Alles zur Ölheizung: Funktion, Verbrauch und Kosten

In Deutschland rangiert die Ölheizung auf Platz zwei nach der Gasheizung. Konkret: Rund sechs Millionen Haushalte heizen hierzulande mit Öl. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Ölheizung auf einen Blick. Gerade bei der Modernisierung immer noch eine gute Wahl - Ölheizungen sind weiterhin eine gute Wahl. Die geringen Heizölpreise sowie die längere Unabhängigkeit sind die großen Vorteile einer Ölheizung.

 

 

Leider entsprechen die meisten Ölheizungen nicht dem aktuellen Stand der Technik, obwohl sich mit einer neuen Ölheizung deutlich effizienter und kostensparender geheizt werden kann. 

Eine weitere Möglichkeit liegt im Wechsel des Brennstoffs, denn auch hier ist die Auswahl in den letzten Jahren vielfältiger geworden. 

Welche der beiden Alternativen ist nun die bessere? Und lassen sich möglicherweise beide zugleich umsetzen?

Investitions- und Betriebskosten von Ölheizungen

Was die Anschaffung anbelangt, kann die Ölheizung kaum zu den günstigeren Alternativen gezählt werden. Je nachdem, welche Leistung und welche Ausstattung benötigt wird, können sich die Kosten auf Summen zwischen 6.000 und 12.000 Euro belaufen. Bei der Berechnung spielen die folgenden Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Art des Gebäudes
  • Wohnfläche
  • Anzahl der Etagen
  • Wärmedämmung
  • Anzahl der im Gebäude lebenden Personen
  • Abgasführung
  • Trink- und Brauchwassererwärmung

Mit den Anschaffungskosten allein ist es natürlich noch nicht getan, denn den größten Kostenfaktor stellen die Brennstoffkosten während des laufenden Betriebs dar. 

Unter diesen Voraussetzungen liegt es natürlich nahe, in eine effiziente Heizung zu investieren, um den Verbrauch möglichst gering zu halten. Herkömmliche Ölheizungen wie z. B. Niedertemperaturkessel waren zwar deutlich günstiger zu haben, ziehen jedoch auf Dauer auch höhere Verbrauchskosten nach sich und sind seit einiger Zeit gesetzlich verboten. 

Wer sich die laufenden Mehrkosten an Energie ersparen und in zukunftsfähige Technik investieren möchte, für den ist die Brennwerttechnik der beste Weg. Denn mit einem modernen Brennwertkessel lassen sich die Mehrkosten durch einen sparsamen Verbrauch innerhalb weniger Jahre amortisieren. Wer zusätzlich noch den Heizölpreis vergleicht, kann zusätzlich sparen. Testen Sie doch mal unseren Ölpreisrechner

Dieser Erwartung liegt eine durchschnittliche Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren zugrunde. 

Die Rentabilität zeigt sich im Vergleich mit alten Ölheizungen, denn es können bis zu 30 Prozent an Energiekosten eingespart werden. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Heizölpreise aufgrund der fortschreitenden Verknappung fossiler Brennstoffe in den nächsten Jahren tendenziell weiter steigen werden. Die Heizölpreise sind zwar seit 2014 immer wieder gesunken, aber es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei nur um ein kurzfristiges und vor allem politisch motiviertes Preistief handelt. 

Der Sparsamkeit moderner Heizkessel tut dies jedoch keinen Abbruch.

Wartungskosten bei Ölheizungen

Zusätzlich zu den regelmäßigen Ausgaben für Heizöl müssen noch die Wartungskosten mit einkalkuliert werden. Bei einer älteren Ölheizung ist es üblich, dass der Schornsteinfeger ein- bis zweimal im Jahr vorbeischaut, um die Anlage zu überprüfen. Hier macht sich der Unterschied zur Brennwertheizung bemerkbar, denn hier reicht es aus, wenn der Schornsteinfeger die Heizung nur alle zwei bis drei Jahre überprüft. 

Der Stundenlohn des Schornsteinfegers kann mit 60 Euro pro Stunde angesetzt werden. Die Wartung wird von einem Fachhandwerker übernommen, dessen Dienste mit 80 bis 200 Euro zu Buche schlagen.

