Gas oder Öl? Die Vor- und Nachteile einer Gasheizung

Statistiken belegen, dass in Gegenden mit Erdgasleitungen vergleichsweise wenige Ölheizungen vorzufinden sind. Eine Entwicklung, die ihre guten Gründe hat, denn Gasheizungen bieten gegenüber Ölheizungen zahlreiche Vorteile.

Sicher, auch Ölheizungen bieten bestimmte Vorteile, die es bei der Gasversorgung nicht gibt. Zudem sind die Verbrauchskosten oftmals auf dem gleichen Niveau, da sich Öl- und Gaspreis meist auf dem gleichen Niveau befinden und auch parallele Entwicklungen durchlaufen. Auch beim Erdgas handelt es sich um einen fossilen Rohstoff, der nur in begrenzter Menge verfügbar ist. Dafür kann schon heute prognostiziert werden, dass Erdgas länger verfügbar sein wird. Grund genug, einmal genau aufzuzählen, worin genau eigentlich die Vor- und Nachteile einer Gasheizung liegen.

+ Zuverlässige und sichere Technik

Gaskessel überzeugen vor allem durch hohe technische Standards und die damit verbundene Zuverlässigkeit.

+ Energieeffizienz

Vor allem moderne Brennwertkessel überzeugen durch hohe Wirkungsgrade und der damit verbundenen Energieeffizienz. Beim Brennwertkessel wird der komplette Brennwert eines Energieträgers ausgenutzt wird und nicht nur dessen Heizwert. Und da der Brennwert bei Erdgas etwa 10 Prozent über dem Heizwert liegt, arbeiten Brennwertkessel effizienter als herkömmliche Niedertemperaturkessel. Das vermindert zum einen den CO2-Ausstoß und senkt noch dazu die Heizkosten. Feuerungstechnische Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent sind bei Verwendung dieser Technik keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

+ Ökologisches Heizen

Die Verbrennung von Erdgas bringt im Vergleich mit Öl nur geringfügige Umweltbelastungen mit sich. Zwar ist Erdgas als fossiler Brennstoff noch nicht klimaneutral, kann aber dennoch als schonendere Alternative angesehen werden, denn im Schnitt werden pro Stunde nur 250 Gramm Kohlendioxid freigesetzt. Bei einer Ölheizung liegt dieser Wert bei etwa 290 Gramm pro Kilowattstunde.

+ Niedrige Anschaffungskosten

Was schon vor der Anschaffung einer neuen Gasheizung auffällt, ist deren Preis. Gasheizungen sind im Vergleich zu Ölheizungen um ein Vielfaches günstiger. Ist im Haushalt bereits ein Gasanschluss vorhanden, ist auch die Nachrüstung wesentlich einfacher, da in dem Fall kein Flüssiggastank benötigt wird und auch eine kostspielige Zuleitung nicht erst installiert werden muss.

+ Geringer Platzverbrauch

Im Vergleich mit Ölheizungen nehmen Gasheizungen deutlich weniger Platz in Anspruch. Ist ein Gasanschluss vorhanden, wird noch nicht einmal ein Tank für Flüssiggas benötigt. Gasheizungen eignen sich daher auch sehr gut als Etagenheizungen. Gleiches gilt übrigens auch für eine Gas-Brennwertheizung.

+ Gas für Heizen und Warmwasser geeignet

Die Gasheizung kann auch als Kombigerät für Heizung und Warmwasser genutzt werden. Wird das Wasser dann noch nach dem Durchlaufprinzip erwärmt, besteht auch keinerlei Gefahr für einen Legionellenbefalls.

+ Heizen mit Gas in Kombination mit Solarthermie

Eine Gasheizung, die auch der Warmwasserbereitung dient, lässt sich sehr gut mit einer auf dem Dach befindlichen Solarthermieanlage koppeln. Vor allem in den wärmeren Sommermonaten können so die Kosten für Heizung und Warmwasser drastisch reduziert werden. Sonnenkollektoren können auch die Heizung unterstützen, was die Kosten für Gas und die damit verbundenen CO2-Emissionen vor allem in den Übergangszeiten in Frühling und Herbst merklich reduziert.

