Holzheizung

Heizen mit Holz - Die Renaissance im Heizkeller

Der heimische Brennstoff Holz durchlebt derzeit eine Renaissance. Während die Preise für fossile Energieträger kontinuierlich steigen, entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, umweltfreundliche, nachhaltige Energiequellen zu nutzen um ihren Wärme- und Warmwasserbedarf abzudecken.

Die Holzheizung kann eine bereits bestehende Öl- oder Gasheizung ergänzen oder auch voll und ganz ersetzen - beides ist mittlerweile möglich. Mit der richtigen Technik lässt sich eine bereits vorhandene Anlage um einen mit Holz betriebenen Kessel ergänzen, um einen lückenlosen wechselseitigen Betrieb in Ein- und Mehrfamilienhäusern zu gewährleisten. Üblich und kaum mehr mit schwierigen Anforderungen verbunden sind heutzutage Leistungsgrößen zwischen 14,9 und 40 kW.

Die wesentlich höher Anschaffungskosten einer Holzheizung im Vergleich zu einer Gas- oder Ölheizung werden durch die günstigeren Brennstoffpreise nach einiger Zeit ausgeglichen.

Da bei der Verbrennung von Holz genau soviel CO2 entsteht, wie in der Wachstumsphase  durch den Baum zur Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt wurde, spricht man von einer CO2-neutralen Verbrennung. 

Nebenbei ist Holz ein nachwachsender Rohrstoff den es in Europa in ausreichender Menge gibt. So machen Sie sich langfristig unabhängig von Öl und Gas.  

Scheidholzkessel sind nichts für Faulenzer

Wer die notwendigen Lagermöglichkeiten und günstige Nachschubquellen für Scheidholz besitzt, kann mit einem Scheidholzkessel dauerhaft preisgünstig und vor allem CO2-neutral heizen und so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. 

Mit entsprechend großem Füllraumvolumen sind Abbrandzeiten von bis zu vier Stunden möglich. Eine sinnvolle Speicherung der Wärme erfolgt in einem Pufferspeicher. 

Wer also die tägliche Mühe des Holz nachlegen nicht scheut, kann mit einer Scheidholzheizung dauerhaft Geld sparen und einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. 

Sinnvoller Weise ergänzt man eine Scheidholzanlage mit einer Solaranlage, die in den Sommermonaten durchgängig die Warmwasserbereitung sicher stellt und auch in den restlichen Monaten bei der Duschwassererwärmung unterstütz. 

Eine regelmäßige, 14-tägige Reinigung des Holzkessels ist bei der Entscheidung für einen Scheidholzkessel zu berücksichtigen.

Holzvergaserkessel - Funktionsweise

Holzvergaserkessel und Scheidholzheizungen unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf ihre Funktionsweise stark voneinander, da in einem Holzvergaser zwei Verbrennungen stattfinden.

In einer Brennkammer erfolgt die Holzvergasung, in einer zweiten die Holzgasverbrennung. Holzvergaserkessel erreichen dadurch sehr hohe Wirkungsgrade bei vergleichsweise geringen Emissionen. Das Herzstück einer jeden Heizung ist die Brennkammer des Heizkessels. Die Besonderheit eines Holzvergasers liegt nun darin, dass dieser über zwei Brennkammern verfügt, die mit jeweils eigenen Funktionen ausgestattet sind.

Die Funktionsweise der oberen Brennkammer entspricht dabei der des eigentlichen Holzvergasers. In einem Holzvergaserkessel wird das Holz nämlich zuerst getrocknet und in Holzgas umgewandelt. Die leichteren Anteile des Gases werden mit dem Brennholz zusammen in der ersten Brennkammer verbrannt. Das Holzgas wird anschließend in die Brennkammer des Vergaserkessels geführt. Hier sollen nun auch die schwer zu verbrennenden Anteile des Holzgases in nutzbare Wärme umgewandelt werden. Die untere Brennkammer muss dazu eine Hitze von mindestens 1.000 °C aufbauen.

Eine weitere wichtige Komponente des Holzvergaserkessels ist das Gebläse. Ohne zusätzlichen Antrieb ist das Holzgas nämlich nicht von der oberen in die untere Brennkammer zu bewegen. Alternativ lassen sich zu diesem Zweck auch Saugzugventilatoren einsetzen. Wie jede andere Holzheizung arbeitet auch ein Holzvergaserkessel mit Primär- und Sekundärluft. Die zugeführte Primärluft dient hier der Holzvergasung und der Verbrennung der leichten Holzgasanteile. Die Sekundärluft wird für die vollständige Verbrennung des restlichen Holzgases verwendet und der unteren Brennkammer zugeführt. Natürlich verfügt auch ein Holzvergaserkessel über eine Regelung. Üblicherweise steuert sie den Verbrennungsprozess über Kesseltemperatur und weitere Parameter, kann jedoch von Modell zu Modell sehr unterschiedlich ausgelegt sein.

