Gasleitung überprüfen

Wie oft müssen Sie die Gasleitung überprüfen lassen?

Dichte Gasleitungen sind ein wichtiger Aspekt für die eigene Sicherheit und die der Familie. Ein Schadensfall kann weitreichende Folgen haben.

Ursachen und Folgen einer undichten Gasleitung

Viele Anschlussfittingen, Verschraubungen und Übergänge der Rohrleitungen sind mit Gewinde verbunden. Zur Abdichtung der Gewinde wird seit jeher Hanf eingesetzt. Dieser Hanf kann jedoch über die Jahre austrocknen und undicht werden. Aber auch Kunststoffdichtungen werden mit der Zeit spröde. Hier kann unkontrolliert Gas entweichen. Bei Wasserleitungen ist das Problem eher selten, da Wasser gegen das Austrocken wirkt.

Unkontrolliert austretendes Erdgas kann sich im Raum sammeln und sobald ein entsprechendes zündfähiges Luft-Gas-Gemisch entstanden ist, kann es zu einer Explosion kommen.

Gasleistung prüfen lassen - aber wann, wie oft, durch wen?

Die Gasleistung prüfen zu lassen, gehört zu den Grundpflichten und in den Verantwortungsbereich eines Eigentümers. Unsicherheit besteht oft über die Intervalle von Wartungsarbeiten und Prüfungen. Die Angebote von Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur für den jährlichen Gas-Check kenn fast jeder Hausbesitzer. Doch was ist richtig und muss gemacht werden?

Verständlich ist, dass Sie Kosten sparen wollen. Das sollen Sie auch weiterhin dort tun, wo es vernünftig ist. In Sicherheitsfragen rund um das Thema Gas sind Kompromisse und halbe Lösungen sicherlich fehl am Platze. Gasleistungen prüfen ist Pflicht und keine Kür.

Lassen Sie sich durch die gesetzlichen Pflichten jedoch nicht auf das Glatteis führen. Mieter sind erst einmal außen vor, außer Sie haben eine besondere Vereinbarung getroffen. Grundstücks- und Gebäudeeigentümer unterliegen der gesetzlichen Pflicht und können im Schadensfall zur Verantwortung gezogen werden. Wer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, hat schnell das Nachsehen. Lassen Sie daher als Eigentümer regelmäßig die Gasleistungen prüfen.

Das Regelwerk zur Prüfpflicht von Gasinstallationen

Nicht gesetzlich vorgeschrieben aber sehr empfehlenswert:

Für private wie für gewerblicher Eigentümer und Vermieter gibt es viele gesetzliche Vorschriften, aber keine verbindlichen Regelungen für die intervallmäßige Überprüfung der Gasinstallationen. Alle Regelwerke sind als Nachschlaghilfe unverzichtbar, aber der Inhalt ist nicht amtlich, sondern besitzt lediglich einen Empfehlungscharakter auf den sich aber Richter und Versicherer im Schadensfall berufen.

Im technischen Regelwerk für Gasinstallationen der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches kurz DVGW ist ein Kontroll- und Überprüfungszeitraum von 12 Jahren für die Gebrauchsfähigkeits- und Dichtheitsprüfung bei Gasleitungen schriftlich aufgeführt. Nur ein zugelassenes Vertragsinstallationsunternehmen (VIU) hat die erforderliche Prüfung vorzunehmen.
(Quelle: DVGW, TRGI, Stand 04/2008).

Ist die Gasleistung dicht und wurde sie regelmäßig den Empfehlungen entsprechend durch einen Fachmann geprüft, braucht man sich keine Gedanken zu machen. Im Schadensfall mit Sach- und Personenschäden werden von Ihnen die entsprechende Nachweise für die erfolgte Prüfungen verlangt. Ohne Nachweis erhärtet sich der Verdacht, einen Verstoß gegen die Prüf- und Sorgfaltspflichten begangen zu haben. Dann kann es teuer werden.

Hausschau oder Gas-Check - Gasleistung prüfen, aber richtig

Die jährliche visuelle Kontrolle der Gasleitungen darf von jedermann durchgeführt werden: Entweder Sie selbst oder ein beauftragter Dritter, z.B. der Heizungstechniker im Zuge der Wartung.

Nur ein vom Gasversorger beauftragtes VIU (vertraglich gebundenes Installationsunternehmen) oder der Gaslieferant selbst besitzen jedoch die entsprechend notwendige Qualifikation, weitergehende Arbeiten zu erledigen. Der große Gas-Check also die Gebrauchsfähigkeitsprüfung entsprechen dem DVGW ist alle 12 Jahre Pflicht und beinhaltet sowohl die visuelle als auch eine messtechnische Kontrolle. Der gemessene Wert (in Liter pro Stunde) ergibt den jeweiligen Status der Gebrauchsfähigkeit.

Drei Kategorien der Gebrauchsfähigkeit

  • Unbeschränkt gebrauchsfähig bedeutet, dass die Gasleistung dicht ist.
  • Verminderte Gebrauchfähigkeit: es muss nach der Ursache gesucht und diese kurzfristig beseitigt werden. Hier heißt es dann, die Gasleistung prüfen, bis die Ursache gefunden ist und der Fehler behoben ist.
  • Keine Gebrauchsfähigkeit: der zentrale Gashebel ist sofort zu schließen und die Anlage außer Betrieb zu nehmen. Ist nach einer weiteren Prüfung die Gasleistung dicht, können weitere Schritte wie das nochmalige Gasleistung prüfen, unterlassen werden.

Die Einteilung erfolgt entsprechend der festgestellten Leckmengen in Liter pro Stunde:

  • Unter 1,0: unbeschränkt
  • 1,0 - 4,9: vermindert
  • Ab 5,0: keine

Sonstige Mängel dürfen bei einer Überprüfung durch den Gasversorger oder ein VIU nicht nachweisbar sein.

