellen zwischen innen und außen ist. Dadurch lässt sich feststellen, ob eine bestimmte bzw. geforderte Dichtigkeit erreicht ist oder ob es Fehlstellen gibt, die eine Reparatur oder Nachbesserung nötig machen.


Brauchwasserwärmepumpe

Bei der Brauchwasserwärmepumpe handelt es sich um eine Wärmepumpe, die in erster Linie der Bereitstellung von Warmwasser dient. Als Wärmequellen kommen in der Regel Raumluft, Außenluft oder die Abwärme von Lüftungsanlagen in Betracht. Die Brauchwasserwärmepumpe speist einen Warmwasserspeicher und ist in vielen Fällen bereits an diesem montiert.


Brenner

Der Brenner ist ein wesentlicher Bestandteil von Heizungsanlagen und wird für die Verbrennung des ihm zugeführten Brennstoffes eingesetzt. Die Art des Brenners richtet sich nach dem verwendeten Brennstoff. So kommt in einer zentralen Ölheizung ein Ölbrenner zum Einsatz, der eine Flamme erzeugt, indem er das Heizöl durch eine feine Düse drückt und über ein Gebläse Verbrennungsluft zuführt. Entzündet wird der Brenner über einen elektrischen Lichtbogen. Anschließend werden die heißen Verbrennungsgase in den Heizkessel weitergeleitet, in dem die Wärme auf das Kesselwasser übertragen wird. Das Wasser wiederum wird im Rohrnetz der Zentralheizung ständig umgepumpt, um die Wärme gleichmäßig zu verteilen.


Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle stellt eine elektrochemische Art der Stromerzeugung dar. Sie wandelt also auf direktem Wege chemische Energie in elektrische Energie um. Der chemische Energieträger wird bei diesem Vorgang kontinuierlich von außen der Anode zugeführt, also einer der beiden Elektroden. Gleichzeitig wird der anderen Elektrode, der Kathode, ein Oxidationsmittel wie Sauerstoff oder Luft zugeführt und das dabei entstehende Produkt abgeführt. Entgegen der Bezeichnung findet in der Brennstoffzelle keine Verbrennung statt, sondern eine elektrochemische Oxidation. Das hat den Vorteil, dass keine unerwünschten Verbrennungsprodukte wie beispielsweise Stickoxide entstehen können.


Brennwert

Der Brennwert wird auch als oberer Heizwert eines Brennstoffs, Kraftstoffs oder Treibstoffs bezeichnet. Er gibt an, wieviel Wärmeenergie pro Kilogramm aus dem Brennstoff gewonnen werden kann. Im Gegensatz zum Heizwert wird beim Brennwert davon ausgegangen, dass die Verbrennungsgase auf 25 °C abgekühlt werden und der darin enthaltene Wasserdampf vollständig kondensiert wird. Durch diese Kondensation wird zusätzliche Wärme frei, die sogenannte Kondensationswärme, weswegen der Brennwert eines Brennstoffs regelmäßig über dessen Heizwert liegt. Bei Erdgas beträgt diese Differenz beispielsweise 10 Prozent. Der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert wird umso größer, je mehr Wasserstoff in den Brennstoffen enthalten ist.


Brennwertkessel

Als Brennwertkessel werden Heizkessel mit einem besonders hohen Wirkungsgrad bezeichnet, der durch die Kondensation des Wasserdampfs im Abgas erzielt wird. Die Abgastemperatur wird stark abgesenkt, was eine Kondensation des Wasserdampfs im Kessel bewirkt. Bei diesem Vorgang entsteht zusätzlich zum Heizwert noch die Kondensationswärme, die sich nun ebenfalls nutzen lässt. Zusammen ergibt sich daraus der obere Heizwert eines Brennstoffes, der meist als Brennwert bezeichnet wird. Brennwertkessel sind also dazu in der Lage, die im Brennstoff gespeicherte Energie besser auszunutzen und dadurch einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen. Dieser kann, bezogen auf den Heizwert, die 100 Prozent sowohl im Voll- als auch Teillastbetrieb deutlich überschreiten. Das Kondenswasser selbst wird im Anschluss an diesen Vorgang abgeführt. Da dieses Wasser jedoch häufig sauer und vergleichsweise korrosiv ist, bedarf es entsprechend korrosionsbeständiger Materialien wie Edelstahl oder Keramik, damit der Kessel dadurch auf Dauer keinen Schaden nimmt. Darüber hinaus muss auch das komplette Abgassystem feuchtigkeitsunempfindlich und korrosionsbeständig sein.


C

CO (Kohlenstoffmonoxid)

Kohlenstoffmonoxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Es handelt sich dabei um ein farb- und geruchloses Gas, das brennbar und zudem giftig ist. CO entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, wie das beispielsweise bei Sauerstoffmangel oder in Zweitaktmotoren häufig der Fall ist. Wird es vom Menschen eingeatmet, vermindert sich die Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit des Blutes.


CO2-Gehalt

Der im Abgas von Heizanlagen vorhandene CO2-Gehalt wird im Zuge einer Abgasuntersuchung gemessen. Neben dem Kohlenstoffdioxid werden auf diesem Wege auch noch die Anteile von Kohlenstoffmonoxid und Sauerstoff gemessen. Bei Messungen an einer Ölheizung kommen noch Ölderivate und Rußzahl hinzu. Darüber hinaus wird bei diesem Verfahren auch der Abgasverlust (qA) ermittelt, also jener Teil der Nennwärmeleistung, der über die ausgestoßenen Abgase verloren geht. Die Siegertsche Formel besagt, dass der CO2-Gehalt im Abgas möglichst hoch sein muss, um den Abgasverlust möglichst gering zu halten. Je niedriger die Temperatur und je höher der CO2-Gehalt im Abgas, desto geringer fällt der Abgasverlust aus. Bei einem zu hohen Verlust ist eine Reinigung des Heizkessels nötig. Gegebenenfalls muss dieser neu eingestellt oder auch komplett ausgetauscht werden.


COP

Der COP-Wert dient als Vergleichskriterium für Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen. Die Abkürzung COP steht für den englischen Begriff "Coefficient Of Performance". Im Deutschen wird der COP-Wert auch als Leistungszahl bezeichnet. Er gibt das Verhältnis zwischen Wärmeleistung und Stromverbrauch des Aggregats unter realen Bedingungen an. Für eine erfolgreiche Messung müssen konstante Betriebsbedingungen vorliegen (Beharrungszustand). Gute COP-Werte liegen zwischen 3 und 5. Sinkt der Wert unter 2, arbeitet die Wärmepumpe unwirtschaftlich. Ein COP-Wert von 3 sagt aus, dass 3 kWh Nutzwärme aus 1 kWh eingesetzter elektrischer Energie gewonnen werden.


D

Dachhheizzentrale

Werden Heizkessel und Zubehör im Dachgeschoss statt in einem Heizungskeller aufgestellt, spricht man von einer Dachheizzentrale. Auf diese Variante wird meist nur dann ausgewichen, wenn im Kellergeschoss keine geeignete Fläche vorhanden ist. Die Dachhheizzentrale kann jedoch mit einigen Vorteilen aufwarten, was sowohl für Neu- als auch Bestandsbauten gilt. So wird bei der Installation im Dachgeschoss kein Kamin benötigt. Auch Solarthermieanlagen lassen sich einfacher mit dem Heizsystem verbinden. Befindet sich das Haus in einer Hochwasserregion, ist die Positionierung im Dachgeschoss schon nahezu geboten. Dachheizzentralen sollten jedoch nur in ausgebauten Dachgeschossen installiert werden, die ebenfalls beheizt werden.


Deckenheizung

Die Deckenheizung ist eine Flächenheizung, mit deren Hilfe die Zimmerdecke beheizt wird. Die Wärmeabgabe erfolgt dabei in erster Linie durch Wärmestrahlung, da eine Konvektion (Umwälzung) wegen der hohen Position kaum möglich ist und die Luft nicht weiter aufsteigen kann. Deckenheizungen sind meist Teil des Zentralheizungssystems und werden dementsprechend mit Warmwasser gespeist, welches durch ein Rohrschlangensystem geleitet wird.


Dreiwege-Ventil

Das Dreiwege-Ventil hat die Aufgabe, Wasser je nach Bedarf in das Heizsystem oder zum Wärmetauscher für den Trinkwasserspeicher zu leiten. In der Heiztechnik wird dieses Ventil auch als Vorrangumschaltventil oder Hydraulikschalter bezeichnet. Das Ventil ist in den hydraulischen Vorlauf der Heizung integriert. Die Umschaltung erfolgt durch einen Motor.


Dreizugkessel

Ein Dreizugkessel ist ein Heizkessel, dessen Aufgabe in der Reduzierung des Schadstoffausstoßes liegt. Die hohe Effizienz ergibt sich aus dem Strom der Heizgase. Diese werden zuerst durch die Brennkammer, dann durch eine spezielle Rückströmzone wieder nach vorne und schließlich im dritten Zug aus dem Kessel geleitet. Die Verweilzeit der Verbrennungsgase in der heißesten Zone des Kessels reduziert sich dabei, was eine Reduzierung der Stickoxid-Bildung bewirkt.


Durchlauferhitzer

Beim Durchlauferhitzer handelt es sich um ein Gerät, das Wasser bei Bedarf auf die gewünschte Temperatur bringt, indem es durch einen Wärmetauscher geleitet und dann direkt zur Verbrauchsstelle weitergeleitet wird. Es wird also kein warmes Wasser dauerhaft gespeichert. Während des Betriebs ist eine vergleichsweise hohe Energiemenge erforderlich, um das Wasser au die gewünschte Temperatur zu bringen. Ein wesentlicher Vorteil des Durchlauferhitzers liegt darin, dass keine Bereitschaftsverluste entstehen, wenn er nicht benötigt wird. Durch eine dezentrale Anwendung lassen sich zudem Leitungsverluste vermeiden.


E

Energieeffizienzklassen

Die Einstufung in Energieeffizienzklassen dient dazu, die Handhabung der Einstufung der Energieeffizienz für Konsumenten leichter zu gestalten. Die einzelnen Effizienzklassen werden mit Großbuchstaben auf gut sichtbaren Energielabeln gekennzeichnet, welche üblicherweise von A bis G reichen, wobei A die beste und G die schlechteste Klasse darstellt. Hinzu kommen Verbesserungen, die beispielsweise mit A+ oder A++ gekennzeichnet werden und auf den Energielabels besonders effizienten Geräten zu finden sind. Gemäß gesetzlicher Bestimmungen kann es erforderlich sein, dass ein Gerät eine Mindesteffizienzklasse erreichen muss, um überhaupt in den Handel gelangen zu dürfen. Die Einstufung in die einzelnen Klassen erfolgt meist durch Messung des Energieverbrauchs und Vergleich mit einem fiktiven Referenzgerät.


Energieeinsparverordnung

Bei der Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, handelt es sich um eine Bundesrechtsverordnung, in der seit 2002 die Mindestanforderungen für Wärmeschutz und die Energieeffizienz der verwendeten Anlagentechnik von Wohn-, Büro- und bestimmten Betriebsgebäuden festgelegt wird. Im Hinblick auf die verwendete Technik bezieht sich die ENEV vor allem auf Heizungs- und Klimaanlagen. Mit der Fassung von 2007 kamen auch Anforderungen an den Wärmeschutz im Sommer, mit denen die Komfortverluste durch Überhitzung und den unnötigen Betrieb von Klimaanlagen verhindern sollen. Vorgänger der EnEV waren die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizanlagenverordnung (HeizAnlV). Thematisch eng verbunden ist die Energieeinsparverordnung mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG), deren Bestimmungen daher von gleicher Relevanz sind. Aus dem EEWärmeG geht beispielsweise hervor, dass ein bestimmter Teil des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen abgedeckt werden muss. Alle drei Regelwerke sollen künftig zu einem zusammengefasst werden.


Energiesteuer

Das Energiesteuergesetz hat im Jahr 2006 das Mineralölsteuergesetz abgelöst. Darin sind Steuern festgelegt, die auf fossile Energieträger erhoben werden. Die Ablösung des Mineralölsteuergesetzes geschah im Rahmen der Umsetzung der Energiesteuer-Richtlinie der Europäischen Union. Oftmals wird in diesem Zusammenhang auch von einer Ökosteuer gesprochen, da in der Erhöhung der Energiesteuer erste Schritte in Richtung einer ökologischen Steuerreform umgesetzt wurden. Die Ökosteuer ist bislang jedoch nur ein Bestandteil der Energiesteuer.


Energiewende

Die Energiewende wurde erstmals in einer Studie des Öko-Institutes im Jahr 1980 erwähnt. Das Ziel der Energiewende besteht darin, unser System der Energieversorgung und Energieverwendung nach Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit umzubauen. Darin enthalten ist auch eine Abkehr von fossilen Energieträgern, da diese zunehmend knapp werden und darüber hinaus bei ihrer Verbrennung klimaschädliche Emissionen verursachen. Gleiches gilt für die Atomenergie, da diese schwere Unfälle mit weitreichenden und lang anhaltenden Folgen verursachen und die Herstellung und Verbreitung von Atomwaffen begünstigen kann.


Erneuerbare Energie

Bei erneuerbarer Energie handelt es sich um Energie, die aus Quellen stammt, die durch ihre dauerhafte Nutzung nicht erschöpft werden. Erneuerbare Energien werden auch als alternative oder regenerative Energien bezeichnet. Ihr Vorteil liegt darin, dass durch ihre Nutzung keine wirtschaftliche Abhängigkeit von Rohstofflieferanten entsteht, wie das beispielsweise bei Öl und Gas der Fall sein kann. Zudem verbessert Ihre Nutzung die Klimabilanz und trägt so zum Umweltschutz bei. Gerade im Rahmen der anhaltenden Umwelt- und Klimadiskussionen wird es als Notwendigkeit gesehen, den wesentlichen Teil des weltweiten Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Diese Notwendigkeit leitet sich aus den Problemen ab, die bei der Nutzung nicht erneuerbarer Energiequellen entstehen. Damit sind in erster Linie starke Umweltbelastungen, die baldige Erschöpfung der Reserven und damit einhergehend enorme Preissteigerungen und politische Spannungen gemeint.