Die Funktionsweise eines Holzvergaserkessels verspricht hohe Wirkungsgrade bei geringen Emissionen. Sowohl das Holz selbst als auch die bei dessen Verbrennung entstehenden Gase werden für die Wärmeproduktion genutzt. Wie viel Wärme letztlich produziert wird, hängt aber auch von Art und Güte des Brennholzes ab. Die Hersteller solcher Geräte können mittlerweile auf ein breites Angebot an Holzvergaserkesseln verweisen. Es kann sich also im Hinblick auf Funktionalität, Effizienz und Preis durchaus lohnen, hier einen gewissenhaften Vergleich durchzuführen. Das gleiche Funktionsprinzip ist übrigens auch bei Kombikesseln erlaubt, in denen Holzhackschnitzen und Pellets verbrannt werden.

 

Schnell angeheizt und stufenlos regelbar

Ein Holzvergaserkessel für Scheitholz ist eine gute Alternative zur Öl- oder Gasheizung. Er ist besonders geeignet für das neugebaute oder modernisierte Ein- und Zweifamilienhaus.

Bis zu 50 cm lange Holzscheite passen in den großen Füllraum. Über lange Hebel ist die mechanische Reinigung der Heizflächen schnell erledigt. Nur alle zwei Wochen wird meist eine Ascheentleerung fällig.

Die Heizleistung lässt sich stufenlos und zuverlässig an den tatsächlichen Wärmbedarf anpassen. Eine Schwelgasabsaugung nach vollständigem Abbrand erleichtert das raucharme Nachlegen von Scheidholz.

Brennholz richtig lagern

Brennholz ob für Scheidholzkessel oder Holzvergaserkessel muss vorschriftsmäßig gelagert werden. Worauf sie achten müssen erfahren Sie in unserem Ratgeber Brennholz richtig lagern

Pufferspeicher erhöhen Komfort und Wirtschaftlichkeit

Ab einer Kesselleistung von 15 kW wird laut Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) ein zusätzlicher Pufferspeicher zur Pflicht. Mit diesem Speicher wird überschüssige Wärme für eine spätere Nutzung gespeichert, was die Effizienz des Holzvergaserkessels insgesamt erhöht. Durch den Pufferspeicher muss der Holzvergaser nicht mehr so oft angefeuert werden und arbeitet dafür öfter unter Nennlast.

Holzhackschnitzelkessel sind eher was fürs Ländle

Wie auch die Pelletheizung lässt sich die Hackschnitzelheizung den automatisch beschickten Biomassefeuerungen zuordnen. Die Funktionsweise konnte sich bereits über viele Jahre hinweg bewähren und gilt als ausgereift.

Das Einsatzgebiet von Hackschnitzelkesseln erstreckt sich daher auch vom Mehrfamilienhaus bis hin zu Heizkraftwerken, die Wärme im größeren Stil produzieren. Größter Vorteil ist der Brennstoff, denn dieser weist gute Brennwerte auf, ist preisgünstig und noch dazu regenerativ.

 

Leistung und Funktion von Hackschnitzelheizungen

Als Hackschnitzel oder Hackgut wird zerkleinertes Holz bezeichnet, das durch mobile oder stationäre Hacker bearbeitet wurde und nun als Schüttgut bereitgestellt werden kann. Unterschiede gibt es hinsichtlich der Größe, der Qualität und des Wassergehalts. Viele Hackschnitzelheizungen sind als Kombikessel ausgelegt und eignen sich daher technisch auch zur Verbrennung von Holzpellets. Pelletheizungen sind hingegen nicht dazu in der Lage, auch Hackschnitzel zu verwerten. Wie bei der Pelletheizung erfolgt die Beschickung des Heizkessels automatisch. Auch Hackgutheizungen lassen sich in verschiedene Leistungsbereiche einteilen. Während kleine Anlagen bei etwa 10 bis 15 kW Leistung anfangen, kommen große Heizkraftwerke bei ähnlicher Funktionsweise auf Leistungswerte, die im zweistelligen Megawattbereich liegen.

