Hydraulischer Abgleich

Mehr Wohnkomfort bei geringeren Kosten

Manchmal neigen Heizkörper zu eher sonderbarem Verhalten: Der eine wird nicht richtig warm, während ein anderer förmlich vor sich hin glüht. Dann rauscht es mal an einem Ventil im Wohnzimmer, während das Badezimmer ausgerechnet in den Morgenstunden kühl bleibt.

Ein Heizkörper, der entweder nicht richtig warm oder viel zu heiß wird, kann ein sicheres Indiz dafür sein, dass es höchste Zeit für einen hydraulischen Abgleich ist.

In den allermeisten Fällen sind solche "Eigenarten" darauf zurückzuführen, dass die Heizung nicht optimal eingestellt ist. Es bleibt in der Regel jedoch nicht bei den geschilderten Unannehmlichkeiten, denn meist kommt noch ein viel zu hoher Energieverbrauch mit hinzu. 

Ein wirkungsvolles Verfahren um die Heizungsanlage zu optimieren ist ein hydraulischer Abgleich. Jeder Heizkörper wird ständig mit der optimalen Menge an Heizwasser versorgt. Eine gleichmäßige Wärme im Haus ist das Resultat. Die Energieeinsparung liegt bei rund 10 % je nach Anlage.

Die Lösung: Ein hydraulischer Abgleich

Bei einem hydraulischen Abgleich nimmt sich ein Profi der verhaltensauffälligen Heizkörper an und sorgt für eine fachgerechte Einstellung derselben. Die Wärmeverteilung wird optimiert, die genaue Wassermenge in den Heizkörpern sowie für die Heizungsregelung wird über eine spezielle Software genau berechnet. Ist die Heizanlage schon ein wenig in die Jahre gekommen, werden im gleichen Zuge auch noch die Thermostatventile ausgetauscht und moderne Heizungspumpen eingebaut.

Ohne den richtigen hydraulischen Abgleich: Hoher Energieverbrauch und wenig Komfort durch ungleiche Wärmeverteilung

Die Wirkungsweise dieses Verfahrens bezüglich des Komforts und der Heizkosten ist vielen Hausbesitzern nicht bekannt. In Deutschland sind erst etwa 9 Prozent aller Heizungsanlagen hydraulisch richtig abgeglichen. 

Aber was genau ist das Problem?

Wasser nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes. Aus diesem Grund werden Heizkörper am Ende einer Heizungsleitung, also weit von der Heizungspumpe entfernt, oft schlechter warm als Heizkörper, die nah an der Heizungspumpe liegen. Das kostet unnötig Energie, denn die Heizungspumpe muss unnötig viel Wasser umwälzen und die Vorlauftemperatur muss höher eingestellt werden, damit auch die entfernten Heizkörper noch warm werden. 

Sie sollten daher prüfen lassen, ob Ihre Anlage schon perfekt eingestellt ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Komfort darunter leidet, ist groß. Werden die Räume, welche am weitesten vom Heizkessel entfernt liegen also schlecht warm oder machen die Heizkörper am Anfang des Strangs Fließgeräusche , ist das ein klares Anzeichen für den fehlenden oder falsch durchgeführten hydraulischen Abgleich.

Hydraulischer Abgleich mit professioneller Hilfe

Der Fachmann beginnt damit, die Heizlast jedes einzelnen Raums zu ermitteln. Für die optimale Versorgung aller Heizkörper mit ausreichend aber nicht zu viel Heizwasser ist die Heizlast die wichtigste Grundlage. Dies geht heute recht einfach und schnell. 

Dann kann das Heizsystem optimal gestellt werden. Am Thermostatventil der einzelnen Heizkörper werden die ermittelten Werte eingestellt. Aber nur mit voreinstellbaren Thermostatventilen ist ein exakter Abgleich möglich. Es ist daher zum Teil erforderlich, im Rahmen des Abgleichs, Nachrüstungen vorzunehmen. Doch diese Investition zahlt sich bereits nach kurzer Zeit aus. Durch den hydraulischen Abgleich sinken nämlich die anfallenden Heizkosten um ca. 10 Prozent. Wird zusätzlich eine hocheffiziente, geregelte Heizungspumpe eingebaut, können weitere Einsparungen erzielt werden. Denn veraltete Heizungspumpen sind der größte Energieverbraucher im Haushalt! 