F

Fassadendämmung

Unter einer Fassadendämmung wird die Wärmeisolierung von Außenwänden zum Zwecke der Energieeinsparung verstanden. Die Fassaden werden meist durch Abdeckplatten gedämmt, deren Materialien nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzen. Andere Bezeichnungen hierfür sind Wärmedämmverbundsystem und Vollwärmeschutz. Häufig handelt es sich bei diesen Materialien um mineralische Fasern, also z.B. Stein- oder Glaswolle. Aber auch organische Materialien wie Holzfasern, Holzwolle, Hanf oder Zellstoff finden Verwendung. Als dritte Alternative stehen auf Erdöl basierende Schäume zur Verfügung, wozu Polyethylen, Polyurethan und Polystyrol zählen. Für eine Fassadendämmung mittels Wärmedämmverbundsystem kommen im Rahmen einer energetischen Sanierung sowohl Alt- als auch Neubauten in Betracht. Besteht die Außenwand aus einem Zweischalenmauerwerk, kann der darin befindliche Zwischenraum ebenfalls zur Dämmung verwendet werden, indem er mit Schaum oder losem Dämmmaterial befüllt wird. Diese Vorgehensweise wird als Kerndämmung bezeichnet und unterbindet die Luftkonvektion. Je dünner der Hohlraum jedoch ist, desto geringer fällt die Dämmwirkung aus. Handelt es sich bei dem Gebäude um einen Neubau, kann allein durch das Mauerwerk und ohne zusätzliche Dämmplatten eine gute Isolation erreicht werden. Ein Beispiel liefern hochporöse Ziegel mit einer Dicke zwischen 40 und 60 Zentimetern. Hier ist jedoch verstärkt auf die Vermeidung bzw. Minimierung von Wärmebrücken zu achten, wie sie beispielsweise an Geschossdecken entstehen können. Eine weitere Alternative liegt in der Verwendung von Wärmedämmputz. Dieser wird auf die Fassade aufgetragen und erzielt bei einer vergleichsweise geringen Schichtdicke noch erhebliche Verbesserungen gegenüber ungedämmten Fassaden. An die Isolation dicker Dämmplatten reicht der Putz jedoch nicht heran. Dafür lässt sich diese Methode anwenden, wenn die Montage von Wärmedämmverbundsystemen nicht möglich ist. Hinzu kommen dann noch spezielle "Energiesparfarben", mit deren Hilfe sich der Emissionsgrad einer Oberfläche im mittleren bis fernen Infrarotbereich reduzieren lässt. Allerdings kann auch dieser keine vollwertige Wärmedämmung ersetzen.


Fensterlüftung

Bei der Fensterlüftung wird durch das Öffnen eines oder mehrerer Fenster ein Luftaustausch in Gang gesetzt. In vielen Wohnungen und Gebäuden stellt die Fensterlüftung die einzige Möglichkeit dar, Frischluft zuzuführen. Die wärmere Luft aus dem Innenraum wird dabei nach außen abgelassen, was ein erneutes Heizen notwendig macht. Gerade bei längerem Lüften, wie es beispielsweise bei gekippten Fenstern oft der Fall ist, kann durch diesen Vorgang die Wohnung, also in erster Linie Wände, Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände, stark heruntergekühlt werden. Entsprechend höher ist dann auch der Bedarf an Energie, um die Wohnung wieder auf das gewünschte Temperaturniveau zu bringen. Es empfiehlt sich daher, gerade in kälteren Jahreszeiten die Stoßlüftung anzuwenden. Dabei werden möglichst viele Fenster für einen kurzen Zeitraum komplett geöffnet, um so einen schnelleren Luftaustausch zu bewirken. Die in der Wohnung gespeicherte Wärme geht dabei nicht verloren, was merklich zur Stabilität des Temperaturniveaus beiträgt.


Fernwärme

Fernwärme ist eine Art der Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser. Die Wärme wird an einer zentralen Stelle (z.B. Heizkraftwerk) erzeugt und dann mithilfe eines wärmegedämmten und meist unterirdisch verlaufenden Rohrsystems zu den Abnehmern geleitet. Als Transportmedium wird Wasser mit einer Vorlauftemperatur zwischen 80 °C und 130 °C genutzt.


Festbrennstoff

Brennstoffe, die in fester Form vorliegen, werden als Festbrennstoffe bezeichnet. Bekannte Beispiele hierfür sind Kohle, Brennholz, Holzpellets und Holzkohle. Bei Festbrennstoffen ist eine saubere Verbrennung vergleichsweise schwer zu erreichen, was technisch aufwendigere Anlagen und einen größeren Luftüberschuss erforderlich macht. Das größere Verbrennungsluftverhältnis senkt wiederum den Wirkungsgrad einer Anlage. Darüber hinaus ist der Wartungsaufwand meist deutlich höher, was in erster Linie auf Verbrennungsrückstände wie Asche und/oder Ruß zurückzuführen ist. Im Gegensatz zu anderen Brennstoffen ist auch die Energiedichte geringer, was insgesamt größere Feuerungsanlagen notwendig macht.


Flachkollektor

Der Flachkollektor ist eine besonders häufig verwendete Bauform von Solarthermieanlagen und dient der Gewinnung von Wärme aus Sonnenstrahlung. Er besteht aus einem schwarzen Absorber, der die Strahlen absorbiert und in Wärme umwandelt. Diese Wärme wird dann auf eine Wärmeträgerflüssigkeit auf der Rückseite übertragen. Diese befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf, über den die Wärme zum Solarspeicher transportiert wird. Flachkollektoren lassen sich zur solaren Warmwasserbereitung und zur solaren Heizungsunterstützung einsetzen. Größer dimensionierte Anlagen können auch industrielle Prozesswärme liefern.


Flüssiggas

Gas, welches durch Kompression und gegebenenfalls Kühlung in einen flüssigen Zustand versetzt wurde. Im Gegensatz zu Gas in Normalzustand lässt sich Flüssiggas wesentlich leichter transportieren und in Druckflaschen speichern. Aufgrund der Speichermöglichkeiten sind auch Bezeichnungen wie Tankgas oder Flaschengas geläufig. Zur Gewinnung von Flüssiggas werden meist Butan und Propan verwendet, die beide bei Normaldruck und Zimmertemperatur gasförmig sind. Soll eine Heizung auf Flüssiggas als Brennstoff basieren, sollte bei der Planung ein entsprechend großer Tank berücksichtigt werden, von dem aus das Gas zur Heizanlage geleitet wird. Wichtige Fragen rund um den Tank betreffen dessen Dimensionierung und Positionierung.


G

Gas- Wärmepumpe

Wärmepumpe, die direkt mit aus dem Gas gewonnener Wärme betrieben wird, statt mit mechanischer Energie. Dazu gehören Absorptions- und Adsorptionswärmepumpen. Diese Geräte sind im Vergleich zu Gasmotor-Wärmepumpen jedoch weniger energieeffizient und kommen deshalb meist nur für kleinere Anlagen infrage. In Einfamilienhäusern können sie sich im Vergleich mit regulären Heizkesseln dennoch als die effizientere Heizmethode herausstellen.


Gas-Wärmepumpen

Gas-Wärmepumpen erzeugen Niedertemperatur-Wärme und werden durch ein brennbares Gas wie beispielsweise Erdgas oder Biogas angetrieben. Dabei können, je nach Bauart, unterschiedliche Funktionsprinzipien zur Anwendung kommen.


Gasdruck

Gasdruck ist die Kraft, mit der ein Gas im Innern einer Leitung oder eines Behälters gegen die Wand drückt. Ein möglichst hoher Gasdruck wird beispielsweise dann benötigt, wenn Gas über ein längeres Leitungsnetz vom Erzeuger zum Verbraucher transportiert werden soll. Je größer die Distanz zwischen beiden, desto höher muss der Gasdruck für eine erfolgreiche Durchleitung sein. Welcher Druck genau benötigt wird, hängt von verschiedenen Parametern ab. So spielen beispielsweise Höhenverlauf und die Qualität der Rohrleitungen eine wichtige Rolle. Erdgas kann auf etwa 100 bar verdichtet werden, was auch den Transport über weite Distanzen wirtschaftlich macht. Der Druck lässt sich dann über eine Druckregelanlage auf dem Weg zum Kunden wieder auf einige Millibar reduzieren.


Gasdüse

Gasdüsen sind wichtige Bestandteile von Heizungen, deren Aufgabe darin besteht, Gas in den Brenner zu führen. Dort angekommen, wird das Gas zusammen mit Luft verbrannt und auf diesem Wege das Heizmedium, i. d. R. also das Heizwasser, erwärmt. Die Gasdüse sollte im Rahmen jeder Wartung überprüft werden, denn gerade bei Gasheizungen ist es für einen sicheren und effizienten Betrieb sehr wichtig, dass alle Bauteile ohne Probleme funktionieren.


Gasgebläsebrenner

Bei Gasgebläsebrennern wird Verbrennungsluft über ein Gebläse zugeführt, was die Abhängigkeit vom Schornsteineinzug reduziert. Mittels Gasgebläsebrenner lässt sich die Luftzufuhr bzw. die Luftmenge im Luft-Gas-Gemisch genau dosieren, was einen Betrieb mit geringen Luftüberschusszahlen ermöglicht. Auf diese Weise lässt sich ein besserer feuerungstechnischer Wirkungsgrad erzielen. Von der Bauart her gleichen Gasgebläsebrenner den Öldruckzerstäubungsbrennern. Ihr Aufbau ist in der DIN EN 676-prA1 festgelegt.


Gasmotor-Wärmepumpe

Der Gasmotor treibt hier eine Kompressionswärmepumpe an. Als Wärmequellen stehen sowohl die Wärmepumpe selbst als auch die Abwärme des Gasmotors zur Verfügung. Letztere wird über einen Wärmetauscher aus Abgasen und Kühlwasser gewonnen. Gasmotor-Wärmepumpen können Wärme auch auf einem höheren, für Wärmepumpen normalerweise jedoch ungünstigen Niveau gewonnen werden.


Gebäudeenergieausweis

Der Gebäudeenergieausweis ist ein Dokument, in dem der energetische Zustand eines Gebäudes beschrieben wird. Es wurde nach gesetzlichen Methoden entwickelt und bewertet Immobilien hinsichtlich ihres Wärmeenergieverbrauchs, wie er durch die Nutzung von Heizung und Warmwasser entsteht. Details zum Energieausweis für Gebäude sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) geregelt. Der Energieausweis kann auf zwei Grundlagen basieren: Energiebedarf und Energieverbrauch.


Gebäudenutzfläche (Energiebezugsfläche)

Die Gebäudenutzfläche ist eine Energiebezugsflächengröße für Wohngebäude. Die Größe des Gebäudes spielt eine wesentliche Rolle bei der Bewertung des Heizenergiebedarfs. Als Vergleichswert dient der Energiebedarf pro Quadratmeter Nutzfläche. Um diesen zu erhalten, wird der jährliche Heizenergiebedarf durch die Gebäudenutzfläche dividiert. Zur objektiven Bestimmung der Gebäudenutzfläche wurden in Deutschland genaue Regeln definiert. Dies geschieht im Zusammenhang mit der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Gebäudenutzfläche AN wird berechnet, indem das geheizte Gebäudevolumen (Ve) mit 0,32/m multipliziert wird. Für Gebäude, die ungewöhnlich hohe oder niedrige Geschossdecken aufweisen, gelten entsprechend modifizierte Berechnungsmethoden. Als beheiztes Volumen gilt das Volumen, welches von der Umfassungsfläche umschlossen wird. Diese ist nach EnEV 2009, Nr. 1.3.1 definiert. Es sollte berücksichtigt werden, dass die Gebäudenutzfläche nicht geometrisch ermittelt wird und meist von der Wohnfläche abweicht. Oftmals ist sie größer, da beispielsweise auch Treppenhäuser mit eingerechnet werden.


Geothermie

Geothermie bezeichnet die Energiegewinnung aus dem Erdreich durch die direkte oder indirekte Nutzung von Erdwärme. Sie lässt sich in oberflächennahe Geothermie und Tiefengeothermie unterteilen. Direkt unter der Erdoberfläche beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 10 °C. Zum Erdinneren hin nimmt sie dann noch mal um ca. 3 °C je 100 Meter Tiefe zu. Bei der Erdwärme handelt es sich jedoch streng genommen nicht um eine regenerative Energieform, da sie sich nicht erneuert. Dafür ist ihr Potenzial jedoch groß genug, um noch über Millionen von Jahren nutzbar zu sein, was sie nach menschlichen Maßstäben wiederum als regenerative Energiequelle erscheinen lässt. Geothermie ist ständig verfügbar und daher gegenüber anderen erneuerbaren Energien grundlastfähig. Die Systeme, die im Rahmen der Geothermie zum Einsatz kommen, lassen sich wie folgt unterteilen: 

  • Tiefengeothermie
  • Flächenkollektor
  • Erdwärmesonden
  • Aqua-Wärmetauscher
  • Abluftkollektor
  • Förderbrunnen
  • Schluckbrunnen

Oberflächennahe Systeme nutzen Erdwärme in bis zu 5 Metern Tiefe. Hierzu zählen auch erdberührende Betonbauteile, die Teil eines Gebäudes sind und dem Erdreich auf horizontalem oder vertikalem Wege Wärme entnehmen. Dabei ist es auch möglich, Sonnenkollektoren zur Regeneration des Erdspeichers einzusetzen. Die Sondenkreise von Erdwärmekollektoren weisen meist eine Rohrlänge zwischen 100 und 150 Metern auf. Gewonnen wird die Wärme stets unterhalb der Frostgrenze ab etwa einem Meter unterhalb der Geländeoberkante. Die oberflächennahen Systeme können im Rahmen des normalen Wohnungsbaus sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen benutzt werden. Die Tiefengeothermie beginnt etwa ab einer Tiefe von 400 Metern und macht sich sog. Abteufungen und Hohlräume in bis zu 5 Kilometern Tiefe zunutze. Die hier gewonnene Energie kann direkt für Heizzwecke oder zur Stromerzeugung genutzt werden. Ein Beispiel liefern HFR-Anlagen (Hot Fractured Rock), bei dem die Wärme aus heißem, trockenen Gestein gewonnen wird.


Gradtagszahl

Maßeinheit für den Wärmeverbrauch innerhalb einer Heizperiode. Sie wird gemäß VDI aus der Anzahl der Heiztage und der Differenz der mittleren Raumtemperatur zur mittleren Außentemperatur berechnet.