 

Funktionsweise

Teil einer jeden Hackgutheizung ist eine automatische Befüllvorrichtung, mit der die Hackschnitzel bei Bedarf dem Lager entnommen und dem Kessel zugeführt werden. Die im Kessel entstehende Wärme wird anschließend zum Heizen und über einen Wärmetauscher bei Bedarf auch zur Warmwasserbereitung verwendet. Die entstehende Asche wird bei den meisten Systemen über ein Austragungssystem in eine Aschetonne befördert. Sinnvoll, wenn auch technisch nichtunbedingt notwendig, ist ein Pufferspeicher, mit dessen Hilfe sich die erzeugte Wärme auch zu einem späteren Zeitpunkt nutzen lässt.

 

Wichtige Merkmale bei der Auswahl einer Hackschnitzelheizung

Sowohl in Bezug auf Technik als auch Leistung weisen die am Markt erhältlichen Modelle vielerlei Unterschiede auf. Es empfiehlt sich deswegen, die Geräte mit Hinblick auf den eigenen Bedarf einem genauen Vergleich zu unterziehen.

Dabei sollten ein paar wichtige Fragestellungen abgearbeitet werden:

  • Welche Leistung muss der Kessel bringen, damit die Wärmeproduktion ausreicht?
  • Auf welchen Wirkungsgrad kommt die Hackschnitzelheizung?
  • Mit welchen Funktionen soll die Regelungstechnik ausgestattet sein?
  • Welche Einrichtungen zur Sicherheit sind in dem Modell vorhanden?

Hinzu kommt die Frage nach der Feuerungstechnik, denn hier stehen Unterschub-, Quer-, und Abwurffeuerung zur Auswahl.

Unterschubfeuerung: Das Hackgut gelangt über eine Förderschnecke von unten in die Brennkammer. Diese Variante eignet sich gut für aschearme Brennstoffe, die nicht zu trocken sind.

Quereinschubfeuerung: Das Hackgut wird von der Seite her in die Brennkammer befördert.

Abwurffeuerung: Das Hackgut fällt von oben in die Brennkammer. Diese Variante ist gut für die Verwendung von Pellets geeignet, weniger für Hackschnitzel.

 

Für die manuelle und automatische Beschickung geeignet

Ein Holzheizkessel eignet sich im besten Falle für verschiedene Holzformen wie zum Beispiel Scheitholz, Holzpellets, Holzhackschnitzel, Holzbriketts, Restholz mit Spänen und stückiges Holz.

Wer sich für eine solchen Holzhackschnitzelkessel entscheidet, kann sich entspannt zurücklehnen, denn die Brennstoffzufuhr erfolgt größtenteils automatisch. Lediglich Scheitholz muss manuell eingelegt werden.

Der Leistungsspektrum moderner Holzhackschnitzelkessel beginnt bei rund 30 KW und reicht bis über 200 kW. Somit eignen sie sich für die Modernisierung wie für den Neubau von größeren Ein- und Zweifamilienhäusern und insbesondere für Mehrfamilienhäusern und Produktionsbetriebe.

Bei kleineren Heizleistungen empfiehlt sich eine Pelletheizung. 

Pelletheizung rechnen sich

Alles Infos zum Thema günstig und klimaneutral Heizen mit Pellets finden Sie in unserem Artikel Pelletheizung.

Alles was Sie zum heizen mit Holz wissen wollen

Noch mehr Effizienz durch Pufferspeicher und Solarthermie

Die Effizienz solcher Holzheiz-Systeme lässt sich mit Pufferspeichern nochmals erheblich steigern. Dort lässt sich nämlich überschüssige Wärme speichern und bei Bedarf abrufen. Das versetzt einen Holzkessel in die Lage, seine Stärken voll zur Geltung zu bringen, nämlich im Dauerbrand Energie gleichmäßig und dauerhaft abzugeben. Zum Zwecke eines umweltfreundlichen und zugleich wirtschaftlichen Betriebs sollte also ein ausreichend großer Pufferspeicher von vornherein mit eingeplant werden. Dieser erhöht gleichzeitig auch noch den Bedienungskomfort, da der Kessel nur noch ein- bis zweimal täglich befüllt werden muss. Gerade in den Übergangszeiten in Frühjahr und Herbst lassen sich mithilfe des Speichers viele Stunden überbrücken. Die Größe des Speichers sollte dazu nach Möglichkeit mindestens 100 Liter an Volumen je Kilowatt Heizleistung umfassen.

Zusätzliche Unterstützung kann von einer Solaranlage kommen. Die über die Solarthermieanlage eingefangene Wärme kann über einen Wärmetauscher an den Pufferspeicher abgegeben werden und so den Holzbedarf in den Sommermonaten drastisch senken.

