Richtiges Heizungswasser in Heizsystemen

So bleiben Heizkessel, Heizungspumpen und Co. langfristig intakt!

Das Heizwasser nimmt eine bedeutende Stellung im Heizsystem ein, denn mit ihm wird die Wärme vom Kessel zu den einzelnen Heizkörpern und damit in den Wohnraum transportiert. Dabei zirkuliert es ständig zwischen Wärmeerzeuger und Heizfläche, um fortwährend die Energie dort abzuliefern, wo sie benötigt wird.

Damit eine Heizanlage auf optimale Weise funktionieren kann, muss also immer für ausreichend Heizwasser gesorgt sein. Durch Lecks in den Rohrleitungen oder undichte Armaturen kann es zu einem Wasserverlust kommen. Auch umfangreichere Arbeiten an der Heizung können dazu führen, dass Wasser nachgefüllt werden muss.

Wann muss Heizwasser nachgefüllt werden?

Heizanlagen sind komplexe Systeme, die aus einer Vielzahl an Komponenten bestehen. Dazu zählen beispielsweise Kessel, Pumpen, Heizkörper, Rohrleitungen und Armaturen. Muss nun eine dieser Komponenten ausgetauscht werden, geht dieser Vorgang sehr oft mit einem Wasserverlust einher. Auch undichte Stellen in den Rohrleitungen und Armaturen sowie defekte Ausdehnungsgefäße können dazu führen, dass weniger Wasser im System ist, als benötigt wird.

Das Heizungswasser muss immer dann ergänzt werden, wenn der Anlagendruck, also der Wasserdruck unterhalb des notwendigen Drucks abgefallen ist. Den notwendigen Anlagedruck können Sie auf dem Manometer der Heizung ablesen. Vorausgesetzt, der Heizungsmonteur hat eine entsprechende Kennzeichnung vorgenommen. Dies erfolgt üblicherweise bei der ersten Inbetriebnahme der Heizung. Dann wurde der rote Zeiger auf dem Manometer entsprechend positioniert und eine Markierung vorgenommen. Sollten Sie sich unsicher sein oder keine Markierung vorfinden, gibt es einen recht einfachen Tipp. Je Meter Höhe zwischen Heizkessel und oberstem Heizkörper werden 0,1 bar Druck benötigt. Um eine kleine Reserve zu haben, sollten 0,3 bar hinzugerechnet werden.

Wie wird Heizwasser nachgefüllt?

Die Heizungsanlage wird in der Regel mit ganz normalem Trinkwasser befüllt. Zwischen beiden Netzen, also Trinkwassernetz und Heizungsnetz, kommt ein sogenannter Systemtrenner zum Einsatz. Diese speziellen Sicherungsarmaturen sollen das Trinkwassernetz vor den unterschiedlichen Druckverhältnissen des Heizsystems schützen. Zu Beginn werden alle Ventile geöffnet und alle Pumpen abgeschaltet. Anschließend beginnt die Einleitung des Wassers. Währenddessen ist der Manometer zu beobachten, von dem sich ablesen lässt, wann der nötige Betriebsdruck erreicht ist.

Ist das Befüllen abgeschlossen, sollte das System noch einmal komplett entlüftet werden, um Korrosion im Leitungsnetz entgegenzuwirken. Mit dem jährlichen Befüllen bzw. prüfen des Heizwassers sollte auch gleich noch das Ausdehnungsgefäß auf seine Funktion und einen einwandfreien Zustand hin überprüft werden.

Zwar wird beim Befüllen grundsätzlich Trinkwasser verwendet. Das aber bedarf wegen der hohen Anforderungen in modernen Anlagen jedoch einer speziellen Aufbereitung.

Welcher Art und Intensität diese Aufbereitung zu sein hat, richtet sich nach der örtlichen Trinkwasserqualität und der Heizanlage selbst. Die Art der Aufbereitung wird normalerweise vom Heizungsplaner oder Monteur ermittelt und festgelegt. Um sowohl Steinbildung als auch Korrosion entgegenzuwirken, stehen Methoden wie Entsalzen und Enthärten zur Auswahl.

Methoden zur Aufbereitung des Heizwassers

Die Wasserenthärtung ist die günstigere Maßnahme, um eine wirkungsvolle Wasseraufbereitung zu erzielen. Dabei kommt das sogenannte Ionenaustauschverfahren zum Einsatz. Im Zuge dieses Verfahrens werden hartmachende Ca- und Mg-Ionen durch Na-Ionen ersetzt. Die beim Verfahren gelösten Stoffe werden gebunden und aus dem Kreislauf gespült.

Die Enthärtungsanlage selbst ist als platzsparende Einheit erhältlich und lässt sich mit automatischen Nachspeiseeinrichtungen verbinden. Sie bietet Schutz vor Kalkablagerungen, vermeidet Schäden an Geräten und Armaturen und erhöht so die Lebensdauer der Heizanlage.Neben der Enthärtung kann auch eine Entsalzung durchgeführt werden. Die Methode ist teurer in der Anwendung, bietet dafür aber eine höhere technische Sicherheit.

Abhängig von der Anlage kann die Entsalzung über verschiedene Verfahren durchgeführt werden. Häufig kommen Ionenaustauschverfahren und Umkehrosmose zum Einsatz. Letztere findet vor allem in größeren Anlagen Verwendung. Die Stoffe werden unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran geführt und so dem Wasser entzogen. Grundsätzlich bietet die Verwendung von aufbereitetem Heizwasser je nach Wasserqualität ein deutlich höheres Maß an Schutz. Das wiederum begünstigt einen langfristig effizienten Betrieb der Heizanlage.

Wer mehr über die Anforderungen zur ordnungsgemäßen Belüftung von Heizungsanlagen gemäß VDI 2035 erfahren möchte, kann sich bei unserem Industriepartner Reflex informieren.