Grenzwertgeber

Grenzwertgeber schalten die Pumpe am Ölwagen ab, sobald der maximal zulässige Füllstand erreicht ist. Er ist bei der Heizöllagerung gesetzlich vorgegeben. Bei unterirdischen Öllagerbehältern liegt der Grenzwert bei 97 Prozent, bei oberirdischen Tanks bei 95 Prozent. Grenzwertgeber müssen einer jährlichen Kontrolle unterzogen werden. Im Innern des Grenzwertgebers befindet sich ein Kaltleiter, also ein temperaturabhängiger Widerstand. Während der Befüllung fließt ein geringer Strom durch den Grenzwertgeber, mit dem der Widerstand erwärmt wird. Sobald das Öl den Widerstand berührt, kühlt dieser schlagartig ab, was mithilfe eines Signalverstärkers zur sofortigen Schließung des Magnetventils am Tankwagenfahrzeug führt.


H

Härtegrad

Der Härtegrad von Wasser ergibt sich aus dem darin enthaltenen Anteil an Mineralien, wobei es sich in erster Linie um Kalcium- und Magnesiumkarbonat handelt. Je höher dieser Anteil ausfällt, desto größer auch der Härtegrad des Wassers. In der Praxis wird zur Angabe des Härtegrads die Einheit "°dH" (deutscher Härtegrad) verwendet. Sobald 14°dH überschritten sind, gilt das Wasser als hart. Bei Werten zwischen 8,4 und 14°dH gilt es als mittelhart und unterhalb von 8,4°dH als weich. Verdunstet Wasser, entsteht unlösliches Kalciumkarbonat, besser bekannt unter der Bezeichnung Kalk. Dieser kann sich als Kesselstein ablagern, wodurch die Funktionsfähigkeit von beweglichen Teilen in der Heizanlage eingeschränkt wird. Kalkablagerungen machen sich vor allem dann bemerkbar, wenn sie sich an der Oberfläche des Wärmetauschers absetzen. Aber auch in den Heizungsrohren können solche Ablagerungen den Querschnitt verringern und damit den Durchfluss behindern. Infolgedessen nimmt wie Wärmeleistung der Heizung ab. In Gegenden mit hartem Wasser empfiehlt es sich daher, eine Wasserenthärtungsanlage einzusetzen oder eine regelmäßige Entkalkung des Heizwassers vorzunehmen.


Heizarbeit

Die Heizarbeit repräsentiert den Brennstoffverbrauch einer Heizanlage. Es handelt sich dabei um einen statistischen Begriff, der angibt, welche Heizleistung in Abhängigkeit bestimmter Außentemperaturen nötig ist. Normalerweise ist die Heizleistung im Temperaturbereich zwischen -10 und 10 °C am größten, denn hier müssen Heizungen in der Regel dauerhaft die größte Leistung erbringen. Mithilfe der Heizarbeit lässt sich die Menge des benötigten Brennstoffs berechnen, die für den Betrieb in einem bestimmten Temperaturbereich benötigt wird. Die daraus gewonnenen Kenntnisse fließen dann in die Optimierung der Einstellungen mit ein, wobei sowohl der wirtschaftliche als auch der ökologische Aspekt Berücksichtigung findet.


Heizkurve

Die Heizkurve beschreibt die Vorlauftemperatur einer Heizanlage und deren Abhängigkeit von der Außentemperatur. Eine Zentralheizung ist gewöhnlich dazu in der Lage, die Vorlauftemperatur automatisch an die aktuelle Außentemperatur anzupassen. Die Heizkurve ist nun die grafische Darstellung der Abhängigkeit von Vorlauf- und Außentemperatur. Ziel ist eine optimale Anpassung der Vorlauftemperatur, um stets die gewünschte Raumtemperatur erreichen zu können. Dabei sollen Energieverluste, die durch eine zu hohe Vorlauftemperatur entstehen können, möglichst vermieden werden. Um eine Feinregelung der Raumtemperatur zu ermöglichen, ist der Einsatz von Raumthermostaten nötig, da sich der Wärmebedarf in einzelnen Räumen sonst nicht über die gemeinsame Vorlauftemperatur decken lässt. Eine Ausnahme bilden Fußbodenheizungen, deren Wärmeabgabe bei zunehmender Raumtemperatur abnimmt. Die Heizkurve ist nicht statisch, sondern kann dem individuellen Bedarf angepasst werden. Über ein Bedienungs-Menü oder ein Stellrad kann die Heizkurve beispielsweise in ihrer Steigung verändert oder insgesamt nach oben oder unten verschoben werden. Je nach Anlage lassen sich auch Grenzwerte wie z. B. die maximale Vorlauftemperatur festlegen. Ist ein Haus mit einer vergleichsweise guten Wärmedämmung versehen, kann die Vorlauftemperatur entsprechend niedriger gewählt werden. Das gilt auch für Heizsysteme, die ausschließlich oder überwiegend mittels Flächenheizung (wie z. B. die bereits erwähnte Fußbodenheizung) funktionieren.


Heizungsunterstützende Solarthermie

Diese Art der Solarthermie übernimmt einen Teil der Wärmeerzeugung durch die Speicherung gewonnener Sonnenenergie, die in Wärme umgewandelt wird. Es ist also noch mindestens eine weitere Wärmequelle wie z. B. eine Brennwertheizung nötig, um den Heizbedarf des Gebäudes über das ganze Jahr hinweg zu decken. Darüber hinaus ist ein spezieller Kombi- oder Pufferspeicher erforderlich sowie eine ausreichend hohe Zahl an Kollektoren. Dabei handelt es sich in der Regel um Flach- oder Röhrenkollektoren.


Heizwärmebedarf

Der Heizwärmebedarf ist die Menge an Heizwärme, die für ein Gebäude innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (i. d. R. ein Jahr) benötigt wird. Vor allem an Tagen mit niedriger Außentemperatur muss Gebäuden Heizwärme zugeführt werden, damit sie das gewünschte Temperaturniveau im Innern erreichen. Hinzu kommt, dass durch Lüftungsverluste und Wärmeleitung ständig Wärmeverluste entstehen, die eines entsprechenden Ausgleichs bedürfen. Durch eine Verbesserung der Wärmedämmung und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung lassen sich die Wärmeverluste jedoch minimieren. Hinzu kommen Wärmegewinne, die durch direkte Sonneneinstrahlung entstehen und sich beispielsweise durch große Fensterfronten ausnutzen lassen. Üblicherweise wird der Heizwärmebedarf über den Zeitraum von einem Jahr bzw. eine Heizperiode ermittelt. Das geschieht entweder rechnerisch auf Basis von Daten über die Wärmedämmung und unter Einbeziehung der lokalen Klimaverhältnisse oder über den gemessenen Energieverbrauch der Heizanlage. Bei letzterer Methode muss jedoch beachtet werden, dass der Energieverbrauch der Anlage höher ist als der Heizwärmebedarf. Der Grund dafür liegt in den Energieverlusten, die bei der Heizungsanlage mit einkalkuliert werden müssen. Hinzu kommt noch ein Betriebsenergieaufwand, der sog. Heizenergietechnikaufwand, welcher beispielsweise für den Betrieb des Brenners, der Umwälzpumpe und den Verbrauch bei der Warmwasserbereitung eingerechnet werden muss.


Heizwertgerät

Ein Heizwertgerät ist ein Heizkessel, der Heizwasser allein durch die Verbrennung von zugeführten Brennstoffen wie z. B. Heizöl erwärmt. Die im Dampf enthaltene Wärme kann bei solchen Geräten nicht zum Heizen genutzt werden. Im Gegensatz dazu wird der Wasserdampf bei Brennwertgeräten kondensiert, wodurch er die Wärme abgibt und so einen zusätzlichen Beitrag zur Heizwärme leistet. Der Unterschied wird vor allem beim Nutzungsgrad ersichtlich. Ein Heizwertgerät, das auf Niedertemperaturtechnik basiert, erreicht Nutzungsgrade von bis zu 87 Prozent. Ein Brennwertgerät kommt hingegen auf bis zu 98 Prozent Normnutzung. Brennwertgeräte gelten daher heute als technischer Standard. Moderne Heizwerttechnik kann jedoch eine Alternative darstellen, wenn sich durch die örtlichen Gegebenheiten kein spezielles Abgassystem installieren lässt, welches für Brennwerttechnik nötig ist. In dem Fall kommen heute nur noch Niedertemperaturkessel zum Einsatz. Konstanttemperaturkessel gelten mittlerweile als völlig veraltet.


I

Immissionen

Bei Immissionen handelt es sich um Umwelteinwirkungen, die als Störfaktoren auf Mensch und Umwelt einwirken können. Laut Bundesimmissionsschutzgesetz bezieht sich diese Einwirkung auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Güter und die Atmosphäre. Die Immissionen selbst können Luftverunreinigungen wie z. B. Abgase, Geräusche (Lärm), Erschütterungen, Wärme, Licht, Strahlen und Ähnliches sein. Klar abzugrenzen ist der Begriff von den Emissionen, da hiermit nicht die Einwirkungen, sondern der Ausstoß bezeichnet wird. Immissionen sind also immer auch auf Emissionen zurückzuführen, die von einem Emittenten verursacht wurden. Beispiel: Die Abgase (Emission) eines Kohlekraftwerkes (Emittent) wirken sich negativ auf die Qualität der Atemluft in einer naheliegenden Siedlung (Immission) aus.


Infrarotheizung

Die Infrarotheizung gehört zu den Strahlungsheizungen. Durch sie werden über spezielle Reflektoren Flächen aufgeheizt, die daraufhin Wärme produzieren. Durch die unsichtbare Infrarotstrahlung erwärmt sich folglich nicht die Luft, wie das bei einer herkömmlichen Heizung per Umwälzung der Fall ist. Vielmehr werden die im Raum befindlichen festen Gegenstände durch die elektromagnetischen Wellen aufgeheizt. Auf diese Weise lässt sich ein kontinuierlicher Luftzug vermeiden, der von einigen Menschen möglicherweise als unangenehm empfunden oder sich negativ auf sensible Lebewesen (z. B. Pflanzen) auswirken kann. Allergikern bietet sich der Vorteil, dass auf diese Weise kein Staub aufgewirbelt wird.


J

Jahres-Nutzungsgrad

Der Jahres-Nutzungsgrad (JNG) bezeichnet das Verhältnis zwischen zugeführter Feuerungswärme und genutzter Heizwärme über den Zeitraum von einem Jahr. Gemäß VDI 2067 und 3808 sind im JNG auch Stillstands- und Bereitschaftsverluste enthalten. Die Norm gilt jedoch nur für Konstanttemperaturkessel. In den JNG fließen Zeit und statistische Nutzungsdaten mit ein. Üblich sind Werte, die zwischen 50 % und 70 % liegen. Verfügt die Anlage über einen Wärmemengenzähler, ist ein Messung vergleichsweise einfach. Ist eine Anlage oftmals nur gering ausgelastet, nehmen die Bereitschaftsverluste in überproportionalem Maße zu.


Jahres-Primärenergiebedarf

Der Jahres-Primärenergiebedarf (abgekürzt Qp) wird im Rahmen der Energiebedarfsrechnung von Gebäuden ermittelt, um daraus eine Bewertung des Heizenergiebedarfs ableiten zu können. Der Primärenergiebedarf stellt den eigentlichen Bedarf an einem Energieträger dar, wenn auch vorgelagerte Prozessketten mit einkalkuliert werden, zu denen beispielsweise Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers gehören. In der Energieeinsparverordnung sind für den Jahres-Primärenergiebedarf Obergrenzen festgelegt, die bereits beim Bau von Gebäuden berücksichtigt werden müssen. Im Zuge der Berechnung werden Energien, die nicht erneuerbar sind, Primärenergiefaktoren zugewiesen, die sich in hohem Maße auf den Jahres-Primärenergiebedarf auswirken können.


K

Kältemittel

Beim Kältemittel handelt es sich um ein zunächst flüssiges Medium, mit dessen Hilfe in Kältemaschinen oder Wärmepumpen Wärme entzogen wird. Zu Beginn wird das Kältemittel in einen Verdampfer geleitet, wo es bei niedrigem Druck verdampft und so die latente Wärme aufnimmt. Dieser Verdampfer ist zugleich Wärmetauscher, mit dessen Hilfe die Wärme aus der Umgebung, also beispielsweise der Umgebungsluft oder einer Flüssigkeit, entzogen wird. Im Anschluss folgt eine Komprimierung des gasförmigen Kältemittels, wodurch es wieder in einen flüssigen Zustand versetzt wird und Kälte abgeben kann. Damit das Prinzip funktionieren kann, muss das Kältemittel bestimmte physikalische Eigenschaften aufweisen. Diese betreffen beispielsweise Siedetemperatur, Dichte und kritischen Druck.


Kappenventil

Ein Ventil, das über eine Sicherung (Kappe) gegen unbeabsichtigtes Schließen gesichert ist. Die Kappe selbst wird oftmals noch durch eine zusätzliche Plombe abgesichert. Gemäß DIN EN 12828 wird das Kappenventil in Heizungsanlagen vor dem Membrandruckausdehnungsgefäß installiert. Darüber hinaus findet es auch in Solar- und Kühlsystemen Anwendung. Es ist für einen Nenndruck von PN10 und eine maximale Betriebstemperatur von 120 °C ausgelegt. Mithilfe des Kappenventils lässt sich das Membrandruckausdehnungsgefäß im Rahmen vorgeschriebener Prüfungen vom Heizsystem oder der Solaranlage trennen, entleeren und im Anschluss neu befüllen. Zudem schützt das Ventil die Membrane vor einem zu hohen Prüfdruck, wie er bei Dichtigkeitsprüfungen auftreten kann.


Kondensathebeanlage

Auffangbehälter, die über eine integrierte Pumpe verfügen und Kondensat aus Brennwertkesseln befördern. Der aktuelle Füllstand wird mithilfe eines Schwimmerschalters oder eines Staudruckrohres erkannt, sodass sich die Pumpe selbstständig ein- und ausschalten kann. Kondensathebeanlagen sind immer dann nötig, wenn sich in der direkten Umgebung des Heizkessels kein Abfluss befindet, der unterhalb des Kondensatanschlusses der Heizanlage liegt.