Preise für die Hausschau und den Gas-Check - der Aufwand macht den Unterschied

Wir bieten die jährliche Hausschau optional mit der Heizungswartung für 14,90 Euro an. Der Preis für den deutlich aufwendigeren Gas-Check beträgt 169 Euro. Der Gas-Check ist spätestens alle 12 Jahre durchzuführen.

Der Tipp für Sie: Zur eigenen Sicherheit sollten Sie regelmäßig die Gastleistung prüfen lassen. Liegt eine Leckage vor oder ist die Gasleistung dicht, die Gasleistung prüfen bringt das eindeutige Ergebnis.

Was ist im Falle einer Gasleckage zu tun?

Gasleitung prüfen: Sichtkontrolle ist Sache von Eigentümern und Vermietern

Sicherheit beim Heizen mit Erdgas ist keine komplizierte Sache - technische Vorkenntnisse sind dafür auch nicht notwendig. Wer also sicherstellen möchte, dass alles seinen geregelten Gang geht, der unterzieht seinen Erdgasanschluss einmal pro Jahr einer Sichtprüfung.

Denn eines ist wichtig zu wissen:

Ab der Hauptsperreinrichtung des Erdgas-Hausanschlusses bis zur Gasheizung sind Eigentümer und Mieter für Geräte, Leitungen und Verbrennungsluftöffnungen selbst verantwortlich. Dies gilt im Übrigen auch bei einer Gasetagenheizung im Mehrfamilienhaus.  Mit der regelmäßigen Kontrolle wird dieser Verantwortung Rechnung getragen.

Zusätzlich müssen Gasleitungen innerhalb des Gebäudes alle 12 Jahre und freiverlegte Außenleitungen sowie Erdleitungen alle 6 Jahre einer Gebrauchsfähigkeitsprüfung durch einen Fachmann unterzogen werden. Ansonsten kann bei einem Schaden, verursacht durch eine defekte Gasleitung, schnell der Versicherungsschutz nicht mehr gegeben sein. 

So halten Sie Ihre Gasanlagen in Schuss!

Sämtliche Erdgasgeräte und Leitungen sollten mindestens einmal pro Jahr von außen begutachtet werden. Der Verein des Gas- und Wasserfaches DVGW hat hierfür eine Broschüre erstellt, die Sie bei der Sichtkontrolle unterstützt. Darin sind zehn Kontrollaufgaben aufgelistet, die Sie einfach Schritt für Schritt abarbeiten. Hier finden Sie die Broschüre des DVGW zum Thema Sichere Gasleitung!

Zu diesen Aufgaben gehört beispielsweise die Überprüfung, ob die Absperreinrichtungen frei zugänglich sind. Können Sie eine der Kontrollaufgaben nicht mit "ja" beantworten, sollten Sie die betreffende Schwachstelle von einem Fachmann beseitigen lassen.

Ebenfalls wichtig für Eigentümer und Mieter: Alle zwölf Jahre müssen Erdgasleitungen von einem Fachbetrieb auf Gebrauchsfähigkeit und Dichtheit hin überprüft werden.

 

 

Wie lässt sich Gasgeruch erkennen?

Eigentlich ist Erdgas geruchlos. Die Gasversorger greifen deswegen auf einen Trick zurück, indem Sie Duftstoffe beimischen, die selbst in kleinster Menge von der Nase wahrgenommen werden. Seit vielen Jahren wird hierzu der Stoff Tetrahydrothiophen verwendet, welches einen unangenehmen Schwefelgeruch verbreitet, vergleichbar mit dem fauler Eier.

Wird hingegen schwefelfreies Erdgas eingesetzt, kommt hier der Duft Gasodor S-Free zum Einsatz, der nach Lösungsmitteln oder Klebstoff riecht. Dieser Duft ist so ungewohnt, dass er von den meisten Menschen mit einer Gefahrensituation in Verbindung gebracht wird. Ist der typische Warngeruch nicht bekannt, können Sie im Servicecenter ihres Gasversorgers auch nach einer kostenlosen Geruchsprobe fragen.

Erdgasgeruch festgestellt - was nun?

Ist der Geruch von Erdgas im Heizkeller oder gar in der Wohnung festzustellen, gilt es zunächst, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Die folgenden Maßnahmen sollten umgehend durchgeführt werden:

  1. Türen und Fenster öffnen, damit ein Durchzug entsteht und das Gas abziehen kann.
  2. Offenes Feuer oder Funken vermeiden! Weder Feuerzeuge noch Streichhölzer verwenden und auch nicht rauchen!
  3. Keine elektrischen Schalter bedienen - hier könnten Funken entstehen!
  4. Gleiches gilt für die Benutzung von Telefonen und Handys!
  5. Gashahn zudrehen! Der Gashahn befindet sich entweder in der Wohnung selbst, im Treppenhaus oder im Keller.
  6. In einem Mehrfamilienhaus sollten andere Bewohner gewarnt werden. Dazu jedoch nicht die Klingel benutzen, sondern an die Türe klopfen.
  7. Das Haus verlassen!
  8. Bei leichtem Erdgasgeruch den Bereitschaftsdienst des Erdgasbetreibers verständigen.
  9. Bei starkem Gasgeruch umgehend die Feuerwehr unter dem Notruf 112 verständigen! Verlassen Sie für den Anruf am besten das Gebäude.

Zu guter Letzt - das Fazit

Wer regelmäßig ein qualifiziertes Fachunternehmen beauftragt, kann sicher sein, dass die gesamte Gasleistung geprüft wird und alle Hausbewohner ruhig schlafen können.