BAFA-Förderung für Hackschnitzelheizung und Holzvergaser

Biomasse-Heizanlagen werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Rahmen des Marktanreizprogramms erneuerbare Energien (MAP) gefördert. Die Förderung wird für den Einbau von Hackschnitzelheizungen, Scheitholzvergasern und Kombikesseln vergeben. Die Förderung konzentriert sich auf den Bestandsbau, wobei aber auch im Neubau Fördermöglichkeiten vorhanden sind.

Bei der Neuinstallation einer Holzheizung wie beispielsweise einer Hackschnitzelheizung oder einem Holzvergaser bildet die BAFA-Basisförderung die Grundlage. Diese lässt unter bestimmten Voraussetzungen auch mit der Innovationsförderung, dem Effizienzbonus und einem Kombinationsbonus kombinieren.

 

Konkret greift die BAFA-Förderungen bei den folgenden Holzkesseln:

- Scheitholz-Pellet-Kombikessel mit 80 Euro pro kW Leistung und einem Mindestbetrag von 3.000 Euro. Voraussetzung ist ein Pufferspeicher mit mindestens 55 Liter pro kW Volumen für den handbeschickten Anlagenteil.

- Scheitholzvergaserkessel. Pauschal 2.000 Euro, sofern auch ein Pufferspeicher mit mindestens 55 l /kW installiert wird.

- Hackschnitzelheizung. Pauschale Förderung mit 3.500 Euro. Voraussetzung ist ein Pufferspeichervolumen von mindestens 30 l/kW.

 

BAFA-Bonusförderung für Holzheizungen

- Kombinationsbonus: 500 Euro gibt es für die Kombination aus Solarthermieanlage oder Wärmepumpe und Holzheizung. Gleiches gilt für einen Anschluss der Holzheizung ans Wärmenetz.

- Effizienzbonus: Erhöhung der Basisförderung um 50 Prozent, sofern in dem Gebäude ein bestimmtes Energieeffizienzniveau erreicht wird.

- Kombinationsbonus und Effizienzbonus lassen sich kombinieren!

- 10 Prozent der Nettoinvestitionskosten zusätzlich, wenn bei der Installation einer Biomasseheizung eine effizienzsteigernde Maßnehme am Rest der Heizanlage durchgeführt wird. Eine Deckelung besteht hier bei 50 Prozent der Basisförderung.

 

BAFA-Innovationsförderung für Hackschnitzelheizungen und Holzvergaser

Bei der BAFA-Innovationsförderung stehen "innovative Technologien zur Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Energien" im Vordergrund. Für Scheitholzvergaser ist dieser Bonus leider nicht verfügbar.

 

Dafür werden die folgenden Techniken gefördert:

- Abgaswärmetauscher: Hier werden Nachrüstung oder Neuinstallation einer Holzheizung mit einem Abgaswärmetauscher gefördert. So lässt sich auch die in den Abgasen enthaltene Wärme nutzen. Die Mindestförderung beträgt 3.500 Euro. Diese sind auch im Neubau möglich, jedoch nicht als Mindestförderbetrag.

- Partikelabscheider: Mit einer Förderung werden nachgerüstete Partikelabscheider für die Abgase einer Holzheizung bedacht. Gleiches gilt für Hackschnitzelheizung und Scheitholz-Pellets- und Holzvergaser. Die BAFA-Mindestförderung liegt bei 5.250 Euro bei einer Hackschnitzelheizung und 3.000 Euro beim Scheitholzvergaserkessel. Im Neubau erhalten Bauherren 3.500 bei einer Hackschnitzelheizung und 2.000 Euro bei einem Holzvergaserkessel.

- Nachrüstung: Werden bereits bestehende Heizsysteme mit den oben genannten Techniken nachgerüstet, gibt es bei allen Biomasseheizungen vom BAFA 750 Euro an Fördergeldern. Fristen bei der Beantragung beachten! Sowohl Privatpersonen als auch Kommunen und gemeinnützige Organisationen können einen Förderantrag einer Holzheizung für BAFA-Förderung bis spätestens sechs Monate nach der Inbetriebnahme der Holzheizung stellen. Für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler gilt, dass sie die Förderung für einen Kombi-Holzvergaser oder eine Hackschnitzelheizung vor dem Abschluss eines Lieferungs- und/oder Leistungsvertrages beantragen müssen. Auch für eine Pelletheizung kann beim BAFA ein Antrag auf Förderung gestellt werden.

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