Konstanttemperaturkessel

Heizkessel, der mit einer konstant hohen Temperatur heizt. Die Heizleistung wird bei solchen Geräten nicht an den Bedarf und die Außentemperatur angepasst, weswegen sie im Vergleich mit moderneren Nachfolgern wie Niedertemperatur- und vor allem Brennwertkesseln einen deutlich höheren Brennstoffverbrauch aufweisen. Konstanttemperaturkessel wurden vor allem zu Beginn der 80er Jahre sehr häufig installiert. Im Hinblick auf den Brennwert erzielen sie Wirkungsgrade von nur ca. 70 Prozent. Die hohe Temperatur in Konstanttemperaturkesseln ist nötig, um eine Kondensation von Abgasen zu vermeiden. Wird deren Taupunkt unterschritten, kondensiert das Wasser und die in den Brennstoffen enthaltenen Säuren. Dabei entsteht ein sehr aggressives Kondensat, das den Kessel zerstören kann. Die Abgase von Erdgas weisen beispielsweise einen Taupunkt von 56 °C auf, bei Erdöl sind es 47 °C. Um deren Kondensation zu vermeiden, wird das Kesselwasser konstant auf einer Temperatur zwischen 70 und 90 °C gehalten. Aus den dauerhaft hohen Temperaturen ergibt sich ein vergleichsweise hoher Brennstoffverbrauch. Hinzu kommen Wärmeverluste, die wegen einer vergleichsweise schlechten Isolierung durch Abstrahlung des Kessels entstehen. Die Wärme wird dabei einfach ungenutzt an den Heizungsraum abgegeben. Um der Wärmenachfrage innerhalb des Gebäudes entsprechen zu könne, werden Wasserströme unterschiedlicher Temperatur miteinander vermischt. So lässt sich zwar die erforderliche Heiztemperatur erreichen. Jedoch ist dieser Vorgang erneut mit Wärmeverlusten verbunden.


L

Lagerraum (Heizöl)

Heizöl darf bis zu einer Menge von 5.000 Litern im Heizraum bzw. im Raum mit Feuerstätte gelagert werden. Sofern die Anlage im nichtgewerblichen Bereich eingesetzt wird, sind bis zu einer Heizleistung von 50 kW keine besonderen Voraussetzungen bezüglich des Brandschutzes zu erfüllen. Bei Kapazitäten von mehr als 5.000 Litern müssen Tanks in speziellen Brennstofflagerräumen aufgestellt werden, die über feuerbeständige Decken (F90) und feuerhemmende und selbstschließende Türen verfügen. Bei einem Einsatz im gewerblichen oder öffentlichen Bereich gelten neben der jeweiligen Feuerungsverordnung noch die TRbF (Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten, hier insbesondere die TRbF 210), da Heizöl EL nicht mehr unter die VbF (Verordnung über brennbare Flüssigkeiten) fällt.


Latente Wärme

Wärmeenergie, die beim Wechsel der Aggregatzustände abgegeben oder aufgenommen wird, ohne dabei einen Temperaturanstieg oder -abfall zu verursachen. Latente Wärme wird daher auch als gebundene oder verborgene Wärme bezeichnet. Im Kontext der Heiztechnik ist vor allem die im Wasserstoff der Abgase enthaltene latente Wärme interessant, die sich durch Kondensation nutzbar machen lässt. Bei normalen Heizwertkesseln geht die latente Wärme ungenutzt über die Abgasanlage verloren. Im Gegensatz dazu können moderne Brennwertkessel die Verdampfungswärme des Brennstoffs nutzen. Bezogen auf den Heizwert erhöht sich dadurch die Energieausbeute auf mehr als 100 Prozent. Zudem lassen sich auf diese Weise noch die CO2-Emissionen verringern.


Leckageanzeigegerät

Beim Leckageanzeigegerät handelt es sich um ein Überwachungssystem für die Dichtigkeit von Öltanks. Gerade unterirdische Öltankbehälter, bei denen Leckagen mit bloßem Auge nicht ersichtlich sind, müssen mit einem solchen Gerät ausgestattet sein. Oberirdische Öltanks, die doppelwandig ausgeführt sind, müssen nur infolge behördlicher Auflagen mit einem Leckageanzeigegerät ausgestattet werden. Die verschiedenen Systeme arbeiten meist mit Flüssigkeiten, mithilfe von Luftdruck oder Gasen. Die Hauptaufgabe des Geräts liegt darin, jede Undichtigkeit sowohl optisch als auch akustisch anzuzeigen bzw. einen entsprechenden Alarm auszulösen. Optisch muss der Alarm durch eine Leuchtdiode klar und deutlich angezeigt werden, wobei es keine Möglichkeit geben darf, diesen abzuschalten. Der akustische Alarm muss für den Dauerbetrieb geeignet sein und abgeschaltet werden können. Der Schalter muss jedoch in der Stellung "Ein" plombiert werden. Nach dessen Betätigung muss der Ein-/Ausschalter erneut plombiert werden. Dabei gilt grundsätzlich, dass nur ein zugelassener Elektroinstallateur das Gerät mit dem Netz verbinden darf. Sämtliche Leitungen müssen fest und mit einem eigenen Stromkreis verlegt sein. Des Weiteren dürfen weder Steckverbindungen noch Abschaltmöglichkeiten vorhanden sein. Das Leckageanzeigegerät muss einmal pro Jahr überprüft werden, wobei auch Prüfventil und Alarmvorrichtung auf ihre Funktion hin zu testen sind. Sämtliche Arbeiten dürfen nur von Fachbetrieben ausgeführt werden, die über eine Zulassung nach § 19 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) verfügen.


Legionellen

Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen können. Dazu zählen grippale Syndrome sowie die Legionärskrankheit, eine Lungenentzündung. Legionellen kommen in niedriger Anzahl im Grundwasser vor, vermehren sich aber bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Sobald die Wassertemperatur jedoch 60 °C übersteigt, sterben Legionellen ab. Legionellen finden also in Wassersystemen von Haushalten ideale Lebensbedingungen vor. Das gilt vor allem für Warmwasserspeicher, in denen Wasser über längere Zeiträume hinweg steht. Hier ist das Risiko für Legionellen deutlich erhöht.


Leistungszahl

siehe COP


Luft-Abgas-System (LAS)

Ein Luft-Abgas-System besteht im Wesentlichen aus einem gemauerten Schornstein oder einer Abgasleitung, in dem bzw. der zwei Leitungen parallel verlaufen. Über die eine Leitung wird das Abgas abgeleitet, über die andere frische Verbrennungsluft zugeführt. Das Luft-Abgas-System stellt den gegenwärtigen Stand der Technik dar. Durch das Luft-Abgas-System wird ein raumluftunabhängiger Betrieb von Heizkesseln, Gas-Wandgeräten und Kaminöfen ermöglicht. Somit können auch Heizgeräte in Gebäuden aufgestellt werden, die sonst durch eine luftdichte Bauweise für raumluftabhängige Wärmeerzeuger ungeeignet wären, da ihnen nicht genug Verbrennungsluft zur Verfügung stünde.


Luftabscheider

Luftabscheider dienen dazu, Lufteinschlüsse im Heizwasser zu beseitigen, um so einen störungsfreien Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Nach den verwendeten Wirkprinzipien lassen sich drei Ausführungen voneinander unterscheiden:

 

  • Lufttopf
  • Absorptionsluftabscheider
  • Zentrifugalluftabscheider

Der Luftabscheider sollte möglichst auf der Saugseite der Umwälzpumpe und an der wärmsten Stelle der Anlage montiert werden, da hier die Luftabscheidung am effektivsten ist. Die Menge an Luft und Gasen im Wasser reduziert sich mit steigender Temperatur und geringer werdendem Druck.


M

Magnesium-Schutzanoden

Die Magnesium-Schutzanode dient dem Korrosionsschutz in Wasserspeichern. Sie soll verhindern, dass die Speicherwand von innen zu rosten anfängt, indem sie sich selber mit der Zeit durch Korrosion auflöst. Sie wird daher auch als Opferanode bezeichnet. Magnesium ist unedler als Stahl, weswegen das Wasser positiv geladene Eisen-Atome aus dem Stab löst statt aus der Speicherwand. Zwischen der Anode und dem Schutzobjekt besteht eine große Differenz in der elektrochemischen Spannungsreihe. Die Anoden selbst haben einen Durchmesser von 22, 26 oder 33 Millimetern und bestehen aus einer Magnesiumlegierung (siehe DIN EN 12828). Um die Wirksamkeit der Anode sicherzustellen, werden sowohl diese als auch der Wassererwärmer nach DIN 4753 Teil 6 und DIN EN 12828 entsprechend überprüft und zertifiziert. Normalerweise beträgt die Lebensdauer einer Schutzanode 5 Jahre. Es empfiehlt sich jedoch aus Gründen der Sicherheit, ihren Zustand mindestens einmal im Jahr zu überprüfen.


Magnetit-Schlammabscheider

Magnetit-Schlammabscheider dienen in Heizungsanlagen dazu, Pumpen vor Magnetit-Ablagerungen zu schützen. Da die Pumpen der Anlage magnetisch sind, setzt sich das Magnetit daran fest und kann so langfristig zu Schäden und Leistungseinbußen führen. In den meisten Fällen besteht der Magnetit-Schlammabscheider daher auch aus einem Magnetstab, an dem sich das Magnetit ablagern kann. Magnetit kann die Wärmeübertragung stark behindern, da es sich bevorzugt dort absetzt, wo magnetische Felder vorhanden sind. Neben den Pumpen können das auch Heizkörper, Rohrinnenwände und Wärmezähler sein. Das Magnetit bildet zusehends eine Art Schlamm und schränkt mehr und mehr den Kesselwirkungsgrad ein, da das Heizungswasser nun nicht mehr störungsfrei fließen kann. Infolgedessen steigert sich auch der Energieverbrauch, um den daraus resultierenden Wärmeverlust auszugleichen.


Manometer

Das Manometer ist ein Messgerät zur Anzeige des physikalischen Drucks. Bei Heizanlagen wird damit der Wasserdruck gemessen. Üblicherweise kommen dabei Kreisformfeder-Manometer zum Einsatz. Das Ziffernblatt erhält dafür bestimmte Markierungen: eine rote Marke bei 2,5 bzw. 3 bar und ein grünes Feld, das von 1,5 bis 3 bar reichen kann. Hinzu kommt eine Deckscheibe mit einem verstellbaren roten Markenzeiger und einer grünen Fahne. Das Manometer kann im Vor- oder Rücklauf installiert werden, darf sich jedoch vom Wärmeerzeuger nicht absperren lassen. Darüber hinaus muss es auch noch beim Nachfüllen ablesbar sein.


Maulwurf

Beim Maulwurf handelt es sich um eine Entnahmetechnik für Holzpellets, um diese vom Lagerbehälter zum Heizkessel zu führen. Die Pellets werden dabei von oben entnommen. Mit dem Saugschlauch des Kessels verbunden, "gräbt" sich der Maulwurf dank seines rotierenden Antriebs durch die Pellets, bis diese weitestgehend entnommen sind. Am Schluss bleiben bei dieser Technik Restmengen von ca. 10 Prozent übrig.


Membran-Druckausdehnungsgefäß

Das Membran-Druckausdehnungsgefäß ist die in der Praxis am häufigsten verwendete Variante von Ausdehnungsgefäßen. Heizwasser- und Gasraum werden durch eine Gummimembran voneinander getrennt. Der Gasraum ist mit Stickstoff gefüllt. Dehnt sich nun das Wasser im Gefäß aus, verdichtet sich der Stickstoff auf der anderen Seite der Membran und dessen Volumen verringert sich dementsprechend. Kühlt das Wasser wieder ab und verliert an Volumen, dehnt sich das Gas wieder aus, wodurch der Druck im Heizsystem stets ausgeglichen bleibt.


Membran-Sicherheitsventil

Aufgabe des Membran-Sicherheitsventils ist es, im Notfall die gesamte Kesselleistung in Form von Dampf ablassen zu können, falls alle anderen vorgeschriebenen Regel- und Sicherheitseinrichtungen ausfallen sollten. Es stellt nach DIN EN 12828 daher die letzte Sicherung einer geschlossenen Heizanlage dar. Das Sicherheitsventil ist grundsätzlich geschlossen und öffnet sich erst, wenn der maximal zulässige Druck im Heizkessel überstiegen wird. Das Ventil ist stets an der höchsten Stelle des Wärmeerzeugers oder kurz danach im Vorlauf zu finden. Die Nennweite der Ausblasleitung muss größer als die des Wasseranschlusses sein. Sowohl Wasser als auch Dampf müssen für den Menschen gefahrlos, offen und sichtbar abgeleitet werden. Eine Ableitung ist beispielsweise über einen mit einem Trichter ausgestatteten Siphon oder ein Waschbecken möglich. Die Leitung muss zusätzlich schallgedämpft befestigt sein und darf keinerlei Winkelverschraubungen aufweisen.


N

Nachtabsenkung

Die Nachtabsenkung ist eine Maßnahme zum Energiesparen, bei der die Temperatur des Heizungswassers über einen bestimmten Zeitraum hinweg gesenkt wird. Die entsprechende Einstellung wird in der Heizungsregelung als eine Art zweite Heizkurve festgelegt. Wird die Wärmezufuhr auf diesem Wege für einen Raum oder ein Gebäude um 1 Kelvin gesenkt, führt dies zu einer um 5 Prozent geringeren Wärmezufuhr und den entsprechenden Einsparungen. Diese Einstellung kann sowohl während des Tages als auch in der Nacht vorgenommen werden, weswegen die Bezeichnung "abgesenkter Betrieb" eigentlich zutreffender ist.


Nahwärme

Nahwärme ist eine Art der Wärmeversorgung, bei der Wärme auf lokaler Ebene produziert und verbraucht wird. Üblicherweise wird die Wärme von einer Heizzentrale aus über ein Nahwärmenetz im Erdreich zu den umliegenden Abnehmern geleitet.


Nebenluftvorrichtung

Nebenluftvorrichtungen werden auch als Zugbegrenzer oder Zugregler bezeichnet und ermöglichen eine Anpassung des Schornsteins an die Feuerstätte unabhängig von der Betriebsweise. Durch sie lassen sich ein konstanter Schornsteinauftrieb, eine bessere Durchlüftung des Schornsteins und eine Erhöhung der Abgasgeschwindigkeit erzielen. Der gleichbleibende Auftrieb ermöglicht vor allem während des Teillastbetriebs eine gleichmäßigere Verbrennung. Durch die Vorrichtung lassen sich zu niedrige Abgastemperaturen vermeiden und damit die Gefahr der Taupunktunterschreitung minimieren. Nebenluftvorrichtungen sollten unbedingt in der Nähe des Nullpunktes der Abgasanlage angeordnet werden. An dieser Stelle darf auch kein Überdruck auftreten, weswegen die Vorrichtung immer nach Abgasschalldämpfern und Umlenkungen montiert werden sollte. Die Nebenluftvorrichtung sollte gemäß Einbauanweisung immer auf den Mindest-Zugbedarf der Feuerstätte eingestellt werden, da sich dadurch die bestmögliche Trocknung des Schornsteins erzielen lässt.


