Der Niedertemperaturkessel:

Zuverlässige Technik von gestern

Niedertemperaturkessel galten in den 80er Jahren als Innovation in der Heiztechnik, denn ihr Energieverbrauch lässt sich witterungsabhängig anpassen.

Heute, 30 Jahre später, sind noch viele dieser Kessel im Einsatz, denn die Geräte genießen nach wie vor den guten Ruf, zuverlässig und robust zu sein. Und vielen Niedertemperaturkesseln sieht man das Alter leider nicht an. Gute Niedertemperaturkessel erreichen einen Nutzungsgrad von 90 Prozent. Gemessen an den Standards der 70er und 80er Jahre ist das ein sehr guter Wert. Werden jedoch moderne Brennwertkessel in diesen Vergleich mit hinzugezogen, dann ist der Wert aber sehr niedrig.

Gleitender Betrieb: Die Funktionsweise eines Niedertemperaturkessels

Das seinerzeit Innovative am Niedertemperaturkessel lag an der automatischen Anpassung der Vorlauftemperatur des Heizsystems an die Außentemperatur. Zu diesem Zweck verfügt das Gerät über einen Außentemperaturfühler, der diese Temperatur fortwährend misst. Deswegen wird die Betriebsweise eines Niedertemperaturkessels oftmals auch als gleitend bezeichnet. Je nach vorherrschendem Temperaturniveau werden im Kessel maximal 70° - 80°C bei den Vorlauftemperaturen erreicht. Niedertemperaturkessel sind aber auch dazu in der Lage, mit einer konstant niedrigen Vorlauftemperatur von 40°C zu arbeiten. Darin liegt auch im Wesentlichen der Unterschied zu den Konstanttemperaturkesseln, die in den 70er Jahren als Stand der Technik galten. Zur Erwärmung des Heizwassers wird die durch Öl oder Gas erzeugte Wärme über einen Wärmetauscher übertragen.

Das Problem: Aggressives Kondensat

Während des Verbrennungsprozesses entsteht im Niedertemperaturkessel ein extrem aggressives Kondensat, das den Heizkessel unter Umständen sogar zerstören kann. Damit genau das nicht geschieht, arbeiten Konstanttemperaturkessel dauerhaft mit einer hohen Temperatur, die über dem Taupunkt der Rauchgase liegt. Bei Erdgas liegt der Taupunkt beispielsweise bei 56°C. So wird auf der einen Seite zwar vermieden, dass Kondensat überhaupt entsteht. Auf der anderen Seite steigt dadurch jedoch der Brennstoffverbrauch stark an. Bei Niedertemperaturkesseln wurden daher konstruktive Maßnahmen vorgenommen, die der Kondensatbildung entgegenwirken und den gleitenden Betrieb ermöglichen sollten, ohne dass der Kessel dabei Schaden nimmt.

Heizungsaustausch: Welche Heizung ist die beste?

Angesichts der heute verfügbaren Technik lässt sich eine Rangfolge aufstellen, was Effizienz und ressourcenschonende Betriebsweise beim Heizen anbelangt. An erster Stelle steht dabei der Brennwertkessel, an zweiter der Niedertemperaturkessel und an dritter der Konstanttemperaturkessel. Wer seine Wohnung bzw. sein Haus heute noch über einen Niedertemperaturkessel beheizt, sollte jedoch ebenfalls einen Umstieg auf moderne und umweltfreundliche Brennwerttechnik in Erwägung ziehen. Die Investitionskosten amortisieren sich innerhalb weniger Jahre über die sinkenden Brennstoffkosten.

Tut im Keller des Hauses noch ein Konstanttemperaturkessel seinen Dienst, dann sind dessen Besitzer seit diesem Jahr sogar dazu verpflichtet, ihn auszutauschen. Mit Inkrafttreten der novellierten Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen ab 2015 alle Heizkessel ausgetauscht werden, die älter als 30 Jahre sind. Dabei sollte beachtet werden, dass diese Regelung auch auf Niedertemperaturkessel zutreffen kann, sofern sie bereits ein entsprechendes Alter erreicht haben. Vom Gesetzgeber wurden jedoch auch ein paar Ausnahmen festgelegt, welche der alten Heizkessel von der Austauschpflicht erst einmal befreit sind. Völlig unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben ist natürlich die Tatsache, dass moderne Brennwertkessel deutlich effizienter sind als Niedertemperaturkessel und eine Heizungsmodernisierung sowohl in ökonomischer als auch ökologischer Hinsicht ein absolut sinnvolles Unterfangen ist. Der Heizungsplaner von easyHeizung hilft dabei, herauszufinden, welche Investitionskosten mit einem Heizungsaustausch verbunden sind.