ENEV2014:

Wann muss ich meine Heizung austauschen?

Am einfachsten erklärt sich die gesetzliche Vorschrift zum Heizungsaustausch anhand unserer Grafik. 

Die Energiewende schreitet weiter voran. Jetzt trifft es alle Heizkörper, die vor dem Jahr 1987 eingebaut wurden und damit länger als 30 Jahre in Betrieb sind. Zudem wurde Anfang des Jahres beschlossen, dass auch alte Heizungen mit einem Energielabel ausgezeichnet werden müssen. Aber nicht alle Besitzer von Heizkesseln der Ü-30-Generation sind automatisch zu einem Austausch verpflichtet.

Die aktuelle Verordnung entstammt der ENEV-Teilvereinbarung aus dem Jahr 2014. Bereits während der letzten zwei Jahre mussten Heizkessel ausgetauscht werden, die für mehr als 30 Jahre ihren Dienst versehen hatten. Für das aktuelle Jahr wird die Zahl der Heizkörper, die in den Ruhestand geschickt werden, auf etwas mehr als eine Million geschätzt. Nicht alle Besitzer sind jedoch zu einem Austausch verpflichtet, da die Teilvereinbarung ein paar Ausnahmen zulässt.

Pflicht gilt nicht für jeden: Ausnahmen beim Heizungsaustausch

Handelt es sich bei dem in die Jahre gekommenen Kessel nämlich um einen Niedertemperatur- oder einen Brennwertkessel, so darf dieser auch weiterhin genutzt werden. Vor allem Brennwertkessel waren zu damaliger Zeit noch sehr selten in deutschen Heizkellern zu finden. Darüber hinaus darf auch in Wohngebäuden mit weniger als drei Wohnungen auf einen Austausch verzichtet werden, sofern deren Eigentümer zum Stichtag 1. Februar 2002 mindestens eine Einheit selbst bewohnt hat. Sollte es nach diesem Stichtag dann zu einem Wechsel des Eigentümers gekommen sein, steht dem neuen Eigentümer eine Frist von zwei Jahren zu, um den alten Heizkessel auszutauschen. Die Einhaltung dieser Vorschriften soll auch künftig von den Schornsteinfegern überprüft werden.

Die Pflicht zum Austausch betrifft also in erster Linie Konstanttemperaturkessel mit einer Nennleistung zwischen vier und 400 kW. Noch bis in die 80er-Jahre hinein wurden Kessel mit dieser Technik in Betrieb genommen. Heute stehen sie jedoch in dem Ruf, äußerst ineffizient zu sein. Der Name deutet bereits an, dass solche Kessel mit einer konstanten Temperatur zwischen 70 und 90 °C arbeiten. Die Temperatur wird auch dann nicht angepasst, wenn die Wärmeanforderungen im Gebäude sinken, weswegen sie mehr Energie als nötig verbrauchen.

Heizung austauschen oder nicht?

Wer noch nicht weiß, ob er seinen Heizkessel bald austauschen muss oder nicht, kann dies mit einem Blick auf das Typenschild des Kessels meist ganz leicht selber herausfinden. Hier finden sich normalerweise alle nötigen Angaben zu Hersteller, Modell, Baujahr, und Leistung. Bei gut gedämmten Heizkesseln kann es vorkommen, dass das Typenschild wegen der Isolierung nicht gleich zu entdecken ist. In solchen Fällen sollten auch die Seiten nach einem Metallschild abgesucht werden. Eine weitere Möglichkeit bietet die Einsicht in das Protokoll des Schornsteinfegers. Ist dieses Papier gerade nicht zur Hand, kann natürlich auch ein Termin mit ihm oder dem entsprechenden Fachbetrieb vereinbart werden, in dessen Rahmen sich ebenso feststellen lässt, ob man selbst der Austauschpflicht unterliegt oder nicht.

Langfristig lohnenswerte Maßnahme

Das Durchschnittsalter von Heizkesseln liegt laut Erhebungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei 17,6 Jahren. Rund ein Drittel davon sind sogar älter als 20 Jahre. Auch Anlagen, die zwar technisch noch einwandfrei funktionieren mögen, arbeiten oftmals sehr ineffizient und belasten durch ihren hohen Verbrauch sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel des Besitzers in unnötig hohem Maße. Mit einem Austausch entstehen jedoch - je nach Heizungsart und Größe - vergleichsweise hohe Investitionskosten. Diese sollten jedoch nicht zu sehr abschrecken, denn dank staatlicher Förderungen lassen sich die Anschaffungskosten oftmals stark nach unten drücken.

Tipps und Ratschläge für den Kesseltausch

Bei einem Austausch eines alten Kessels gegen einen neuen sollte vor allem auf eine gewissenhafte Planung viel Wert gelegt werden. Der Austausch sollte möglichst in den wärmeren Sommermonaten vorgenommen werden, in denen keine Heizung benötigt wird. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass der Handwerker die Funktionen des neuen Kessels möglichst genau zu erklären imstande ist. Im Nachhinein sollten diesbezüglich keine Fragen offenbleiben.

Die Dauer eines solchen Austauschs ist von mehreren Faktoren abhängig. Der bloße Austausch eines alten Kessels gegen einen neuen sollte sich innerhalb von zwei Tagen bewerkstelligen lassen. Soll im gleichen Zuge auch noch eine Kernsanierung oder der Umstieg auf eine andere Heizungsart durchgeführt werden, sollte etwas mehr Zeit einkalkuliert werden.