Nennwärmeleistung

Die Nennwärmeleistung ist die Leistung, die ein Wärmeerzeuger innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei Dauerbetrieb zu erzeugen imstande ist. Diese Leistung wird auf dem Typenschild der Anlage angegeben. Handelt es sich dabei um einen modulierenden Wärmeerzeuger, wird ein entsprechender Nennwärmeleistungsbereich angegeben mit der maximalen Angabe als Nennwärmeleistung. Zusätzlich kann auf dem Typenschild noch die Wärmebelastung (QB) vermerkt sein, wobei es sich um den dem Gas zugeführten Wärmestrom (gemessen in kW oder kJ/s) in Bezug auf den Heizwert handelt. Als größte Wärmebelastung gilt die vom Hersteller angegebene Leistung, die nicht überschritten werden darf.


Neutralisationseinrichtung

Die Neutralisationseinrichtung ist ein meist mit Kalkgranulat gefüllter Behälter, dessen Zweck es ist, das Kondensat, welches beim Betrieb von Gas- und Ölbrennwertgeräten entsteht, zu neutralisieren. Nach bestehenden Vorschriften ist es nicht erlaubt, das Kondensat direkt in die Kanalisation abzuleiten, da es mehr oder weniger stark sauer sein kann. Bei der Einrichtung kann es sich um eine Auffangwanne, eine Neutralisationsbox oder eine Anlage mit alkalischem Granulat handeln, in der beispielsweise Kalkstein, Marmorsplit oder Magnesiumoxid zum Einsatz kommen können. Die Pflicht zur Neutralisation ergibt sich in erster Linie aus dem ATV-DVWK Arbeitsblatt A 251-Tabelle 2 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft. Arbeitet eine Anlage mit schwefelarmem Heizöl oder Bioheizöl, ist sie von dieser Pflicht nicht betroffen.


Norm-Außentemperaturen

Die Tabelle der Norm-Außentemperaturen findet sich im nationalen Anhang der DIN EN 12831, in welcher alle Orte mit mehr als 20.000 Einwohnern erfasst sind. Ausschlaggebend ist das tiefste Zweitagesmittel, das zehnmal innerhalb von 20 Jahren erreicht oder unterschritten wird. Ist ein Ort nicht in Tabelle 1 enthalten, wird die Temperatur des nächstgelegenen Ortes herangezogen. Darüber hinaus kann die Norm-Außentemperatur auch mithilfe der Isothermenkarte der DIN EN 12831 und der Übersicht über die Klimazonen und Jahresmittel der Außentemperaturen Deutschlands der DIN 4710 ermittelt werden. Bei den Werten in der Tabelle handelt es sich um Anhaltswerte, die auch unterschritten werden können, sofern es die witterungsbedingten Gegebenheiten vor Ort zulassen.


Norm-Heizlast (Gebäuden)

Die Norm-Heizlast von Gebäuden ist die Menge an Wärmeleistung, die einem Gebäude zugeführt werden muss, um die thermischen Norm-Innenraumbedingungen (DIN EN 12831) erzielen zu können. Die Norm-Heizlast wird daher zur Auslegung des Wärmeerzeugers verwendet. Nationale Eingabedaten und Parameter können dem nationalen Anhang NA der DIN entnommen werden.


Norm-Heizlast (Räume)

Die Norm-Heizlast für Räume wird dargestellt durch die Summe aus Norm-Transmissionsheizlast und Norm-Lüftungsheizlast. Die Transmissionsheizlast ergibt sich aus dem Wärmestrom, welcher durch die Wärmeleitung von Umschließungsflächen entsteht. Sie wird für alle Teilflächen, die unterschiedliche Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) und Temperaturdifferenzen aufweisen, getrennt berechnet. Die Lüftungsheizlast ist der Wärmestrom, der für die Aufheizung eindringender Außenluft benötigt wird.


Norm-Innentemperaturen

Die Norm-Innentemperaturen kommen im dann zur Anwendung, wenn von Bauherren im Rahmen der Heizlastberechnung keine Angaben zu den gewünschten Raumtemperaturen gemacht werden. Die Norm-Innentemperaturen sind in der DIN EN 12831 aufgeführt und können dann bei der Datenerfassung hinzugezogen werden.


Norm-Nutzungsgrad

Ein Nutzungsgrad, der auf dem Prüfstand bei genau festgelegten Bedingungen ermittelt wird. Er dient dazu, verschiedene Wärmeerzeuger miteinander vergleichen zu können. Der Norm-Nutzungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis von Nutzen und Aufwand multipliziert mit den entsprechenden Wirkzeiten. Verglichen wird also die an das Heizwasser übertragene Wärme mit der Menge an Brennstoff, die dem Kessel über einen bestimmten Zeitraum hinweg zugeführt werden muss. Dabei wird stets auf den Heizwert des jeweiligen Brennstoffes Bezug genommen, was zur Folge hat, dass bei Brennwertkesseln regelmäßig Nutzungsgrade über 100 Prozent angegeben werden. In Brennwertkesseln wird auch die Kondensationswärme des Wasserdampfs für die Heizwassererwärmung genutzt. Der Norm-Nutzungsgrad bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitraum. Im Gegensatz dazu stellt der Wirkungsgrad nur das momentane Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand dar. So wird beispielsweise der Jahres-Nutzungsgrad für die energetische Bewertung von Heizkesseln verwendet.


Nutzenergie

Tatsächlich vom Betreiber verwendete Energie wird als Nutzenergie bezeichnet. Typische Formen sind Wärme, Licht und mechanische Energie. Die Nutzenergieform entsteht infolge einer Umwandlung. Bei einem Heizkessel handelt es sich beispielsweise um die Umwandlung von Heizöl in Wärme. Wie bei den meisten Umwandlungsprozessen treten hierbei Verluste auf.


O

Oberer Heizwert

Der obere Heizwert ist eine andere Bezeichnung für den Brennwert. Mit ihm wird angegeben, wie viel Wärmeenergie aus einem Kilo Brennstoff gewonnen werden kann. Dabei wird davon ausgegangen, dass der über die Abgase austretende Wasserdampf durch Kondensation verflüssigt wird, wobei Kondensationswärme entsteht, die sich dann ebenfalls zu Heizzwecken nutzen lässt. Daraus leitet sich der Unterschied zwischen oberem und unterem Heizwert ab. Der Brennwert kann deutlich höher sein als der normale, also untere Heizwert. Das ist abhängig vom Wasser- bzw. Wasserstoffanteil in den Abgasen, denn je höher deren Anteil, desto höher auch der Brennwert. Bei Heizöl liegt der obere Heizwert etwa 10 Prozent über dem unteren Heizwert. Bei Brennstoffen, die keinerlei Wasserstoff enthalten, sind hingegen beide Werte identisch.


Offene Anlage

Als offene Anlagen werden sogenannte eigensichere Anlagen bezeichnet, die im Laufe der Zeit jedoch in Vergessenheit geraten sind. Der Grund dafür liegt in den zahlreichen Nachteilen, die sie gegenüber geschlossenen Anlagen mit tief liegenden Membrandruckausdehnungsgefäßen haben. Bei offenen Anlagen befindet sich am höchsten Punkt des Rohrnetzes ein mit Wasser gefüllter Behälter, dessen Füllstand mit dem Zustand der Anlage variiert. Im kalten Zustand ist der Füllstand niedrig, im warmen Zustand hoch. Durch den Kontakt mit Luftsauerstoff besteht eine deutlich größere Gefahr von Korrosion im System. Da der Behälter im obersten Geschoss montiert wird, besteht hier ein höherer Platzbedarf. Weitere Nachteile sind die große Anzahl an Rohrleitungen und die Einfriergefahr des Gefäßes im Winter.


Offener Kamin

Ein offener Kamin dient laut Auffassung des Gesetzgebers lediglich dem Entfachen von sogenannten "Lustfeuern". Er dient also mehr dem angenehmen Ambiente als der Beheizung des Raumes. Bedingt durch seine Konstruktion kann der offene Kamin auch gar nicht als Raumheizung eingesetzt werden, da die Wärmeabgabe allein durch die Wärmeabstrahlung des offenen Feuers erfolgt. Durch die kontinuierliche Luftzufuhr wird dem Raum jedoch auch Wärme entzogen. Die Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung schreibt deswegen vor, dass offene Kamine nur gelegentlich betrieben werden dürfen. Dieses "gelegentlich" wird durch das OVG Rheinland-Pfalz in Koblenz noch durch ein Urteil konkretisiert, welches besagt, dass der Kamin maximal an 8 Tagen pro Monat und für jeweils 5 Stunden betrieben werden darf. Auch offene Kamine müssen stets an einen Schornstein angeschlossen sein. Gleiches gilt für Kamine, die mit einer Feuertür ausgestattet sind. Ein Kamin zieht ca. 360 m³ Verbrennungsluft pro m² Feuerraumöffnung, weswegen eine Außenluftzuführung über einen externen Luftkanal in manchen Fällen sinnvoll ist. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass durch den Einsatz von Abluftgeräten (z. B. Dunstabzugshauben) im Fortluftbetrieb kein Unterdruck entsteht. Hier bestünde nämlich die Gefahr, dass Rauchgase in den Raum gesaugt werden. Sinnvoll wäre es, jeden offenen Kamin mit einem Heizeinsatz auszustatten, der über eine Außenluftzuführung verfügt. Auf diese Weise ließe er sich in die vorhandene Heizanlage integrieren.


Offenes Ausdehnungsgefäß

Das offene Ausdehnungsgefäß ist wesentlicher (und namensgebender) Bestandteil einer offenen Heizanlage. Durch den Boom von Holzkesseln sind Ausdehnungsgefäße auch in der DIN EN 12828 wieder vorgesehen. Sie können eine Alternative sein, wenn eine thermische Ablaufsicherung nicht im Bereich des Möglichen liegt. Als Grundlage für den Bau diente die heute nicht mehr gültige DIN 4571 - Teil 1. Die relevanten Vorgaben wurden jedoch in die DIN EN 12828 übernommen. Genormte Ausdehnungsgefäße verfügen über Anschlüsse, die sowohl eine stehende als auch eine liegende Anordnung ermöglichen. Um die Größe des Ausdehnungsgefäßes zu ermitteln, wird mit 10 Prozent des Anlageninhalts gerechnet. Bei einem normalen Einfamilienhaus liegt der Zulaufdruck zur Pumpe bei 0,7 bar und ist damit deutlich geringer als bei geschlossenen Systemen. Dieser Zulaufdruck sollte auch immer gewährleistet sein, damit es an der Umwälzpumpe nicht zu Kavitationsschäden durch eine zu hohe Systemtemperatur kommt. Weist die Anlage nur eine geringe statische Höhe auf, kann dies folglich zu Problemen führen.


Ölheizung

Zu den Ölheizungen zählen alle Heizanlagen, die auf Basis von Öl als Brennstoff Wärme erzeugen. Ölheizungen sind in den vergangenen Jahren effizienter geworden. Mit Öl-Brennwertkesseln lassen sich vergleichsweise hohe Wirkungsgrade erreichen. Moderne Ölheizungen können darüber hinaus sowohl mit fossilem als auch biologischem Öl betrieben werden. Durch die hoch entwickelte Technik bei den Heizgeräten können Ölkessel auch heute noch als zukunftstauglich angesehen werden. Standard-bzw. Konstanttemperaturkessel, wie sie früher verbaut wurden, werden heute schon längst nicht mehr installiert. Gleiches gilt für Niedertemperaturkessel, die ebenfalls nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Im Gegensatz dazu benötigen moderne Brennwertkessel bis zu 30 Prozent weniger Energie.


P

Paraffin

Paraffin ist Bestandteil von Heizöl und in flüssiger Form nicht sichtbar. Im Heizöl gelöstes Paraffin beginnt ab einer Temperatur von 3 °C zu verflocken. Ab einer Temperatur von 10 °C verschmilzt und verflüssigt sich wieder, wobei es sich jedoch nicht mit dem Heizöl vermischt. Schon in der Raffinerie werden dem Heizöl EL Fließ- und Filtrierbarkeitsverbesserer beigefügt. Sinnvoll ist dies jedoch nur dann, wenn die Paraffinausscheidung noch nicht eingesetzt hat. Als Additive werden meist aschefreie Polymere eingesetzt, die sich dann im Heizöl EL lösen und das Wachstum von Paraffinkristallen reduzieren.


Passivhaus

Passivhäuser sind dazu in der Lage, ein behagliches Raumklima ohne Heizung und aktive Luftkühlung sicherzustellen. Folglich gibt es im Passivhaus auch weder eine Heiz- noch eine Kühllast. Zwar braucht das Passivhaus keine aufwendige Heizanlage, wohl aber eine kontrollierte Lüftung. Bei Passivhäusern ist es ausreichend, Wärmeenergie nur in sehr geringem Umfang zuzuführen. Daher sind Luft-Luft-Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen mit Pufferspeicher meistens ausreichend. Definiert wird das Passivhaus durch entsprechende Berechnungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Der Jahresheizwärmebedarf entspricht einem Verbrauch von weniger als 1,5 Liter Öl oder m³ Gas je Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr. In Bezug auf die technischen Anforderungen an Passivhäuser gelten einige Faustregeln. So sollten nichttransparente Außenbauteile einen U-Wert von 0,15 W/(m²*K) nicht überschreiten. Bei weniger kompakten Gebäuden sollte der U-Wert im Bereich von 0,10 W/(m²*K) liegen. Grundsätzlich sollten Passivhäuser so geplant werden, dass Wärmebrücken möglichst vermieden werden. Dabei genügt es noch nicht, die Anforderungen nach DIN 4108-Beiblatt 2: 2004-01 zu erfüllen. Die U-Werte von Fenstern sollten höchstens einen U-Wert von höchstens 0,8 W/(m²*K) aufweisen. Als für Passivhäuser geeignet haben sich Fenster mit hochwärmegedämmter Dreifachverglasung erwiesen. Im Normalfall werden Fenster mit einem U-Wert von 0,6 W/(m²*K) verbaut. Besondere Anforderungen gelten im Hinblick auf die Luftdichtigkeit. Mit dieser soll die kontrollierte Lüftung gewährleistet bleiben und nicht durch Zufallslüftungen beeinträchtigt werden. Dazu wird ein Test nach dem Blower-Door-Verfahren durchgeführt, bei dem ein Wert von 0,6 h-1 nicht überschritten werden darf. Leckagen in der Gebäudehülle dürfen nicht dazu führen, dass pro Stunde mehr als 60 Prozent der Raumluft gegen Außenluft getauscht werden. Die Lüftung von Passivhäusern erfolgt durch eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit gleichzeitiger Wärmerückgewinnung und passiver Vorerwärmung der Außenluftzufuhr, wie sie beispielsweise durch Erdwärmetauscher oder Luftbrunnen vorgenommen werden kann. Die Wärmerückgewinnung sollte bei 80 Prozent liegen. Darüber hinaus sollten freie Wärmequellen (wie beispielsweise Sonnenenergie) so genutzt werden, dass damit der Restwärmebedarf gedeckt werden kann. Über Sonnenenergie sollte auch die Erwärmung von Brauch- und Trinkwasser vorgenommen werden.


