Energetisch sanieren ja, aber was zu erst?

Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erfüllen, sind in den nächsten Jahren weitere Anordnungen zu erwarten, die Hausbesitzer verpflichten werden, energetisch zu sanieren.

Durch eine energetische Sanierung lassen sich aber auch erheblich Energiekosten senken oder besser gesagt steigenden Energiekosten entgegenwirken, da weniger Energie verbraucht wird. Aber was ist eigentlich die sinnvollste Art, Energie zu sparen?

Eine neue Heizung, das Dach dämmen oder das ganze Haus isolieren?

Derzeit stammen die Antworten eher aus dem Kreise der Lobbyisten. Fragt man die Baustoffhersteller, so ist ganz klar die Isolierung des Hauses der beste Weg um Energie zu sparen. Fragt man die Heizkesselhersteller, so ist es ein neuer Heizkessel. Aber wer hat nun recht?

Häufig argumentiert die Baustoffindustrie und viele Architekten, dass zuerst das Gebäude gedämmt werden sollte, da ja sonst der Heizkessel viel zu groß wäre. Das ist so nicht richtig, da moderne Heizkessel einen Leistungsbereich haben, in dem sie arbeiten. Vergleichbar mit Ihrem Auto: Weniger Vollgas, weniger Verbrauch. Daher hat eine nachträgliche Isolierung des Hauses keinen Einfluss auf die Heizung. Nur alte Heizungen können das nicht und fangen an zu tackten, gehen also immer an und wieder aus. Das ist in der Tat nicht gut.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat die DEKRA eine unabhängige Studie durchgeführt und festgestellt, dass eine neue Heizung sich mit Abstand am schnellsten amortisiert. Also das Kosten-/ Nutzen-Verhältnis hierbei am besten ist.

Im Vergleich

Eine neue Heizung spart rund 25 Prozent Energie und amortisiert sich im Durchschnitt nach 6 Jahren.

Die Dämmung der Außenwände bringt es auf rund 13 Prozent und rechnet sich nach 30 Jahren.

Wer seine Kellerdecke dämmt, kann bis zu 6 Prozent sparen und ist 12 Jahren im Plus.  

Die Isolierung des Dachs spart gerade mal 3 Prozent und macht sich nach 18 Jahren bezahlt.  

Wohnkomfort

Die Isolierung eines Hauses verbunden mit dem Austausch der Fenster kann im schlechtesten Falle zu erhöhtem Schimmelanfall führen, da das Gebäude nicht mehr atmet. Also kein Luftaustausch mehr stattfinden kann und der im Haus entstehende Wasserdampf nicht mehr abgeführt wird. Man spricht hier vom Barackenklima. Wer möchte das schon? Bei modernen Neubauten wird aus diesem Grund eine elektrisch angetriebene Lüftungsanlage installiert. Im Altbaubereich ist dies nur mit erheblichem Aufwand möglich. 

Unabhängig beraten lassen

Nur ein unabhängiger Energieberater kann Ihnen aufzeigen, welche Maßnahme bei Ihrem Haus sinnvoll ist und welche Sanierung Priorität haben sollte. Gerne vermitteln wir Ihnen einen von über 2.500 unabhängigen Energieberater direkt in Ihrer Nähe.  

Daher unser Tipp:

Ob heute oder morgen. Beschäftigen Sie sich mit dem Thema energetische Sanierung. Überlegen Sie, bevor Sie mit aufwendigen, unwirtschaftlichen und zum Teil komfortreduzierenden Maßnahmen beginnen und sich hinterher Ärgern. Bei der finalen Entscheidung fragen Sie sich, aus welchem Lager der Vorschlag kommt, welchen Hintergrund die angebotene Sanierung hat und ob die Investition sich wirklich rechnet.