BMWi präsentiert die Förderstrategie Energieeffizienz 2017

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Schlagkraft von Energieeffizienzmaßnahmen soll erhöht werden

Die neue Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien ist da. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) möchte damit die Strategie der Energieeffizienzförderung neu ordnen, bündeln und adressatengerecht ausrichten. Ein weiteres Ziel ist es, Förderschwerpunkte stärker an die aktuellen Gegebenheiten der Energiewende anzupassen. Ein Beispiel hierfür liefern Hybridsysteme, die erneuerbare Energien integrieren und deshalb weiter gefördert werden sollen. Demgegenüber soll die Förderung von Heizkesseln, die einzig auf fossilen Energieträgern wie z. B. Öl basieren, im kommenden Jahr auslaufen.

Mit der Neuerung soll die Förderung von Heizkesseln, die ausschließlich mit fossilen Energieträgern befeuert werden, im Jahr 2019 auslaufen.


Laut dem Staatssekretär im BMWi, Rainer Baake (Bündnis 90/Die Grünen), wolle man mit der neuen Förderstrategie die Beratungs- und Investitionsprogramme optimieren, indem sie einer klaren Strukturierung und einer adressatengerechten Ausrichtung unterzogen würden. Auf diesem Wege soll die Schlagkraft von Energieeffizienzmaßnahmen erhöht werden. Eine wichtige Maßnahme des Klimaschutzplans 2050 werde bereits mit dem Ausstieg aus der Förderung rein fossiler Heizungen umgesetzt.

Festlegung neuer Förderschwerpunkte

Auch die haushaltsbasierten Förderangebote sollen nach Angaben des BMWi bis zum Jahr 2020 reformiert werden. Ein elementarer Bestandteil der neuen Förderstrategie ist die Bildung von vier Förderschwerpunkten: Energieberatung, Wärmeinfrastruktur, Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe sowie energieeffiziente Gebäude. Die Umstrukturierung der Förderprogramme soll bis zum Jahr 2019 abgeschlossen werden. Künftig sollen sämtliche Förderangebote modular aufgebaut und einem der genannten Förderschwerpunkte zugeordnet werden. Dadurch ließen sich einige Förderangebote künftig zusammenfassen, wozu beispielsweise das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt gehörten. Beide werden dem Förderschwerpunkt energieeffiziente Gebäude zugeschrieben.

Ambitionierte Projekte sollen künftig mit hohen Investitionen intensiver gefördert werden. Folglich soll es sowohl für den leichten Einstieg in Energiesparmaßnahmen als auch für ganzheitliche und umfassende Sanierungsmaßnahmen entsprechende Förderungen geben. Geplant ist auch die Einrichtung eines sog. One Stop Shop, der Interessierten die Suche nach geeigneten Fördermaßnahmen erleichtern soll. Mit diesem Shop sollen Bürger dann Schritt für Schritt begleitet werden, beginnend bei der Erstinformation und anschließend bis hin zur Umsetzung der angestrebten Maßnahmen. 

Lob und Kritik vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE)

Die neue Förderstrategie wird vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) grundsätzlich begrüßt. Insgesamt fallen die Reaktionen jedoch eher gemischt aus. Als positiv hebt der BEE beispielsweise die Förderung von Wärme- und Kältenetzen hervor sowie der entsprechenden Speicher. Auch das Auslaufen der Förderung fossiler Heiztechnik wird vom Verband begrüßt. Diese Maßnahme halte man für längst überfällig, so Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des BEE. Der Subventionierung fossiler Energieträger gehöre seiner Ansicht nach so schnell wie möglich ein Ende gesetzt. Das Fördersystem dürfe nicht mehr allen Brennstoffen zur Verfügung stehen, wenn es mit dem Klimaschutzplan 2050 in Einklang gebracht werden soll.

Zudem sei auf dem Weg zu einer Wärme- und Kälteversorgung ohne fossile Energieträger noch viel zu tun, so Uphoff weiter. Der Marktanteil von auf Öl, Kohle und Gas basierenden Heizungen liege noch immer bei 85 Prozent und allein während der Jahre 2013 bis 2016 sei der Anteil fossiler Öl-Brennwertheizungen auf nahezu 10 Prozent gestiegen, was auf die niedrigen Erdölpreise zurückzuführen sei. Auf Kritik stößt auch die Beibehaltung der Förderung von Hybridheizungen, denn der fossile Teil werde mit Steuermitteln alimentiert. Das sei kontraproduktiv und führe dazu, dass die dringend erforderliche Wärmewende verschleppt werde.

dena bezeichnet Streichung der Förderung als hinderlich

Auf der Seite der Deutschen Energie-Agentur (dena) hält man es für kontraproduktiv, die Förderung von Brennwertheizung binnen der nächsten zwei Jahre zu beenden. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender bei der dena-Geschäftsführung, sieht die Streichung der Förderung von neuen Brennwertheizungen eher als hinderlich an. Der Schritt zu einer neuen Heizung mit erneuerbaren Energien sei kostspieliger. Es sei demnach auch richtig, ambitioniertere Standards höher zu fördern. Ein effizientes fossiles Brennwertgerät sei immer noch die bessere Alternative als ein veralteter Standardkessel. Lob gab es hingegen für die Ansätze, die sich um mehr Struktur und Übersicht bemühen. Dies gölte vor allem für die Zusammenlegung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms mit dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien.

Lob kommt auch von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), wobei man einige Punkte für inkonsequent hält. Christian Noll, geschäftsführender Vorstand von DENEFF, begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, endlich Licht in den Förderdschungel zu bringen und es Bürgern leichter zu machen, die vorhandenen Förderprogramme zu nutzen.

Hier können Sie sich den vollständigen Entwurf herunterladen: Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien


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