Streitigkeiten rund um die Heizung

Wann muss der Vermieter die Heizung einschalten?

Und was ist, wenn im Mietvertrag keine entsprechenden Regelungen getroffen wurden?

Keine klaren Regeln im Mietvertrag - was ist zu tun?

Die Situation: Draußen hat eine Kälteperiode eingesetzt - und die setzt sich in der Wohnung fort, weil sämtliche Heizkörper kalt bleiben.

Die Frage: Wann muss der Vermieter die Heizung einschalten, wenn im Mietvertrag keine entsprechenden Regelungen getroffen wurden?

Laut dem Deutschen Mieterbund beginnt die Heizpflicht des Vermieters am 1. Oktober und endet am 30. April. Sollten die Temperaturen außerhalb dieses Zeitraums jedoch so stark absinken, dass das Thermometer in der Wohnung auf unter 18 °C fällt, muss der Vermieter die Heizung einschalten, wenn außerdem noch davon auszugehen ist, dass diese Kälteperiode ein paar Tage andauert.

Je nach Bundesland und Gericht fallen die Urteile über die erforderlichen Temperaturen jedoch unterschiedlich aus. Bundesweit gilt zumindest einheitlich, dass deine Wohnung zwischen 20 und 22 °C warm sein sollte. Kommt es zum Streitfall, gilt stets der gemessene, nicht aber der gefühlte Wert.

Wann können Mietminderungen verlangt werden?

Damit eine Mietminderung durchgesetzt werden kann, muss der Gebrauch der Wohnung grundsätzlich deutlich erschwert oder eingeschränkt sein. Sollte der Vermieter nicht auf die Beschwerden des Mieters reagieren, kann letzterer bei einer Raumtemperatur von 18 °C die Miete um 15 bis 20 Prozent senken.

Zu beachten ist, dass die Gerichte zwischen einzelnen Räumen unterscheiden. Für Küche, Wohn- und Schlafzimmer gilt eine Mindesttemperatur von 20 °C. Im Flur reichen bereits 18 °C aus, während es in Bädern mindestens angenehme 22 °C sein sollten. Fällt die Heizung komplett aus, darf die Miete um bis zu 75 Prozent gekürzt werden.

Die Pflichten des Mieters

Auch der Mieter hat sich um einige Pflichten zu kümmern, wenn es um die Wärme in bzw. das korrekte Beheizen seiner Wohnung geht. So muss er beispielsweise stets dafür Sorge tragen, dass die Heizungsrohre im Winter nicht einfrieren und kein Schimmel an den Wänden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit und kondensierende Feuchtigkeit entsteht. Darüber hinaus ist er verpflichtet, im Hinblick auf die Heizkosten sowohl Voraus- als auch gegebenenfalls Nachzahlungen zu leisten. Leistet er diese Zahlungen nicht, darf ihm der Vermieter die Heizung jedoch nicht abschalten, sondern muss die Kosten vor Gericht einklagen. 

Ist der Mieter laut Mietvertrag für die Wartung der Heizung verantwortlich, muss er die Wartung auch regelmäßig durch einen Fachmann durchführen lassen. Andernfalls kann es im Schadensfall teuer werden.  

Regeln für die Warmwasserversorgung

Regeln gibt es übrigens auch für das Warmwasser: Es muss stets eine Temperatur zwischen 40 und 50 °C aufweisen. Dieses Temperaturniveau muss spätestens zehn Sekunden nach Aufdrehen des Wasserhahns erreicht sein. Muss der Mieter fünf Minuten oder länger auf warmes Wasser warten, darf er die Miete um bis zu 10 Prozent kürzen.