Pellet-Brennwerttechnik

Pellet-Brennwerttechnik wird in zunehmendem Maße bei der Verbrennung von Holzpellets eingesetzt. Dabei liegt der Taupunkt des Wasserdampfes nur leicht unter dem des Erdgases. Pellet-Brennwertkessel benötigen ein eigenes Abgassystem (LAS-System) und können nicht an herkömmliche Schornsteine angeschlossen werden. Das Abgassystem muss korrosionsbeständig, feuchteunempfindlich und im Überdruckbetrieb überdruckdicht sein. Pellet-Brennwertkessel sind mit einer neuartigen Konstruktion von Brennkammer und Wärmetauscher aus Edelstahl sowie einer speziell entwickelten Wärmetauscher-Geometrie ausgestattet. Sie verfügen über eine Verbrennungsregelung, die aus Multisegment-Brennteller, Flammraumfühler und einer Überwachung des Unterdrucks besteht. Moderne Pellet-Brennwertkessel erreichen derzeit Wirkungsgrade zwischen 95 und 110 Prozent bezogen auf den Heizwert. Aufgrund von Wärmeverlusten im Heizkeller kann der Jahresnutzungsgrad aber noch deutlich darunter liegen. Bei Pellet-Brennwertkesseln gilt, dass der Wirkungsgrad umso höher ist, je niedriger die Rücklauftemperatur angesetzt wird. Deswegen sind solche Heizanlagen vor allem für Fußboden- und Wandheizungen sehr gut geeignet, die mit Rücklauftemperaturen zwischen 25 °C und 35 °C betrieben werden. Eine teilweise Kondensation des Rauchgases ist aber auch bei Temperaturen um 40 °C noch möglich. Die Zuführung des Brennstoffes erfolgt mit den üblichen Techniken von Pelletheizungen. Eine Befüllung von Hand ist jedoch nicht möglich.


Pellet-Entnahmesysteme

Pellet-Entnahmesysteme dienen dem meist automatischen Transport von Pellets vom Lagerraum zur Heizung. Die Pellets sollten dabei möglichst schonend entnommen werden und dem Kessel stets bedarfsgerecht zugeführt werden. Insgesamt konnten sich bislang vier Entnahmesysteme etablieren:- Maulwurf

  • Vakuumabsaugung
  • Förderschnecke
  • Entnahmelanze

Pellet-Kaminofen

Pellet-Kaminöfen werden meist als Warmluft-Zimmeröfen eingesetzt, können aber auch mit einer Wassertasche ausgestattet in das Heizsystem integriert werden. Die Brennstoffzufuhr wird hier meist von Hand erledigt, da eine automatische Zufuhr in Wohnräumen oftmals als störend empfunden wird.


Pelletbrenner

Pelletbrenner sind vom Prinzip her so konstruiert wie Ölbrenner. Lagerung und Anordnung des Brenners sind voneinander getrennt, wobei die Zuführung des Brennstoffes automatisch erfolgt. Pelletanlagen werden als "schnell regelbar" eingestuft, da sich die Brennstoffzufuhr im Bedarfsfall (z. B. Störung durch Stromausfall) stoppen lässt. Das macht eine thermische Ablaufsicherung (TAS) überflüssig. Das Fördersystem führt dem Brenner immer eine bestimmte Menge an Brennstoff (150 g) zu. Dabei kommt meist eine Förderschnecke zum Einsatz, deren Motor direkt nach dem Einschalten des Brenners startet. Etwa drei Minuten später starten dann auch Lüfter und Zündelement. Reicht der Brennstoff bis zum Warmluftausgang, wird die Zufuhr automatisch verlangsamt und etwa 3 bis 4 Minuten später der Brennstoff entzündet. Das Zündelement schaltet nach erfolgreicher Zündung ab.


Pelletlager

Pelletlager dienen der Aufbewahrung von Holzpellets und sind meist mit einem Entnahmesystem ausgestattet bzw. verbunden, dass eine Beschickung der Pelletheizung ermöglicht. Für die Einrichtung eines Pelletlagers sind stets die Vorschriften bezüglich fester Brennstoffe zu beachten. Die Heizraumrichtlinien sind ab einer Leistung von 50 kW oder ab 15 t Lagermenge anzuwenden, nach denen ein separater Lagerraum einzurichten ist. Hinzu kommen Brandschutzbestimmungen und die Feuerungsverordnungen der jeweiligen Bundesländer. Insgesamt stehen derzeit vier Möglichkeiten zur Pelletlagerung zur Verfügung:

 

  • Lagerraum (z.B. alter Heizöllagerraum)
  • Sacksilo
  • Lagertank
  • Erdtank

Die nötige Größe des Lagerraums berechnet sich auf Basis der Heizlast des Gebäudes. Als Richtwert sind pro kW Heizlast sind 0,9 m³ anzusetzen. Der Raum sollte möglichst länglich und rechteckig sein. Je schmaler er ist, desto weniger Leerraum bleibt bei der Absaugung. Grundsätzlich gilt, dass Holzpellets niemals offen im Raum gelagert werden sollten, da bei unsachgemäßer Lagerung Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2) entstehen können. Beide Gase sind farb- und geruchslos und daher sehr gefährlich. Im Lager können durch die Ausgasung über einen längeren Zeitraum hinweg CO2-Ausgasungen entstehen, die sich aus dem natürlichen Abbauprozess von trocknendem Holz ableiten. Höhere Temperaturen und große Schüttmengen erhöhen das damit verbundene Risiko zusätzlich.


Power to Gas

Bei "Power to Gas" (PtG oder P2G) handelt es sich um ein Konzept, nach dem mithilfe elektrischer Energie EE-Gas erzeugt wird, um auf diese Weise elektrische Energie indirekt zu speichern. Zu EE_Gasen zählen beispielsweise Wasserstoff und Methan. Die zu speichernde elektrische Energie wird meist über Windkraft- und Solaranlagen erzeugt, weswegen auch oft von Wind- oder Solargas die Rede ist. Bei Power to Gas wird also überschüssiger Strom aus regenerativen Energiequellen in Wasserstoff oder synthetisches Erdgas umgewandelt. Letzteres lässt sich über ein Erdgasnetz speichern.


Primärenergie

Unter Primärenergie wird Energie in der Form verstanden, wie sie in der Natur vorkommt. Beispiele hierfür sind Erdgas, Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Wasser, Wind und Sonnenenergie. Primärenergie wird auf ihrem Weg zum Abnehmer bzw. Verbraucher einem mehrstufigen Umwandlungsprozess unterzogen, der sie über den Zustand der Endenergie hin zur Nutzenergie führt. Bei den einzelnen Umwandlungsprozessen entstehen immer Energieverluste, weswegen die im Rohstoff enthaltene Energiemenge nicht komplett ausgenutzt werden kann. Die Verluste können, je nach Energieträger, jedoch unterschiedlich hoch ausfallen. Mit dem primärenergiegehalt wird auch der Energieaufwand in kWh/m³ angegeben, der zur Herstellung von Produkten aufgewendet werden muss. Genauer wäre jedoch der Ansatzsogenannter "grauer Energie", da hier auch der indirekte Energiebedarf berücksichtigt werden würde, der mit dem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung verbunden wäre. Auf diese Weise lässt sich die Energiemenge erfassen, die infolge von Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung benötigt würde.


Q

Querlüftung

Querlüftung wird auch als Durchzugslüftung bezeichnet und stellt die wirkungsvollste Lüftungsart dar. Zur Durchführung werden Fenster an gegenüberliegenden Gebäudeseiten vollständig geöffnet sowie sämtliche Raumtüren, die sich dazwischen befinden. Abhängig vom Wind und der Temperaturdifferenz zwischen Außen- und Raumluft sollte letztere durch den Durchzug innerhalb kürzester Zeit ausgetauscht sein.


R

Radiatoren

Radiatoren sind Heizkörper, die Wärme in erster Linie durch Strahlung abgeben und in nur geringem Maße durch Konvektion (Umwälzung). Sie bestehen aus einzelnen Guss- oder Stahlgliedern, weswegen sie auch als Gliederheizkörper bezeichnet werden. Die einzelnen Glieder werden der Heizfläche entsprechend ausgelegt und aneinandergereiht, wobei eine Verbindung mithilfe von Nippeln mit Rechts- und Linksdrehung hergestellt wird. Der größte Teil der Wärme wird bei Radiatoren in Form von Strahlungswärme abgegeben. Je größer jedoch die Bautiefe ist, desto mehr nimmt der Strahlungsanteil ab. Es empfiehlt sich daher, einen möglichst flachen bzw. flächigen Heizkörper zu wählen. Je größer die sichtbare Fläche, desto höher ist auch die effektive Wärmeabgabe durch Strahlungswärme. Dies sollte vor allem bei Niedertemperatur-Systemen beachtet werden, denn hier müssen die Radiatoren in entsprechender Größe ausgelegt werden. Radiatoren stehen in vier verschiedenen Ausführungen zur Verfügung:

 

  • Gussradiatoren
  • Stahlradiatoren
  • Stahlröhrenradiatoren
  • Aluminiumradiatoren

Als Standardtypen dienen die sogenannten DIN-Radiatoren. Bei diesen sind Gliederabmessungen und Wärmeleistung in der DIN 4703 "Raumheizkörper" (Teil 1 "Maße von Gliedheizkörpern) festgelegt. Die meisten Hersteller von Heizkörpern verfügen aber auch über modernere Formen von Radiatoren.


Rauchgase

Bei Rauchgasen handelt es sich um gasförmige Verbrennungsprodukte, die bei der Verbrennung von Brennstoffen wie z. B. Heizöl, Pellets, Holz und Kohle entstehen. Rauchgase bestehen vor allem aus Stickstoff, Kohlendioxid, Stickstoffoxid, Schwefeldioxid und Festkörperpartikeln wie Flugasche, Feinstaub und Ruß. Im Falle einer unvollständigen Verbrennung können zudem Gase wie Kohlenstoffmonoxid oder Wasserstoff entstehen. Ein Teil der Abwärme sowie der in den Rauchgasen enthaltene Wasserdampf kann in Rauchgaswärmetauschern nutzbar gemacht werden. Die so gewonnene Wärme wird dann in einem LAS-System zum Vorwärmen der Verbrennungsluft verwendet. Ein Teil der Wärme wird zudem für den Auftrieb der Rauchgase im Schornstein benötigt, sofern hier kein Sauggebläse zum Einsatz kommt. Je nach Zusammensetzung können sich Rauchgase chemisch aggressiv verhalten, wodurch sowohl Schornstein als auch andere Bauteile wie z. B. Kessel oder Wärmetauscher angegriffen, beschädigt oder gar zerstört werden können. Bei Kraftwerken, Hochöfen und anderen Großfeuerungsanlagen werden die Rauchgase in hohen Schornsteinen abgeleitet, damit sie sich durch den Wind in größeren Höhen großflächig verteilen. Für die Zusammensetzung von Rauchgasen gelten für alle Feuerungsanlagen Grenzwerte gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz und der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft). Die Grenzwerte sind dabei von der Anlagenleistung und dem Standort abhängig.


Raumfühler

Beim Raumfühler handelt es sich um einen Temperaturfühler in Heizungsregelungen. Der Raumfühler ermittelt bei innentemperaturgeführten Regelungen die Raumtemperatur, um anhand der Differenz zwischen dieser und der Solltemperatur den momentanen Wärmebedarf zu ermitteln. Wird zusätzlich noch ein Außentemperaturfühler eingesetzt, lassen sich daraus zusätzliche Informationen beziehen. Diese können beispielsweise zur automatischen Korrektur der Vorlauftemperatur beitragen.


Rücklauf

(Heizungsrücklauf) Als Rücklauf wird der Rohstrang einer Zentralheizungsanlage bezeichnet, in dem Heizungswasser mit niedriger Temperatur von den Heizkörpern zurück zum Heizkessel transportiert wird.


S

Sauerstoffdiffusion

Wenn Sauerstoff in das Heizungswasser geschlossener Heizungsanlagen eindringen kann, liegt der Grund dafür in der Sauerstoffdiffusion. Diese tritt bei Materialien auf, die nicht zu 100 Prozent sauerstoffdicht sind, wie das beispielsweise bei Kunststoffrohren der Fall ist. Das mit Sauerstoff angereicherte Wasser wirkt korrosiv auf alle Stahlteile wie z. B. Heizkessel, Rohre und Armaturen im Heizkreislauf. Als Folge kann eine Verschlammung der Rohre entstehen, wie sie oftmals bei älteren Fußbodenheizungen festgestellt werden konnte bzw. kann. Abhilfe kann über eine Systemtrennung mittels Wärmetauscher und das Beimischen eines Inhibitors geschaffen werden. Heutige Kunststoffrohre sind jedoch meist diffusionsdicht, da sie entsprechend behandelt wurden oder eine Diffusionssperre aus Aluminium besitzen.


Schichtenspeicher

Beim Schichtenspeicher (Schichtladespeicher) handelt es sich um einen Warmwasserspeicher, der die Temperaturschichtung des Wassers in besonderem Maße ausnutzt. Wird warmes Wasser von oben einem Speicher zugeführt, lagert e sich im oberen Bereich ab. Zwar besteht eine gewisse Wärmeleitfähigkeit des Wassers nach unten, diese fällt jedoch relativ gering aus und kann hier vernachlässigt werden. Wasser besitzt die physikalische Eigenschaft, je nach Temperatur unterschiedliche Dichten zu besitzen. Es kommt damit nicht zu einer Durchmischung des Wassers, was den Vorteil mit sich bringt, im oberen Bereich des Speichers relativ warmes Wasser entnehmen zu können.