Gibt es eine gesetzliche Verpflichtung?

Bisher gibt es noch keine gesetzliche Bestimmung für den hydraulischen Abgleich. Wie wichtig und sinnvoll er jedoch ist, erkennt man an der Tatsache, dass viele Fördergelder von der ordnungsgemäßen Durchführung abhängig gemacht werden und der hydraulische Abgleich als Einzelmaßnahme mit 30 Prozent gefördert wird!

Aber nicht nur der Wohnkomfort hat unter solchen Phänomenen zu leiden. Auch die Energiekosten können drastisch ansteigen, wenn ein hydraulischer Abgleich nicht rechtzeitig durchgeführt wird. Durch diesen wird nämlich das Heizsystem optimiert und eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung sichergestellt. 

Was genau ist unter einem hydraulischen Abgleich zu verstehen? 

Das primäre Ziel eines hydraulischen Abgleichs liegt in der gleichmäßigen Wärmeverteilung im gesamten Gebäude. Die Heizungsanlage wird dabei so eingestellt, dass das System dem darin zirkulierenden Wasser möglichst wenig Widerstand entgegensetzt. Das betrifft Rohre, Pumpen und Ventile gleichermaßen. In einem derart optimierten System werden sowohl die Heizkörper in den unteren als auch jene in den oberen Etagen mit der gleichen Stärke von Heizwasser durchströmt, obwohl sie sich in unterschiedlicher Distanz zum Heizkessel befinden. Infolge eines hydraulischen Abgleichs sinkt sowohl der Energieverbrauch beim Heizen selbst als auch die Menge an Strom, die von den Pumpen benötigt wird um etwa 10 bis 15 Prozent.

Ein hydraulischer Abgleich beendet die Energieverschwendung und macht alle Räume gleichmäßig warm. (Foto: djd-p/IWO)

90 Prozent aller Haushalte können massiv sparen!

In Deutschland haben laut Schätzungen etwa 10 Prozent aller Haushalte bislang einen hydraulischen Abgleich durchgeführt. Es kann also davon ausgegangen werden, dass bei 90 Prozent aller Haushalte hierzulande Monat für Monat zu hohe Energiekosten aufgebracht werden müssen. 

Eigens zu diesem Zweck hat die Beratungsgesellschaft co2online ein Portal rund um das Thema Hydraulischer Abgleich eingerichtet. Einer Studie der Gesellschaft ist darüber hinaus zu entnehmen, dass pro Jahr und pro Haushalt etwa 110 Euro eingespart werden könnten. In Summe ließen sich deutschlandweit somit rund 1,6 Milliarden Euro an energiekosten einsparen. Der eingesparte Brennstoff würde zudem Einsparungen von 5,6 Millionen Tonnen an Co2 nach sich ziehen. 

Angesichts dieser Zahlen dürfte unmissverständlich klar sein, dass eine Beratung privater Haushalte im Zuge des Klimaschutzes von sehr hoher Bedeutung ist. Nicht umsonst ist der hydraulische Abgleich mittlerweile auch Voraussetzung für staatliche Förderungen, die im Rahmen von Heizungserneuerungen und -modernisierungen gewährt werden können.

Der hydraulische Abgleich: Wie genau wird eigentlich Energie gespart?

Hydraulischer Abgleich - was spricht dafür? Fünf gute Gründe!

1. Energieverbrauch senken und Geld sparen

Wussten Sie, dass in 90 Prozent aller Haushalte zu viel fürs Heizen bezahlt wird? Schätzungen zufolge haben nämlich 9 von 10 Haushalte bislang keinen hydraulischen Abgleich durchführen lassen und verbrauchen dadurch mehr Brennstoff als nötig. Deswegen hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online eigens für den hydraulischen Abgleich ein Infoportal eingerichtet. Einer Studie der Gesellschaft ist zu entnehmen, dass Haushalte nach der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs im Schnitt 110 Euro an Heizkosten und 100 Euro Stromkosten einsparen können.