+ Sichere und unkomplizierte Versorgung mit Brennstoff

An vielen Orten sind bereits Erdgasleitungen verlegt, was den Anschluss einer Gasheizung umso einfacher macht. Auf diesem Wege wird der Brennstoff direkt und bedarfsgerecht ins Haus geliefert. Kein Tankwagen muss abgewartet und keine Kohle mehr geschippt werden. Wo vorher noch ein Tank stand, wird durch die Erdgasheizung Platz frei, der nun anderweitig genutzt werden kann. Nur wenn kein Erdgasanschluss vorhanden ist, wird ein Tank für Flüssiggas benötigt. Dieser kann entweder im Keller oder im Garten aufgestellt werden. Die Versorgungssicherheit wird über langfristige Verträge mit dem örtlichen Gaslieferanten sichergestellt.

+ Keine Notwendigkeit für einen Schornstein

Wer eine Gasheizung mit Brennwerttechnik sein eigen nennt, benötigt künftig keinen Schornstein mehr. Die Abgase werden einfach über eine dafür geeignete Kunststoff-, Keramik- oder Edelstahlleitung abgeführt. Und wo kein Schornstein mehr benötigt wird, gilt Gleiches auch für den Schornsteinfeger und die mit ihm verbundenen Kosten.

Die Nachteile der Gasheizung

Auch eine moderne Gasheizung ist nicht der von allen Makeln befreite Königsweg in Sachen Heizen. Sie kommt ihm aber sehr viel näher als eine herkömmliche Ölheizung. Vier Nachteile sind von besonderem Gewicht für die Entscheidungsfindung und sollen daher an dieser Stelle ebenfalls erläutert werden.

- Gasanschluss ist Voraussetzung

Das wichtigste Kriterium für eine Erdgasversorgung ist ein Gasanschluss sowie natürlich eine entsprechende Infrastruktur in Form von Erdgasleitungen vor Ort. Eine Verlegung kann sich als sehr kostenintensiv herausstellen und die Vorteile der Gasheizung gegenüber der Ölheizung beträchtlich schmälern. Als Alternative kann jedoch noch auf Flüssiggas zurückgegriffen werden, für das jedoch wieder ein Tank benötigt wird.

- Steigende Gaspreise

Der Gaspreis ist bekanntlich indirekt an den Preis von Öl gekoppelt, da - wenn auch nicht kurzfristig - der eine durch den jeweils anderen Energieträger ersetzt werden kann. Steigt der Ölpreis, dann lässt auch der Gaspreis mit einer solchen Entwicklung nicht lange auf sich warten. Es stehen jedoch meist mehrere Lieferanten zur Auswahl, was Kunden die Möglichkeit gibt, dieser Entwicklung etwas entgegenzusteuern.

- Gas ist ein fossiler Brennstoff

Ein Nachteil, der zumindest für das häufig verwendete Erdgas gilt. Als fossiler Brennstoff ist Erdgas endlich, also wie Öl nur in begrenztem Maße verfügbar. Als Alternative steht zwar auch Biogas zur Verfügung und wird auch an manchen Orten genau für diesen Zweck hergestellt, aber noch können die nötigen Mengen nicht produziert werden, um den gesamten Bedarf zu decken. Auch vom ökologischen Aspekt her betrachtet muss Erdgas entsprechend bewertet werden, denn es ist nicht CO2-Neutral. Die damit verbundenen CO2-Emissionen fallen jedoch deutlich geringer aus als beim Öl.

- Lieferung aus dem Ausland

In Deutschland selbst wird so gut wie kein Erdgas gefördert. Was aus unseren Leitungen strömt, stammt ursprünglich also aus anderen Ländern wie zum Beispiel Russland, Norwegen, Großbritannien und den Niederlanden. Engpässe durch politische Krisen sind grundsätzlich nicht auszuschließen und es ist schwierig, längerfristige Engpässe zu überbrücken.