Schornsteinkopf

Beim Schornsteinkopf handelt es sich um den Teil des Schornsteins, der von außen gut sichtbar aus dem Dach ragt. Er wird durch Witterungseinflüsse und Temperaturunterschiede in besonderem Maße beansprucht. Die Mindesthöhe des Schornsteinkopfes ist als Mündungshöhe über der Dachhaut in den Feuerungsverordnungen der Bundesländer vorgeschrieben.


Schwerkraftbremse

Die Schwerkraftbremse ist eine Einrichtung, deren Aufgabe darin liegt, den Eigenauftrieb des Wassers in Heizungs-, Warmwasser- und Solaranlagen zu verhindern. Sie besteht aus einem Zylinder, in welchem die Ventilöffnung im Normalzustand durch einen mittels Feder gehaltenen Teller abgeschlossen wird. Sobald die Pumpe in Betrieb ist, reicht allein deren Druck aus, um die Kraft der Feder zu überwinden, damit das Wasser am zurückweichenden Teller vorbeifließen kann.


Sicherheitstemperaturbegrenzer

Beim Sicherheitstemperaturbegrenzer handelt es sich um eine Sicherheitseinrichtung, die in Heizkesseln und Thermen Verwendung findet. Sobald eine bestimmte Temperatur überschritten wird (wie beispielsweise 80 °C in Brennwertgeräten), schaltet der Brenner des Heizgerätes automatisch ab. Bei Festbrennstoffkesseln wird diese Aufgabe von der thermischen Ablaufsicherung übernommen.


Solare Deckungsrate

Anteil am Gesamtenergiebedarf, der durch eine Solarthermieanlage sowohl geliefert als auch genutzt wird.


Solare Heizungsunterstützung

Wenn Solarthermieanlagen zur Unterstützung einer bereits bestehenden Heizanlage eingesetzt werden, spricht man von einer solaren Heizungsunterstützung. Voraussetzung ist, dass vor Ort ein entsprechendes Solarstrahlungspotenzial besteht und die Heizanlage für eine solche Unterstützung ausgelegt ist. Bei Gebäuden mit einem durchschnittlichen bis hohen Wärmebedarf kann es in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht jedoch sinnvoller sein, zuerst in eine verbesserte Wärmedämmung zu investieren, um Wärmeverluste zu reduzieren.


Solarflüssigkeit

Als Solarflüssigkeit wird der Wärmeträger in Solarthermieanlagen bezeichnet. Hierbei handelt es sich meist um Wasser, das mit einem lebensmittelverträglichen Frostschutzmittel versetzt wurde. Die Flüssigkeit wird in den Absorberkanälen des Kollektors erwärmt und dann zum Wärmetauscher geleitet, wo sie die Wärme wieder abgibt.


Solarkollektor

Beim Solarkollektor handelt es sich um den wichtigsten und den von außen gut sichtbaren Teil einer Solarwärmeanlage. Solarkollektoren lassen sich zu Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung und Lufterwärmung einsetzen. Sie nehmen sowohl direkte als auch diffuse Strahlung auf, um diese dann in nutzbare Wärme umzuwandeln. Dabei wird die Solarflüssigkeit im Innern des Kollektors, genauer gesagt im Absorber, erwärmt und an einen Wärmetauscher weitergeleitet. Die am weitesten verbreiteten Bauarten sind Flachkollektor und Vakuumröhrenkollektor.


Solarstrahlung

Solarstrahlung ist von der Sonne abgestrahlte Energie, die infolge der Kernfusion im Innern des Zentralgestirns entsteht. Auf der Erde treffen durchschnittlich 1.000 W/m² auf. In Mitteleuropa ließe sich damit eine Energiemenge von etwa 1.000 kWh/m² pro Jahr nutzen. Bei Solarstrahlung wird zwischen direkter und diffuser Strahlung unterschieden.


Solarthermie

Solarthermie bezeichnet die Wärmegewinnung durch Sonneneinstrahlung. Dies geschieht mithilfe von Solarkollektoren. Solarthermie lässt sich zu Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung, Schwimmbaderwärmung und zur Lufterwärmung einsetzen.


Solarzelle

Solarzellen sind ein wichtiger Bestandteil von Photovoltaikanlagen und dienen damit der Gewinnung von Elektrizität aus Sonnenenergie. Solarzellenbestehen aus lichtempfindlichen Halbleitern wie z. B. Silizium, die bei Bestrahlung eine Gleichspannung von bis zu 0,7 Volt abgeben können. In Solarstrommodulen werden mehrere Solarzellen in Reihe verschaltet, wodurch sich eine höhere Spannung von beispielsweise 12 V oder 24 V erzielen lässt. Unterschieden werden monokristalline, polykristalline und amorphe Zellen.


Speicherladepumpe

Anderer Begriff für Brauchwasserladepumpe oder Boilerladepumpe. Mittels einer Speicherladepumpe wird Heizungswasser vom Heizkessel durch den Wärmetauscher eines Warmwasserspeichers geleitet. Die Pumpe wird aktiviert, sobald die voreingestellte Temperatur im Warmwasserspeicher unterschritten und dadurch ein Wärmebedarf signalisiert wird. Als Alternative kann auch ein Zwei-Wege-Ventil eingesetzt werden, um den Brauchwasserspeicher zu beladen. Auf diesem Wege kann die Heizungsumwälzpumpe die Funktion der Speicherladepumpe mit übernehmen. Durch die Warmwasser-Vorrangschaltung wird dann jedoch keine Heizwärme mehr in die Heizkörper transportiert. Deshalb stellt das Zwei-Wege-Ventil bei größeren Häusern oder Mehrfamilienhäusern keine optimale Lösung dar.


Spitzenlast

Als Spitzenlast wird eine vergleichsweise kurze Leistungsspitze bezeichnet, die im Zuge der Versorgung mit Wärme, Warmwasser, Strom und Erdgas bei einem entsprechend hohen Bedarf auftreten kann. Typische Spitzenlastzeiten sind der Morgen und der Abend an kalten Tagen, wenn mehrere Räume gleichzeitig beheizt werden sollen und der Warmwasserbedarf gegenüber dem Rest des Tages sehr hoch ausfällt. Sowohl Leitungsnetze als auch Erzeugerkapazitäten müssen für Spitzenlasten ausgelegt sein, um eine unterbrechungsfreie Versorgung gewährleisten zu können.


Spreizung

Als Spreizung wird die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur einer Heizanlage bezeichnet.


Standard-Heizkessel

Andere Bezeichnung für die mittlerweile veralteten Konstanttemperaturkessel, die das ganze Jahr über mit einer konstanten Kesseltemperatur betrieben werden. Sie sind zwar in Europa zugelassen, eignen sich wegen ihres schlechten Nutzungsgrades aber nicht mehr für Neubauten. Alternativen sind Niedertemperatur-Heizkessel oder, als beste Lösung, Brennwertkessel.


Strahlungsverlust

Strahlungsverlust entsteht immer dann, wenn Wärmeerzeuger wie Heizkessel oder Therme, Wärme abstrahlen. Dies macht sich durch eine warme Oberfläche oder eine durchgehend hohe Temperatur (über 20 °C) im Aufstellraum bemerkbar, sofern dieser nicht beheizt wird. Je niedriger die Kesselwassertemperatur, desto geringer auch der Strahlungsverlust. Bei hohen Strahlungsverlusten empfiehlt sich eine verbesserte Wärmedämmung des Kessels. Auch eine optimale Dimensionierung und geringere Stillstandszeiten können zu einer Reduzierung der Verluste führen.


Strömungssicherung

Sicherheitseinrichtung an atmosphärisch betriebenen Gasfeuerstätten. Die Strömungssicherung verhindert Abgasstau in der Startphase sowie die Rückströmung von Abgasen bei übermäßigem Zug. Bei höheren Temperaturunterschieden zwischen Aufstellraum und Außenbereich bewirkt die Strömungssicherung eine Dauerlüftung des Aufstellraumes.


T

Taupunkt

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei welcher die Luft keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann. Die Luft ist daher mit Wasserdampf gesättigt und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 100 Prozent. Verringert sich die Lufttemperatur, kondensiert der Wasserdampf wieder heraus. Die kann beispielsweise an kalten Außenwänden der Fall sein, wodurch sich deren Oberflächenfeuchte erhöht. Der Taupunkt ist besonders bei Brennwertkesseln von Bedeutung, da er hier absichtlich unterschritten wird, um eine Kondensation herbeizuführen. Über die Bildung von Tauwasser am Abgaswärmetauscher lässt sich so die Verdampfungswärme zurückgewinnen und ein höherer Heizwert erzielen.


Taupunkttemperatur

(Brennwertkessel) Je nach verwendetem Brennstoff muss die Temperatur der Abgase einen bestimmten Wert unterschreiten, damit sich der darin enthaltene Wasserdampf in Kondenswasser umwandeln lässt. Die Nutzung der dabei freiwerdenden Energie ist wesentlicher Bestandteil der Brennwerttechnik.


Temperaturdifferenz-Regelung

Regelung, mit deren Hilfe sich die Umwälzpumpe in Solarthermieanlagen steuern lässt. Dabei wird die Temperaturdifferenz zwischen Solarkollektor und Warmwasserspeicher ausgewertet. Sobald die Temperaturdifferenz einen bestimmten Wert überschreitet und die Temperatur am Solarkollektor damit höher ist als am Warmwasserspeicher, wird die Pumpe automatisch eingeschaltet, um den Kreislauf in Gang zu setzen. Das warme Wasser am Solarkollektor wird dann zum Wärmetauscher des Warmwasserspeichers transportiert.


Temperaturspreizung

Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur des Heizungswassers.


Thermische Leistung

Bei der thermischen Leistung handelt es sich um die nutzbare Wärmeleistung einer Anlage, die sowohl Strom als auch Wärme bereitstellt. Dazu zählen vor allem Geräte, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten (z.B. Blockheizkraftwerke, BHKWs).


Thermostatventil

Heizkörperventil, dessen Aufgabe es ist, die Raumtemperatur konstant auf einem vorher eingestellten Wert zu halten. Die Einstellung selbst wird über den Thermostatkopf vorgenommen, welcher direkt auf dem Ventil sitzt.


U

Umlaufwasserheizer

Ein Umlaufwasserheizer führt Heizungswasser direkt am Brenner einer Therme vorbei und erhitzt es dadurch. Diese Geräte werden sehr häufig auch als Durchlauferhitzer bezeichnet.


Umwälzpumpe

Die Umwälzpumpe ist ein wichtiger Bestandteil der Heizanlage, da sie das Wärmeträgermedium, wobei es sich meist um Wasser handelt, zu den Verbrauchsstellen (z. B. Heizkörper) befördern. Gleichzeitig wird das dort abgekühlte Wasser zurückgeführt, um es am Heizkessel erneut zu erwärmen. Betrieben werden Umwälzpumpen mit Strom. Gerade bei älteren Modellen mit einer vergleichsweise hohen Leistungsaufnahme kann es daher lohnenswert sein, diese frühzeitig gegen neuere, energiesparende Varianten auszutauschen. Darüber hinaus unterliegen Umwälzpumpen strengen Vorgaben hinsichtlich der Effizienz. So trat beispielsweise am 1. Januar 2013 die Europäische Ökodesign-Richtlinie in Kraft, deren Vorgaben in den kommenden Jahren in zwei Stufen (2015, 2020) noch weiter verschärft werden sollen.


Unvollständige Verbrennung

Eine unvollständige Verbrennung liegt immer dann vor, wenn dem Verbrennungsprozess weniger Sauerstoff zugeführt wird, als für eine vollständige Oxidation von Kohlenstoff zu Kohlendioxid und Wasserstoff zu Wasser benötigt wird. Infolgedessen können giftiges Kohlenmonoxid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen. Darüber hinaus sinkt die Wärmeausbeute der Verbrennung.


V

Vakuumröhrenkollektor

Vakuumröhrenkollektoren sind Bestandteil thermischer Solaranlagen und dienen sowohl der Warmwassererzeugung als auch der Heizungsunterstützung. Der Kollektor besteht aus luftleeren Glasröhren, in die jeweils ein Absorber integriert ist. Diese Röhren werden zu Gruppen zusammengeschlossen. Durch das nicht wärmeleitende Vakuum werden die Wärmeverluste im Vergleich zu Flachkollektoren verringert und der Wirkungsgrad in der Übergangszeit und bei diffuser Strahlung um bis zu 30 Prozent verbessert. Gegenüber den Flachkollektoren liegen die Herstellungskosten jedoch deutlich höher, was zu einem schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis führt.


Verbrauchsorientierter Energieausweis

Als Grundlage dient hier der tatsächlich gemessene Energieverbrauch. Diese Variante kommt nur bei bestehenden Gebäuden zur Anwendung, die mindestens die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 einhalten.


Verbrennung

Die meisten Heizungen basieren auf dem Prinzip der Verbrennung, wobei in einem Kessel ein Brennstoff wie z. B. Erdgas oder Erdöl verbrannt und auf diese Weise thermische Energie erzeugt wird. Im Zuge des Verbrennungsprozesses reagiert der Brennstoff mit Sauerstoff, wodurch sich am Brenner eine kontrollierte Flamme bildet, mit deren freigesetzter Energie das Heizwasser erwärmt wird. Während des Verbrennungsprozesses entstehen Abgase, die bei herkömmlichen Heizkesseln einfach über den Schornstein abgeführt werden. In Brennwertanlagen kann die in den Abgasen enthaltene Wärme jedoch noch zur Steigerung des Normnutzungsgrades verwendet werden. Auf diese Weise erhöht sich die Effizienz der Heizanlage, da für die gleiche Heizleistung weniger Brennstoff benötigt wird.


Verbrennungsluft

Verbrennungsluft wird benötigt, um die Verbrennung von Brennstoffen in Gang zu setzen bzw. aufrechtzuerhalten. Die Verbrennung wird direkt an den Brenner bzw. die Feuerstätte herangeführt. Dabei ist es wichtig, dass die Verbrennungsluft in ausreichender Menge zur Verfügung steht und frei ist von korrosiven Bestandteilen. Im Hinblick auf die Luftzufuhr wird zwischen raumluftabhängiger und raumluftunabhängiger Betriebsweise unterschieden. Die Verbrennungsluftversorgung gehört zudem zu den Kontrollpflichten des Schornsteinfegers.


