Neustart des 10.000-Häuser-Programms

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Neben dem Für und Wider sorgen auch die langen Wartezeiten inzwischen für Unmut. Laut Jürgen Lepping, Vorsitzender des Energieverbands GIH, habe man sich vom Neustart bürgernähere Bedingungen und kürzere Bearbeitungszeiten gewünscht. Wenn Bürger erst ein Jahr lang auf die Zusage und anschließend noch ein weiteres Jahr au die Auszahlung warten müssten, sei die Umsetzung zwar gut gemeint, aber eben auch schlecht gemacht.

Derzeit ist auf der Webseite des Programms zu lesen, dass es ab dem kommenden April wieder losgehen soll. Im Vergleich zu seinem ersten Anlauf wurde es neu ausgerichtet, sodass vor allem die Anforderungen im Neubau deutlich schwieriger zu erfüllen sind. Im Programmteil EnergieSystemHaus ist die Zahl der möglichen Förderfälle auf 1.300 (2017) bzw. 1.700 (2018) begrenzt. Die noch verfügbaren Anträge lassen sich über einen Zähler auf der Antragsplattform ermitteln. Laut Leppig könne man deswegen auch nicht mehr von einem 10.000-Häuser-Programm sprechen.

Im Rahmen des Technikbonus werden künftig auch Luft-Wasser-Wärmepumpen gefördert, die sich durch eine besonders hohe Effizienz hervortun und dabei ohne die Kombination mit einer PV-Anlage auskommen. Hinzu kommt eine Erweiterung um die Förderung von sog. Gemeinschaftslösungen, die sich über mehrere Ein- oder Zweifamilienhäuser erstrecken. 

Erhöht werden die Anforderungen für den Energieeffizienzbonus im Neubau. Je nach Berechnungsverfahren wird für den spezifischen Heizwärmebedarf in beiden Effizienzstufen ein unterschiedlicher Wert gefordert. Für das 2-Liter-Haus sind es 30/20 kWh/m²a, für das 1-Liter-Haus 15/10 kWh/m²a. Zudem wird der Energieeffizienzbonus im Neubau nur noch einmal pro Wohngebäude statt einmal pro Wohneinheit gewährt. Zudem wird im Neubau die Förderhöhe auf maximal 3.000 Euro festgesetzt. Im Rahmen der Altbausanierung bleiben die Konditionen hingegen unverändert.

Zwei neue Fördertatbestände gibt es im Bereich Heizungstausch hinsichtlich der PV-Stromspeicher und Lüftungsanlagen. Der Programmteil wird zudem in "Heizungstausch-Plus" umbenannt. Künftig soll es demnach auch Förderungen für energiewirtschaftlich sinnvolle Varianten von Wärmepumpen geben. Es hatte nämlich für einigen Unmut gesorgt, dass Wärmepumpen bislang kaum gefördert wurden. Dafür gibt es ab sofort für neue Gas- und Ölheizungen weniger Geld, denn der Grundförderbetrag wird auf 500 Euro gesenkt und die Zahl der Förderfälle für 2017 auf 5.000 begrenzt.


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