Vergessen Sie bitte nicht, den Heizöltank regelmäßig überprüfen zu lassen. Hier finden Sie alle Informationen Öltankreinigung und Inspektion. 

So lässt sich der Verbrauch einer Ölheizung kalkulieren

Wer sich für eine Ölheizung entscheidet oder ein Haus kaufen möchte, das mit einer alten Ölheizung beheizt wird, möchte gerne vorher wissen, welcher Verbrauch an Brennstoff auf ihn zukommt. Über die Verbrauchswerte lassen sich dann nämlich auch die Kosten kalkulieren, wenn der Kauf von Heizöl ansteht. Aber auch Besitzer einer Ölheizung sollten eine solche Kalkulation nicht scheuen, um herauszufinden, ob sich eine Modernisierungsmaßnahme finanziell lohnt.

Der durchschnittliche Verbrauch einer Ölheizung pro Quadratmeter zu beheizender Fläche liegt bei 15,4 Liter Heizöl im Jahr, wenn von einem relativ milden Winter ausgegangen wird. Entfällt die Warmwasserbereitung, sinkt dieser Wert auf 13,6 Liter. Wird nun ein deutlich höherer Bedarf festgestellt, sollte über entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs nachgedacht werden. Dazu sollte die alte Heizung modernisiert oder eine bessere Wärmedämmung am Haus angebracht werden. 

Auch bei den persönlichen Heizgewohnheiten findet sich häufig noch Optimierungspotenzial.

Die Berechnung des Verbrauchs einer Ölheizung lässt sich nun wie folgt berechnen: Zuerst wird der Jahresbedarf an Heizöl durch die Quadratmeterzahl geteilt. Heraus kommt der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Quadratmeter, der mit den oben genannten Werten verglichen werden kann. Der Jahresverbrauch sollte dabei stets in Abhängigkeit zum Haus betrachtet werden, denn ein Gebäude mit unzureichender Isolierung kommt auf deutlich schlechtere Werte als ein Neubau, der nach aktuellen Standards gedämmt wurde. Zudem kann sich auch die Lage des Hauses auf den Verbrauch auswirken. Ein frei stehendes Einfamilienhaus benötigt mehr Energie als ein Reihenmittelhaus, denn hier geht durch die angrenzenden Nachbarhäuser weniger Energie verloren.

Ölheizung: Effizient Heizen mit Öl-Brennwertkesseln

Der Einsatz eines Ölbrennwertkessels wie dem Viessmann Vitoladens 300-W oder dem Viessmann Vitoladens 300-C ist deutlich effizienter als beispielsweise ein herkömmlicher Konstant- oder Niedertemperaturkessel. Ohnehin müssen sowohl Gas- als auch Ölheizungen gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) seit dem 1. Januar 2016 ausgetauscht werden, sofern sie vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, da seit diesem Tag neue Standards gelten. Empfohlen wird stets der Tausch gegen einen modernen Brennwertkessel, da dieser dazu in der Lage ist, die im Brennstoff gespeicherte Energie zu fast 100 Prozent zu nutzen. Im Gegensatz dazu werden bei der veralteten Standardtechnik nur knappe 70 Prozent genutzt, bei Niedertemperaturkesseln immerhin noch 84 Prozent. Der Rest entweicht ungenutzt durch den Schornstein. 

Das Besondere der Ölbrennwertheizung: Hier werden die bei der Verbrennung entstehende Abgase in einen Wärmetauscher geführt, durch den auch der kältere Rücklauf des verwendeten Heizwassers läuft. Durch die Kondensation der Abgase wird dann weitere Energie freigesetzt. Wird Öl als Brennstoff verwendet, können auf diese Weise bis zu 6 Prozent Energie zusätzlich genutzt werden. 

Aber auch die langfristigen Betriebskosten für Wartung und Strom sind Entscheidend für die Auswahl. Lesen Sie hier den StiftungWaren Test: Ölheizung Test

Auch bei Ölheizung wichtig: Hydraulischen Abgleich vornehmen!