Verbrennungslufttemperatur

Temperatur der in den Heizkessel bzw. an den Brenner herangeführten Verbrennungsluft. Die Temperatur der Verbrennungsluft ist für die Berechnung des Abgasverlustes von Bedeutung und wird bei messpflichtigen Anlagen vom Schonsteinfeger gemessen und im Abgasprotokoll vermerkt.


Verkalkung

Als Verkalkung wird die harte Krustenbildung (Kristallisation) auf Elektroheizstäben, Wärmetauschern, Armaturen und in Rohren bezeichnet. Dabei lagern sich Kalziumkarbonat und Magnesiumkarbonat auf der Oberfläche ab, was sie einerseits vor Korrosion schützt, andererseits jedoch zu einer Verengung von Rohren führen kann, wodurch die Wärmeübertragung abnimmt. Wie schnell die Verkalkung voranschreitet, ist von Kalkgehalt des Wassers und der Temperatur von Wärmetauschern und Heizstäben abhängig. Je wärmer diese werden, desto schneller setzten sie Kalk an.


Vollbenutzungsstunden

Anzahl der Stunden, die ein Wärmeerzeuger pro Jahr mit maximaler Leistung arbeitet. Bei leistungsmodulierten Brennern können die Vollbenutzungsstunden mit den Betriebsstunden verwechselt werden, deren Anzahl deutlich höher liegen kann. Die vollbenutzungsstunden lassen sich grob berechnen, indem der Wärmeinhalt des verbrauchten Brennstoffs durch die Heizlast des Hauses dividiert. Alternativ kann die verbrauchte Brennstoffmenge in Kilowattstunden auch durch die Nennleistung des Heizkessels geteilt werden.


Vollkosten

Heizkosten, bei denen alle Kostenbestandteile anteilsgerecht berücksichtigt wurden. Bei den Vollkosten handelt es sich um die über einen bestimmten Zeitraum hinweg anzusetzenden Gesamtkosten einer Heizanlage, die aus Betriebskosten, Verbrauchskosten und Kapitalkosten bestehen.


Vorlauf

Als Vorlauf wird die Rohrleitung bezeichnet, in der das Heizungswasser vom Heizkessel zu den Heizkörpern fließt. Bei thermischen Solaranlagen ist der Vorlauf die Rohrleitung, die vom Solarkollektor zum Speicher führt.


Vorlauftemperatur

Temperatur, mit der das Heizwasser vom Heizkessel zum Heizkörper fließt. Abhängig von der vorherrschenden Außentemperatur liegt sie in der Regel zwischen 35 °C und 70 °C. Anlagen mit Flächenheizungen wie beispielsweise Wand- oder Fußbodenheizung bedürfen nur einer Vorlauftemperatur zwischen 25 °C und 40 °C. Verfügt die Heizanlage über keinen Heizungsmischer, entspricht die Vorlauftemperatur der Temperatur des Kesselwassers.


Vorrangschaltung

Die Vorrangschaltung (auch Warmwasser-Vorrangschaltung) dient dazu, der Warmwasserbereitung gegenüber dem Heizbetrieb den Vorrang einzuräumen. Es wird also zuerst warmes Wasser bereitet und dann geheizt. Am Warmwasserspeicher wird hierzu ein Thermostatschalter oder ein Temperaturfühler angebracht. Hinzu kommt ein Zweiwegeventil oder eine Brauchwasserladepumpe. Ziel der Verwendung einer Vorrangschaltung ist es, ständig warmes Wasser zur Verfügung zu haben.


W

Wärmebedarf

Nettowärmemenge gemessen in Kilowattstunden (kWh), die zur Beheizung eines Raumes mindestens benötigt wird. Der Wärmebedarf bildet sich aus den Faktoren Heizlast und Dauer der Beheizung und setzt sich aus Transmissionswärmebedarf und Lüftungswärmebedarf zusammen.


Wärmedämmung

Die Wärmedämmung verringert den Wärmestrom von der wärmeren zur kälteren Seite (z.B. Innen- und Außenseite einer Außenwand) eine Bauteils. Dazu werden Stoffe verwendet, die nur über eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit verfügen und zwischen der warmen und kalten Schicht angebracht. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, dürfen Dämmstoffe nicht durchströmt werden und eine bestimmte Dicke nicht unterschreiten. Sehr gute Dämmeigenschaften werden durch ein Vakuum (z. B. Fenster mit Mehrfachverglasung) erzielt. Auch mit ruhender Luft lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Die Wirksamkeit einzelner Bauteile (z. B. einer wärmegedämmten Außenwand oder eines Fensters) wird über den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) angegeben. Je geringer dieser Wert, desto besser die Dämmung und desto geringer auch die Wärmeverluste.


Wärmemengenzähler

Messgerät zur Ermittlung der Wärmemenge, die in einem Heizkreis abgegeben wird. Der Zähler ermittelt das durchfließende Wasservolumen zusammen mit der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf und errechnet daraus die Wärmemenge. Der Einbau von Wärmemengenzählern ist Pflicht, da sie eine wesentliche Rolle bei der gesetzlich vorgeschriebenen Heizkostenabrechnung spielen.


Wärmepumpe

Wärmepumpen dienen der Energiegewinnung aus der Umwelt. Wichtige Quellen für Umweltwärme sind Erdreich (Erdwärme, Geothermie), Grundwasser und Luft. Damit die dort befindliche Wärme genutzt werden kann, bedarf es einer dafür ausgelegten Wärmepumpe. Diese wird noch um eine Wärmequellanlage, eine Heizungspumpe und ein Verteilsystem ergänzt, um zusammen eine sehr umweltschonende und nahezu klimaneutral arbeitende Heizanlage zu bilden. An der Eingangsseite nimmt die Wärmepumpe Wärme mit geringer Temperatur auf und gibt auf der Heizungsseite Energie mit einer höheren Temperatur wieder ab. Dabei wird das Temperaturniveau durch kontinuierliches Verdampfen und Verdichten eines Arbeitsmittels angehoben, um die so gewonnene Wärme dann dem Heizsystem zuführen zu können. Das Arbeitsmittel ist zunächst gasförmig und wird erst leicht erwärmt. Anschließend wird es über einen Kompressor komprimiert, wodurch sich die Temperatur erhöht. Die so gewonnene Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser übertragen, wobei es wieder abkühlt und anschließend erneut in den Kreislauf geschickt wird. Nach dem gleichen Prinzip arbeiten seit Jahrzehnten Kühlschränke, wenn auch in umgekehrter Weise. Ein Nachteil von Wärmepumpen liegt im relativ hohen Strombedarf. Ein klimaneutraler Betrieb kann daher nur bewirkt werden, wenn der Strom aus regenerativen Energien kommt.


Wärmetauscher

Der Wärmetauscher (auch als Wärmeübertrager bezeichnet) ist ein Gerät, mit dem Wärme von einem Medium auf ein anderes übertragen werden kann, ohne dass es dabei zu einer Vermischung oder Berührung kommt. Wärmetauscher finden sich beispielsweise in Warmwasserspeichern, in denen Trinkwasser mittels Heizwasser erwärmt wird.


Wärmeverteilung

Die im Haushalt oder einem Gebäude benötigte Raumwärme muss sowohl erzeugt als auch bedarfsgerecht verteilt werden, um ein optimales Ergebnis erzielen zu können. Diese Aufgabe lässt sich am einfachsten mithilfe eines Plattenheizkörpers bewerkstelligen. Darüber hinaus können auch Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen sowie Decken- und Randleistenheizungen eingesetzt werden. Je nachdem, welches dieser Systeme zum Einsatz kommt, werden bestimmte Vorlauftemperaturen benötigt. Flächenheizsysteme kommen in der Regel mit niedrigeren Temperaturen aus. Niedrigtemperierte Verteilsysteme eignen sich daher auch besonders gut bei der Nutzung von Wärmeerzeugern, die bei tieferen Temperaturen hohe Nutzungsgrade erzielen können. Dazu zählen beispielsweise Wärmepumpen, Solarthermie und Brennwerttechnik.


Warmwasser-Vorrangschaltung

Siehe Vorrangschaltung.


Warmwasserspeicher

Die Aufgabe eines Warmwasserspeichers besteht darin, eine bestimmte Menge an Wasser dauerhaft auf einem voreingestellten Temperaturniveau warmzuhalten. Er wird deswegen auch als Vorratswasserspeicher bezeichnet und dient der Warmwasserbereitstellung in Gebäuden. Als Alternative zum Warmwasserspeicher kann auch ein Durchlauferhitzer verwendet werden. Hier wird das Wasser nach Bedarf im Vorbeifließen erhitzt.


Warmwasserspeicher - Funktion und Effizienz

Warmwasserspeicher sind in der Regel mit der Heizung oder einer Solarthermieanlage gekoppelt. Früher hingegen wurde die Wärme direkt im Speicher erzeugt, wofür eine eigene Brennkammer und ein eigener Abgasanschluss vorhanden waren. Der Vorteil solcher Anlagen lag darin, dass der Heizkessel in den Sommermonaten komplett außer Betrieb genommen werden konnte. Direkt befeuerte Warmwasserspeicher entsprechen jedoch heute nicht mehr dem Stand der Technik, da Energieverluste und Wartungskosten gerade gegenüber moderner Brennwerttechnik viel zu hoch und in Bezug auf die erbrachte Leistung nicht mehr gerechtfertigt sind. Die heutigen indirekt erwärmten Warmwasserspeicher werden über das Heizwasser mit Wärme versorgt, wobei ein Wärmetauscher zum Einsatz kommt. Das Heizungswasser wird in einem spiral- oder wendelförmigen Rohr durch den Speicher geleitet, wo es die Wärmeenergie an das dort befindliche kältere Trinkwasser abgibt. Danach wird das abgekühlte Heizwasser zum Heizkessel zurückgeführt. Bei Warmwasserspeichern ist es besonders wichtig, dass sie gut gedämmt sind. Aber auch dann ergeben sich noch vergleichsweise hohe Wärmeverluste, was vor allem an den langen Leitungswegen vom Speicher zu den Zapfstellen liegt. Gegenüber dem Durchlauferhitzer ergibt sich so eine schlechtere Energieeffizienz, was zu einem höheren Brennstoffverbrauch, höheren Heizkosten und einer schlechteren CO2-Bilanz führt.


Warmwasserspeicher und Solarthermie

Bei Solarthermieanlagen sind Warmwasserspeicher jedoch unentbehrlich, da durch den Speicher erst die Möglichkeit eröffnet wird, Sonnenenergie zu speichern. Dafür ist der "Brennstoff" kostenfrei, weswegen auch der Faktor Effizienz vernachlässigt werden kann. Es muss jedoch bedacht werden, dass die Sonne eine fluktuierende Energiequelle ist, deren Versorgung Schwankungen unterlegen ist. Deswegen muss auch der Heizkessel mit dem Warmwasserspeicher verbunden sein, um bei geringer Sonneneinstrahlung und/oder hohem Wärmebedarf aushelfen zu können.


Wasserhärte

Die Wasserhärte bemisst sich anhand der Kalzium- und Magnesiumionen, welche an die Kohlensäure (HCO3) im Wasser gebunden sind. Bestimmt wird sie nach dem Gehalt an Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg) im Wasser. Enthalten 100 Liter Wasser etwa 0,7 Gramm Kalzium oder 0,4 Gramm Magnesium, dann entspricht dies 1° dH, also ein Grad deutscher Härte. Nach dem Waschmittelgesetz wird Trinkwasser in vier Härtebereiche eingeteilt.


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Zentralheizung

Zentralheizungen versorgen von einer zentralen Stelle (z. B. Heizkeller in einem Mehrfamilienhaus) aus mehrere Wohnungen oder Gebäude mit Wärme. Dabei dienen sie oftmals zugleich der Erzeugung und Bereitstellung von Warmwasser. Als Trägermedium können sowohl Luft als auch Wasser zum Einsatz kommen, die über die Rohrleitungssysteme zu den einzelnen Heizkörpern geführt werden. Die Erhitzung erfolgt also an einem zentralen Punkt und die Verteilung wird von dort aus über eine Umwälzpumpe vorgenommen.


Zerstäubungsbrenner

Beim Zerstäubungsbrenner handelt es sich um eine Form des Ölbrenners, wie er in Ölheizkesseln eingesetzt wird. Das Öl wird durch eine Düse gepresst und dadurch fein zerstäubt. Dieser Öl-Nebel wird anschließend über ein Gebläse mit einem Luftstrom vermischt und entzündet.


Zirkulationseinrichtung

Die Zirkulationseinrichtung kommt in einer zentralen Warmwasserversorgung zum Einsatz und soll gewährleisten, dass an den einzelnen Zapfstellen warmes Wasser zur Verfügung steht, sobald der Zapfhahn geöffnet wird. Um dies zu erreichen, führt die Zirkulationseinrichtung sich in der Warmwasserleitung abkühlendes Wasser wieder dem Speicher zu, um von dort warmes Speicherwasser zu den Zapfstellen zu fördern. Die Zirkulation bedarf einer temperatur- und zeitabhängigen Steuerung, um Wärmeverluste in Zeiten geringen Wasserbedarfs zu vermeiden.


Zirkulationsleitung

Wärmegedämmte Rohrleitung mit geringem Durchmesser, über die abgekühltes Warmwasser mithilfe einer Zirkulationspumpe wieder zum Speicher zurückgeführt wird. Ist es nicht möglich, eine Zirkulationsleitung nachzurüsten, bleibt noch ein elektrisches Heizband als kostenungünstigere Alternativlösung.


Zugbegrenzer

Ältere Heizungen sind meist mit einer Nebenluftklappe ausgestattet, die sich am unteren Ende des Schornsteins befindet. Im Falle eines stärkeren Kaminzugs öffnet sich diese Klappe, um zusätzliche Luft aus dem Heizungsraum in den Schornstein gelangen zu lassen. Dadurch wird der Unterdruck begrenzt und eine Störung des Brennerbetriebs durch einen zu starken Zug vermieden. Bei Stillstand des Brenners wird zudem weniger Luft durch die Anlage gezogen.


Zweiwegeventil

Mittel eines Zweiwegeventils kann ein Heizwasserstrom je nach Bedarf in eines von zwei abgehenden Rohren geleitet werden. Zweiwegeventile können elektrisch in Abhängigkeit von Temperatur, Druck oder Zeit und thermostatisch (Thermostatventil in Einrohrheizung) angesteuert werden.