Welche Heizung ist die Richtige?

Klassische Heizung ist weiterhin gefragt

Sowohl bei Neubau als auch Modernisierung hat eine wichtige Frage während der letzten Jahre immer mehr an Relevanz gewonnen: Welche Heizung für welches Gebäude?

Das Spektrum an verschiedenen Heizsystemen kann sich heute durchaus sehen lassen, hat es doch mit der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien an Breite gewonnen. Nicht jedes System eignet sich jedoch für jedes Haus bzw. jeden Haustyp. Auch die individuellen Bedürfnisse sind verschieden, weswegen der Frage nach der richtigen Heizung genug Zeit eingeräumt werden sollte.

Gasheizung - die beliebteste Option

Die Gasheizung gilt heute sowohl bei Neubauten als auch bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden als beliebteste Option. Aus gutem Grund: Gasheizungen haben den Vorteil, mit besonders niedrigen Investitionskosten verbunden zu sein. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein bereits vorhandener Gasanschluss. Das gilt auch dann, wenn der Anschluss zwar noch nicht vorhanden, die zu bewältigende Strecke für eine Zuleitung aber kurz ist. Im Hinblick auf die Brennstoffkosten lässt sich die Gasheizung im Mittelfeld einortnen.

Wird von einer alten Gasheizung auf ein neueres Modell umgerüstet, bedarf es eventuell einer Prüfung, ob der bestehende Schornstein für Brennwerttechnik geeignet ist. Sollte der vorhandene Schornstein nicht geeignet sein, muss ein feuchteunempfindliches Rohr in den alten Schornstein eingezogen werden.  

Die Ölheizung

Ölheizungen lassen sich im Grunde überall einsetzen, wenn genug Platz für einen Öltank vorhanden ist. Ein signifikanter Nachteil liegt in den über die Jahres betrachtet vergleichsweise hohen Brennstoffkosten und den im Vergleich zur Gasheizung hohen Emissionen. Auch der Anschaffungspreis ist höher als bei einer Gasheizung, kann aber noch im Mittelfeld eingeordnet werden. Wegen der genannten Nachteile werden Ölheizungen heutzutage immer seltener verbaut und bilden daher auch nur eine stetig schwächer werdende Konkurrenz für andere Heizungsarten. Zwar stieg im Jahr 2015 der Verkauf von Ölbrennwertheizungen deutlich an, doch dies ist primär den überaus günstigen Ölpreisen zu verdanken. Auf lange Sicht wird das Heizen mit Öl zur teuersten Art der Energieerzeugung, so die Meinung führender Experten.

Umweltwärme nutzen: Die Wärmepumpe

Wärmepumpen gewinnen Wärme aus ihrer Umgebung, indem sie beispielsweise Wasser, Luft oder Erdwärme als Quelle nutzen. Zum Betrieb benötigen sie jedoch Strom. Sind die Voraussetzungen für die Nutzung von Erdwärme (Geothermie) gegeben, wird ein entsprechend großer Garten für die Verlegung der Erdkollektoren oder eine Tiefenbohrung benötigt. Luftwärmepumpen kommen ohne eine solche Bohrung aus, weisen dafür aber eine deutlich geringere Effizienz auf als Wasser- oder Erdwärmepumpen. In der Anschaffung sind Wärmepumpen teurer als eine Gasheizung, können dafür jedoch mit sehr niedrigen Verbrauchskosten aufwarten und erzeugen dabei vor Ort praktisch keinerlei Emissionen. Hier spielt es natürlich eine Rolle, wie und wo der benötigte Strom produziert wurde.

Wärmepumpen arbeiten vor allem mit Flächenheizungen wie beispielsweise Fußbodenheizungen besonders effizient. Bevor die Entscheidung in Richtung Wärmepumpe fällt, sollte jedoch ein Fachmann konsultiert werden. Das gilt vor allem dann, wenn es sich beim Gebäude um einen schlecht gedämmten Altbau handelt. Darüber hinaus ist eine detaillierte Heizungsberatung generell eine sinnvolle Maßnahme vor einer Sanierung oder einem Neubau.

Pelletheizung - Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

Der größte Vorteil der Pelletheizung liegt in den geringen Brennstoffkosten. Dem stehen jedoch relativ hohe Anschaffungskosten gegenüber, die in etwa mit denen einer Wärmepumpe zu vergleichen sind. Die Pelletheizung kommt aber im Gegensatz zur Wärmepumpe auch mit hohen Systemtemperaturen zurecht. Eine wichtige Voraussetzung liegt in einem vorhandenen Lagerraum für Holzpellets. Der Brennstoff ist lokal verfügbar, nachwachsend und damit nahezu CO2-neutral. Das macht sie zu einem starken Konkurrenten im Vergleich mit den anderen Heizungsarten.

Wärme und Strom in einem Arbeitsgang: Blockheizkraftwerke

Blockheizkraftwerke (BHKW) eignen sich vor allem für große Gebäude, in denen über das gesamte Jahr hinweg ein konstant hoher Wärmeverbrauch vorherrscht. BHKWs amortisieren sich im Zusammenhang mit Einspeisevergütungen für den gewonnenen Strom und sind daher auf eine möglichst hohe Betriebszeit angewiesen. Neben großen Anlagen sind mittlerweile aber auch Mini- und Mikro-BHKWs erhältlich, die sich für Mehr- und Einfamilienhäuser eignen. Auch hier ist Hausbesitzern eine möglichst ausführliche Beratung anzuraten.

