Die Heizkurve

Wie Sie die Heizkurve richtig einstellen und Energie sparen

Durch die richtige Einstellung der Heizkurve lassen sich Energiekosten sparen und gleichzeitig steigt der Komfort. Doch was genau ist eigentlich die Heizkurve? 

 

Als Heizkurve wird die grafische Darstellung bezeichnet, mit der die Abhängigkeit der Vorlauftemperatur eines Heizsystems von der Außentemperatur beschrieben wird. Jeder Punkt auf der Heizkurve steht also vor das Verhältnis von Vorlauftemperatur zur Außentemperatur (Siehe Bild 1). 

Die Vorlauftemperatur ist jene Temperatur, auf die das Heizwasser im Kessel erwärmt wird, bevor es zu den einzelnen Heizkörpern geschickt wird. Das Ziel besteht nun darin, die Vorlauftemperatur stets auf einem Niveau zu halten, das für eine ausreichende Beheizung bzw. die gewünschte Raumtemperatur nötig ist.

Auf der anderen Seite soll die Vorlauftemperatur aber auch nicht zu hoch sein, um unnötige Energiekosten zu vermeiden.

Warum ist es wichtig, die Heizkurve richtig einzustellen?

Eine Heizung benötigt zur Beheizung eines Gebäudes eine höhere Vorlauftemperatur und folglich mehr Energie, je niedriger die derzeitige Außentemperatur liegt. Eine falsch eingestellte Heizung liefert hier entweder eine zu geringe Vorlauftemperatur oder, was oft der Fall ist, an warmen Tagen eine zu hohe. Deswegen ist es wichtig, die Kurve zu verstehen und gegebenenfalls auch richtig und den eigenen Bedürfnissen angepasst einzustellen. Liegt sie nämlich auf einem zu hohen Niveau, kann sich durch eine nachträgliche Anpassung bares Geld in Form von sinkenden Heizkosten einsparen lassen.

Beschreibung der Heizkurve

Wie der grafischen Darstellung im Koordinatensystem zu entnehmen ist, verfügt die Kurve nicht über einen linearen Verlauf. Die Steigung ist anfangs größer und flacht dann nach den ersten 5-10 Grad merklich ab, um sich in einem nahezu linearen Verlauf fortzusetzen. Diese Eigenschaft ist auf das unterschiedliche Verhalten von Heizkörpern und Heizflächen zurückzuführen. Das liegt an den voneinander abweichenden Ausgangstemperaturen in den jeweiligen Aufstellräumen und den dafür benötigten Energiemengen. Zudem haben die Heizkurven von Fußbodenheizungen einen flacheren Verlauf als die von normalen Wandheizkörpern.

Der Verlauf einer solchen Kurve lässt sich mit ihrer Steigung beschreiben. In diesem Fall gibt die Steigung an, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur der Heizung zu- oder abnimmt, wenn sich die Außentemperatur um genau 1 Grad ändert.

Heizkurve einstellen: Zusammenspiel von Vorlauftemperatur und Außentemperatur

Zur Bestimmung der optimalen Heizkurve kann auch die Parallelverschiebung angewendet werden. Dabei wird die Kurve unter Beibehaltung ihres Steigungsverhaltens als Ganzes nach oben oder unten verschoben. In einem schlecht gedämmten Haus, dass viel Wärme nach außen hin abgibt, muss die Kurve entsprechend nach oben verschoben werden, damit die Räume noch auf das gewünschte Temperaturniveau gebracht werden können. So könnte beispielsweise bei 10° C Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von 50° C notwendig machen. Wird das Haus energetisch saniert, verschiebt sich die Heizkurve nach unten, wodurch die Vorlauftemperatur auf Werte zwischen 35° oder 40° C gesenkt werden kann. Das zieht natürlich auch einen geringeren Energieverbrauch und ebensolche Heizkosten nach sich. 

In Bezug auf die Grafik wird in dem Fall die Kurve entlang der x-Achse nach rechts verschoben und möglicherweise verringert sich auch noch ihre Steigung. Dadurch sinkt auch der Ausgangspunkt der Kurve, also die Temperatur, bei der die Arbeit der Heizung genau bei null liegt, entsprechend ab. 

Kann die Heizkurve selbst eingestellt werden?

