Viele Brennwertheizkessel nutzen den Brennwerteffekt nicht

Ein Großteil der bundesweit installierten Brennwertanlagen nutzen nicht das volle Einsparpotential. Das Problem ist aber selten die Technik. Falsche Rahmenbedingungen führen zu geringeren Einsparungen als möglich wären.

Mit einer Sanierungsquote von weniger als 1 Prozent scheint die Energiewende zumindest in deutschen Heizungskellern in Vergessenheit geraten zu sein.

Laut BDH (Bundesverbands Deutsche Heizungsindustrie) sind noch dazu über 70 Prozent der sich derzeit im Einsatz befindlichen Heizkessel veraltet. Würden die Kessel dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, könnten laut BDH rund 13 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland eingespart werden.

Um diesen Stand auch im eigenen Heizungskeller erzielen zu können, empfiehlt der Verband in erster Linie moderne Brennwerttechnik.

Kein Novum: Brennwerttechnik bereits bestens Bewährt

Die Brennwerttechnik ist als solche alles andere als neu, da sie bereits seit über 15 Jahren am Markt erhältlich ist. Ihre Vorteile hinsichtlich der Effizienz sollten demnach eigentlich bekannt sein.

Die aktuelle Sanierungsquote stützt diese Annahme jedoch nicht. Brennwertkessel nutzen das anfallende Kondenswasser ebenfalls zu Heizzwecken, was im Vergleich zu alten Blaubrennern zu Einsparungen von über 40 Prozent führen soll. Auch gegenüber der etwas moderneren Niedertemperaturtechnik können sich Brennwertgeräte mit Effizienzsteigerungen von 6 Prozent behaupten.

Effektivität von Brennwertkesseln im Praxischeck

Um die Effektivität von Brennwertkesseln beurteilen zu können, führt die Verbraucherzentrale NRW bereits seit 2011 einen Brennwertkessel-Check durch. Erstmalig vorgestellt wurde dieser im Rahmen der Berliner Energietage auf dem Panel "Wie gelingt Energieeffizienz aus Verbrauchersicht? - Einblicke aus der Praxis". 6.500 Brennwertkessel wurden von Energieberatern und Verbraucherschützern überprüft und die gemessenen Kondensatmengen mit tatsächlich erzielbaren Werten verglichen.

Den Hausbesitzern wurde im Anschluss daran ein Protokoll ausgestellt, aus dem sie entnehmen konnten, ob ihre Brennwertheizung optimal eingestellt ist oder nicht.

Die Auswertung sämtlicher Protokolle zeigte, dass es in dem Bereich noch Nachholbedarf gibt.

In den meisten Fällen waren die folgenden Gründe für eine nicht optimale Funktion der Heizung relevant:

  • Kesselgröße nicht an den Bedarf angepasst,
  • Pumpen sind nicht effizient,
  • fehlender hydraulischer Abgleich,
  • Heizungsrohre sind schlecht gedämmt,
  • hoher Optimierungsbedarf bei den Reglern,
  • zu geringe Spreizung, zu hohe Rücklauftemperatur.

Abgesehen von der Kesselgröße ließen sich sämtliche der oben aufgeführten Punkte ohne großen Aufwand beheben. Die Hausbesitzer, die sich am Brennwertkessel-Check beteiligten, erkannten das Potenzial und die damit verbundene Notwendigkeit zu einer Optimierung der Anlage.

Nicht optimal funktionierende Brennwerttechnik ist also meist auf die Rahmenbedingungen zurückzuführen, weniger auf die Technik selbst.

Unsere Heizungsexperten informieren Sie bereits während der Angebotsphase über die optimale Verwendung von Brennwertheizungen. Nur so können wir sicherstellen, dass die maximalen Energieeinsparungen auch umgesetzt werden.