Solarthermie - Heizen mit Sonnenkraft

Bei Solarthermieanlagen handelt es sich in erster Linie um solare Unterstützungssysteme, die keine Zentralheizung ersetzen. Dafür sind sie mit so gut wie jedem anderen Heizsystem kombinierbar. Im Neubau sind Solarthermieanlagen wegen gesetzlicher Vorgaben im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien besonders beliebt.

Welche Heizung ist denn nun die beste?

Im Bestandsbau hat sich die Umrüstung von veralteter Kesseltechnik auf moderne Brennwerttechnik als besonders beliebte Option herausgestellt, da hier die System- und Umrüstkosten am niedrigsten sind. Grundsätzlich können zwei Ansätze verfolgt werden. Der erste zielt auf niedrigere Investitionskosten bei gleichbleibendem Verbrauch und ohne zusätzliche Dämmung ab. Der zweite Ansatz hat zunächst eine Wärmebedarfssenkung durch entsprechende Dämmmaßnahmen zum Ziel. Erst danach kommt ein neues, auf die verbesserte Verbrauchslage angepasstes Heizsystem. Auf diese Weise steigen zwar die Investitionskosten. Er sorgt dafür aber auch für dauerhaft niedrigere Verbrauchskosten und infolgedessen eine schnellere Amortisation.

Im Neubau können bis auf die Ölheizung alle hier genannten Systeme als Option ins Auge gefasst werden. Je geringer der Wärmebedarf, desto geringer fallen bei den Überlegungen auch die Verbrauchskosten ins Gewicht. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben muss im Neubau auch ein bestimmter Prozentsatz der Energie auf erneuerbarem Wege gewonnen werden, was aber auch durch eine verbesserte Dämmung kompensiert werden kann. Wenn es besonders günstig sein soll, ist die Gasheizung die mit Abstand günstigste Wahl. Wenn dauerhaft niedrige Brennstoffkosten eine hohe Priorität haben, sollte ein Weg über erneuerbare Energien (Pelletheizung oder Wärmepumpe) gewählt werden.

 

Was ist bei der Auswahl der neuen Heizung zu beachten?

Der Schornstein - nötig oder nicht?

Gerade beim Neubau stellt sich die Frage, ob das Haus einen Schornstein benötigt oder nicht. Moderne Gas- und Ölheizungen, die mit Brennwerttechnik ausgestattet sind, kommen mittlerweile ohne ihn aus, denn hier werden beuteunempfindliche Kunststoffrohre zur Ableitung der Verbrennungsgase verwendet. Wer zusätzlich einen klassischen Kamin oder Kachelofen haben möchte, benötigt hingegen immer auch einen klassischen Schornstein. In manchen Fällen ist es möglich, einen solchen Schornstein nachzurüsten. Die Voraussetzungen hierfür sind jedoch längst nicht immer gegeben. 

Heizen ohne Schornsteinfeger - wann ist das möglich?

Wird kein Schornstein benötigt, dann müssen in vielen Fällen auch die Dienste des Schornsteinfegers nicht in Anspruch genommen werden. Das gilt beispielsweise für Wärmepumpen oder einen Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz. Aber auch Gas- und Ölheizungen können betrieben werden, ohne dass dies eine regelmäßige Visite erforderlich macht. Die Abgase müssen dann über ein korrosionsbeständiges, feuchtigkeitsunempfindliches und druckdichtes System ins Freie abgeführt werden. Die Frage, welche Heizung nun die richtige ist, lässt sich damit aber noch nicht abschließend beantworten.

Dafür müssen die gegebenen Voraussetzungen des Hauses in die Überlegungen mit einbezogen werden. Die Aufmerksamkeit sollte dabei auf das gesamte Spektrum der zur Verfügung stehenden Heizsysteme verteilt werden und nicht nur auf klassische Gas- und Ölheizungen. Alternative Heizsysteme sind vor allem dann vorteilhaft, wenn auf den Einbau eines Schornsteins verzichtet werden soll.

Welche Heizung für welches Haus? easyHeizung hilft Ihnen weiter!

Ganz gleich, ob es sich beim Objekt um einen Neubau oder ein zu modernisierendes Bestandsgebäude handelt, eine neue und energiesparende Heizung ist in den meisten Fällen sinnvoll, in manchen sogar notwendig, um die Energiebilanz nachhaltig zu verbessern. Durch eine moderne Heizanlage ergeben sich natürlich auch finanzielle Vorteile, von denen sowohl Hauseigentümer als auch Vermieter und Mieter profitieren.

easyHeizung verfügt über eine breite Auswahl an Heizungen und übernimmt auch deren Montage sowie die Entsorgung der alten Heizanlage. Interessierte Verbraucher können sich über den kostenlosen Heizungkonfigurator in kürzester Zeit ein umfangreiches und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot erstellen lassen.

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