Oftmals stellen Heizungsbauer die Kurve etwas zu hoch ein, da sie auf diesem Wege mit weniger Reklamationen zu rechnen haben. Schließlich bietet eine zu warme Heizung weniger Anlass zur Beschwerde als eine, die zu wenig Wärme abgibt. Andere Heizungen laufen einfach auf Werkseinstellung ohne individuelle Anpassung auf das jeweilige Haus. Diese Einstellungen machen sich jedoch spätestens auf der Wärmekostenabrechnung bemerkbar, weswegen es sinnvoll sein kann, die Heizkurve selber einzustellen. So lassen sich Brennstoffverbrauch und Verschleiß reduzieren, Laufzeiten optimieren und der Nutzungsgrad steigern. 

Die Einstellung erfordert jedoch ein wenig Zeit. 

Heizkurve einstellen: Welches Vorgehen ist empfehlenswert?

Die Einstellung wird am besten in der kühleren Jahreszeit vorgenommen, sobald die Außentemperaturen unter 5° C abgesunken sind. Ziel ist es zunächst, die Heizkurve so flach wie möglich zu halten und dennoch gleichzeitig alle Räume auf die gewünschte Temperatur aufheizen zu können. Ein einzelner Raum wird über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht, indem die Raumtemperaturen über mehrere Tage und bei voll aufgedrehten Thermostatventilen protokolliert werden. Es sollte möglichst immer nur ein Parameter verändert werden und der auch nur in kleinen Schritten von einem Grad Celsius. Anschließend werden die daraus resultierenden Veränderungen über ein bis zwei Tage beobachtet, um dann gegebenenfalls weitere Änderungen vorzunehmen. Das sollte nach Möglichkeit an Tagen mit vergleichbaren Temperaturen geschehen. 

Die Steigung der Heizkurve sollte übrigens nur an kalten Tagen verändert werden, da sich die Veränderungen sonst kaum wahrnehmen lassen. 

Wie lassen sich die gemessenen Daten interpretieren?

Etwas leichter geht es mit der Parallelverschiebung. Ist es beispielsweise dauerhaft zu kalt, kann dies mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer zu niedrigen Parallelverschiebung liegen. Sie sollte demnach schrittweise angehoben, die Kurve auf der x-Achse also nach links bewegt werden. 

Ein Indiz für eine zu niedrige Vorlauftemperatur ist auch in einer nur geringen Differenz zur Rücklauftemperatur zu finden. Liegt die Rücklauftemperatur also oftmals nur knapp unter der Vorlauftemperatur, ist Letztere entweder zu niedrig oder die Thermostate sind gerade alle voll aufgedreht. 

Ist es hingegen nur bei besonders niedrigen Außentemperaturen zu kalt, liegt das Problem in einem zu flachen Verlauf der Heizkurve. Die Steigung muss in dem Fall also erhöht werden. Ist es nur in den Übergangszeiten zu kalt, sollte das Niveau insgesamt angehoben werden und gegebenenfalls die Steigung etwas abflachen, damit an besonders kalten Tagen kein Überangebot an Wärme entsteht. 

Heizkurve richtig einstellen - Sinn und Zweck

Die korrekte Einstellung der Heizung ist also stets mit zwei Zielsetzungen verbunden, die in der Vermeidung von zu wenig und zu viel Wärme liegen. Deswegen ist es beim Einstellen der Kurve auch so wichtig, die Ventile voll aufzudrehen. Sonst wäre es nämlich gar nicht möglich, das Überangebot an Wärme zu erzeugen und zu messen. 

Im Zuge der Einstellungen kann es übrigens auch empfehlenswert sein, vom Fachmann einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass alle Räume - unabhängig von ihrer Lage im Haushalt - gleichmäßig beheizt werden. Denn häufig wird die Heizkurve unnötiger Weise zu hoch eingestellt, wenn einzelne Heizkörper nicht richtig warm werden und die Heizungspumpe bereits auf maximaler Stufe läuft. 

Details zur individuellen Einstellung der Heizkurve an Ihrer Regelung finden Sie in der Bedienungsanleitung des Herstellers. Sollte Ihnen keine Bedienungsanleitung vorliegen, schicken Sie uns doch einfach eine kurze Mail an info[at]easyheizung.de mit dem Stichwort Betriebsanleitung und wir schicken Ihnen, soweit vorhanden, die passende Bedienungsanleitung kurzfristig zu.