Damit mittels Brennwerttechnik auch tatsächlich Energie gespart werden kann, muss das Rücklaufwasser kalt genug sein. Bei Ölheizungen sollte dessen Temperatur bei maximal 48 °C liegen. Ist das Wasser nämlich wärmer, kann der Wasserdampf nicht kondensieren, was den Brennwerteffekt verhindert. Deswegen wird im Vorfeld stets ein hydraulischer Abgleich empfohlen, um den Verbrauch nachhaltig senken zu können.

Moderne Heizungsanlagen sind zudem viel besser isoliert als ältere Modelle, was bewirkt, dass weniger Wärme entweichen kann. Ein Öl-Brennwertkessel kann so eingestellt werden, dass die Wärmeproduktion dem tatsächlichen Wärmebedarf angepasst wird. Dadurch lassen sich häufige Ein- und Ausschaltvorgänge vermeiden, was die Lebensdauer der Anlage insgesamt fördert, wodurch gleichzeitig noch mehr Energie eingespart wird. Die Effizienz von Öl-Brennwertkesseln spiegelt sich auch deutlich im Wirkungsgrad wider, denn hier lassen sich bis zu 95 Prozent realisieren.

Steht nun eine Modernisierung oder der erstmalige Einbau einer Heizanlage an, stellt sich häufig die Frage, ob eine Ölheizung installiert werden soll. Wie immer gibt es Vor- und Nachteilen, die es im Hinblick auf das Gebäude gegeneinander abzuwägen gilt. Der wirtschaftliche Aspekt spielt bei der Entscheidungsfindung längst nicht mehr die einzige Rolle.

Vorteile der Ölheizung

  • Bei der Brennstoffabnahme bewahren sich Heizölkunden die volle Flexibilität. Sie können den Zeitpunkt des Kaufs bzw. der Lieferung selbst bestimmen und so Phasen mit günstigen Preisen nutzen. Außerdem sind sie frei in der Auswahl des Händlers und können sich auch hier für den günstigsten Marktteilnehmer entscheiden. Der nächste Vorteil betrifft die Versorgungssicherheit, denn Heizöl wird aus etwa 30 Ländern importiert. Da ist die Versorgung deutscher Haushalte nicht direkt gefährdet, wenn es stellenweise zu Ausfällen oder Engpässen kommt. Darüber hinaus sind keine besonderen Anschlüsse nötig, um eine Ölheizung betreiben zu können. Kommt dann noch moderne Brennwerttechnik wie beim Buderus Logano plus GB 145 oder dem Remeha Carola Tower Öl zum Einsatz, lassen sich mit Öl hohe Wirkungsgrade erzielen.

Nachteile der Ölheizung

  • Die preisliche Entwicklung zeigt, dass der Ölpreis auf lange Sicht tendenziell weiter steigen wird. Das lässt sich aufgrund der natürlichen Knappheit von Öl auch nicht vermeiden. Auch im Hinblick auf den Umweltschutz ist Öl im Nachteil, denn der Schadstoffausstoß ist höher als bei Gas. Beim Öl sind also vor allem im Hinblick auf wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit Abstriche hinzunehmen.

Fördermöglichkeiten bei einer Ölheizung

Auch für Ölheizungen gibt es noch die Möglichkeit einer Förderung im Rahmen einer Modernisierung. Zuständig hierfür ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Darüber hinaus wird auch eine ausführliche Energiesparberatung vom Staat gefördert, die auch Auskunft über die verschiedenen Möglichkeiten zur Finanzierung geben kann.

Auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Förderung im Bereich des Möglichen. Hierfür wird der Kredit für energieeffizientes Sanieren gewährt, der besonders günstige Zinssätze und Konditionen aufweist. Die Förderung wird auch an Antragsteller vergeben, die ein Niedrigenergie- oder Passivhaus bauen möchten. Die Beantragung des Kredites erfolgt stets vor Baubeginn bei der eigenen Hausbank. Wichtig zu wissen ist, dass die Kreditvergabe stets an Bedingungen im Hinblick auf Energieeffizienz geknüpft ist, die durch die betreffende Maßnahme auch erfüllt werden müssen.

Zusätzlich gibt es einen Gutschein im Wert von 250 Euro, wenn Sie auf eine moderne Ölheizung umsteigen. So können Sie bis zu 3.200 Euro an Förderungen sichern.