2. Wohnkomfort erhöhen

Eine Heizung bleibt kalt oder wird bestenfalls lauwarm, eine andere glüht förmlich. Hinzu kommt in vielen Fällen noch eine eher unangenehme Geräuschkulisse von den Rohren und Heizkörpern, was auf zu hohe Strömungsgeschwindigkeiten zurückzuführen ist. Kennen Sie das auch? Ein hydraulischer Abgleich schafft hier Abhilfe. Er lässt nicht nur die lästigen Geräusche verschwinden, sondern bringt auch sämtliche Heizkörper dazu, mit der Temperatur zu heizen, die am Thermostat eingestellt ist.

3. Gut für Klima und Umwelt: Energie sparen

Durch einen hydraulischen Abgleich lässt sich der Energieverbrauch einer Heizanlage deutlich senken. Der Stromverbrauch für die Umwälzpumpe, die das heiße Wasser zu den einzelnen Heizkörpern fördert, sinkt dabei gleich mit. Insgesamt lässt sich der Energieverbrauch zwischen 10 und 15 Prozent senken.

4. Bis zu 15 Prozent an staatlichen Zuschüssen kassieren

Der hydraulische Abgleich gilt als Voraussetzung, um im Rahmen einer Heizungserneuerung staatliche Förderungen von der KfW in Form von zinsgünstigen Krediten oder Investitionszuschüssen in Anspruch nehmen zu können. Diese Zuschüsse sind Teil des Marktanreizprogramms zur Nutzung erneuerbarer Energien (MAP).

5. Mehr Umweltschutz durch flächendeckenden hydraulischen Abgleich

Würde man den hydraulischen Abgleich deutschlandweit flächendeckend durchführen, ließen sich auf diesem Wege rund 1,6 Milliarden Euro Energiekosten und zusätzlich noch 5,6 Millionen Tonnen an CO2 einsparen. Angesichts solcher Zahlen wird schnell ersichtlich, welche Relevanz dem hydraulischen Abgleich als Beitrag privater Haushalte zur Energiewende zukommt bzw. zukommen sollte.

Das Ergebnis: Mehr Effizienz und bedarfsgerechte Wärmeabgabe

Nachdem das Heizsystem mit einem hydraulischen Abgleich optimiert wurde, werden die Räume wieder gleichmäßig warm - unabhängig davon, wie weit die einzelnen Heizkörper vom Heizkessel entfernt sind. Wird kein hydraulischer Abgleich durchgeführt, kann es vorkommen, dass die Heizkörper in Abhängigkeit von ihrer Entfernung zum Kessel ungleichmäßig warm werden. Auch störende Geräusche wie Blubbern oder Rauschen verschwinden. Durch die gesteigerte Effizienz der Anlage muss auch weniger geheizt werden, was sich entsprechend positiv auf die Heizkostenabrechnung auswirkt. 

Hydraulischer Abgleich ist Voraussetzung für Fördermittel

Ein hydraulischer Abgleich kann übrigens Voraussetzung dafür sein, erfolgreich Fördermittel für eine Heizungsmodernisierung wie beispielsweise eine neue Ölheizung zu beantragen. Der hydraulische Abgleich selbst wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Ein hydraulischer Abgleich kann sowohl bei bestehenden Heizsystemen als auch im Rahmen einer Modernisierung sinnvoll sein.

Fazit

- Verbesserter Wohnkomfort ohne Störgeräusche und ohne kalte Räume

- Wirtschaftlichkeit durch geringeren Stromverbrauch und reduzierte Heizkosten

- Klimaschutz durch weniger CO2 Ausstoß

- Fördermittel können bei der Heizungsmodernisierung beantragt werden

- Aktuell wird der hydraulische Abgleich mit 30 Prozent gefördert