Wandhängende oder bodenstehende Heizung?

Welcher Gerätetyp ist für Sie besser?

Die Zeiten ändern sich. Früher war es klar, dass eine Zentralheizung nur auf dem Boden im Heizkeller stehen konnte. Heute jedoch hängen viele Geräte an den Wänden von Badezimmer oder Küche, offen oder versteckt in Schränken.

Unterschieden wird dabei in Therme (Wandgeräte) und Kessel (Bodengeräte). Die Frage ist nun, welcher der beiden sich besser für den eigenen Haushalt eignet.

Die Unterschiede bei den Heizungen

Mit der oben genannten Unterteilung ist es aber noch längst nicht getan. Die Heizgeräte lassen sich nämlich auch noch in konventionelle Heizwertgeräte und moderne Brennwertgeräte unterteilen. Unterschiede finden sich in nahezu allen Bereichen, angefangen bei der Montage über den verwendeten Brenner, Werkstoffe, Leistungsdaten bis hin zu den Abmessungen.

Konventionelle Kessel, also Heizwertgeräte, sind im Kessel mit einem Wärmetauscher aus Grauguss oder Stahl ausgestattet. Zum Kesselkörper selbst kommen dann noch Isolierung, Verkleidung, Brenner und Feuerungsautomat. Ergänzt wird das Ganze durch eine Regeleinrichtung, die oftmals auch eine witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung ermöglicht.

Die Leistungsbereiche von Boden- und Wandgeräten

Üblicherweise kommen aus Kostengründen für den Verbrennungsprozess atmosphärische Brenner zum Einsatz. Das gilt zumindest für Leistungen bis 350 kW. Solche Kessel dürfen in Deutschland grundsätzlich nur raumluftabhängig betrieben werden, weswegen sie einen Schornsteinanschluss benötigen.

Bei größeren Kesseln jenseits der 350 kW finden meist zweistufige oder modulierende Gebläsebrenner Verwendung.

Bei konventionellen Wandgeräten liegt das Leistungsspektrum meist zwischen 5 und 40 kW, wobei es aber auch möglich ist, mehrere Geräte zu einer Kaskade zusammenzuschalten, was folglich zu einer deutlich höheren Gesamtleistung führt.

Als Wärmetauscher fungieren in erster Linie ein Kupferkern sowie aufgeschobene und verlötete Edelstahllamellen. Auch hier werden so gut wie immer atmosphärische Brenner eingesetzt.

Alle weiteren Komponenten wie z.B. Ausdehnungsgefäß, Umwälzpumpe und sicherheitstechnische Einrichtungen sind bei Wandgeräten integriert. Während des Betriebs arbeitet der Brenner immer modulierend. Das bedeutet, dass er die Leistung fortwährend und stufenlos dem Heizbedarf anpasst. Ein weiterer Vorteil von Thermen liegt darin, dass sie sowohl raumluftabhängig, also mit Anschluss an einen Schornstein, als auch raumluftunabhängig über ein Luft-Abgassystem betrieben werden können.

Auch gibt es Geräte mit einer integrierten Warmwasserbereitung, die auch als Kombigeräte bezeichnet werden. Diese verfügen über einen vorgerüsteten Speicheranschluss sowie einen anschlussfertigen Vor- und Rücklauf.

Kessel (bodenstehend) und Therme (wandhängend) im direkten Vergleich

Die augenfälligsten Unterschiede zwischen Kessel und Therme ergeben sich bereits bei den Abmessungen, den Kessel sind deutlich größer und benötigen mehr Platz. Beim Transport kommt der nächste Unterschied - wortwörtlich - zum Tragen, denn der liegt im Gewicht. Ein Kessel kann schnell mehr als 120 Kilogramm wiegen. Das Wandgerät bewegt sich hingegen in einem Bereich zwischen 28 und 55 Kilo.

Weiter geht es dann bei der Installation. Ein Kessel mit nebenstehendem Speicher nimmt etwa drei Quadratmeter in Anspruch bzw. zwei Quadratmeter, sofern ein Unterbauspeicher verwendet wird. Als Aufstellort kommen meist nur Keller oder Erdgeschoss in Frage. Bei Leistungen von mehr als 50 kW wird ein eigener Aufstellraum benötigt. Das Wandgerät gibt sich bereits mit sparsamen 0,5 m² zufrieden.

Der Brenner eines Kessels bis 70 kW arbeitet in den meisten Fällen einstufig. Ab 70 kW sind die Geräte zweistufig. Das Wandgerät verfügt stattdessen über eine Modulation für eine optimale Anpassung an den Wärmebedarf. Soll die Warmwasserbereitung über den Heizkessel erfolgen, ist dafür ein externer Speicher nötig. Dieser entfällt wiederum beim Einsatz eines Kombigerätes.

Hinzu kommt noch, dass bodenstehende Geräte stets raumluftabhängig sind und daher einen Anschluss an den Schornstein benötigen. Bei Thermen besteht hingegen die Wahl zwischen raumluftabhängigen und -unabhängigen Geräten.

Wann sind Wandgeräte die bessere Alternative?

Bei einem Vergleich von Thermen und Kesseln fällt auf, dass erstere in den meisten Bereichen über klare Vorteile verfügen. Bodenstehende Geräte sind hingegen dann die bessere Wahl, wenn größere Leistungen abgerufen werden. Typische Beispiele sind Zweckbauten und Mehrfamilienhäuser. Ist der Leistungsbedarf aber geringer, wie beispielsweise in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie bei dezentraler Wärmebereitstellung, sind wandhängende Geräte die bessere Wahl.

Ein wichtiger Vorteil von Thermen ist schon vor dem Kauf offensichtlich: Diese Geräte benötigen deutlich weniger Platz als Kessel und lassen sich daher auch gut auf beengtem Raum oder in Nischen unterbringen. Ist der Platzbedarf ein besonders wichtiger Faktor, sind Kombigeräte möglicherweise eine noch bessere Alternative, da dann kein Platz mehr für einen Speicherkessel beansprucht wird.

Der nächste Vorteil zeigt sich bei der Flexibilität. Wandhängende Geräte lassen sich in der Regel raumluftunabhängig betreiben, was mehr Spielraum bei der Abgasführung bietet und mehr Optionen zur Positionierung des Gerätes offen lässt. Die Installation von Thermen geht wesentlich leichter von der Hand, da alle essenziellen Komponenten bereits in das Gerät integriert sind. Erleichternd kommt noch das geringere Gewicht solcher Anlagen hinzu. Und auch im Geldbeutel macht sich der Unterschied bemerkbar, denn wandhängende Einzelgeräte sind im Hinblick auf die Anschaffungskosten meist viel günstiger zu haben als Kessel.

Einsatzspektrum für Heizkessel

Bodenstehende Geräte sind vor allem dann gefragt, wenn ein größerer Leistungsbedarf in entsprechend großen Gebäuden vorliegt. Bei der Bereitstellung von Prozesswärme wird ebenfalls gerne auf Kessel zurückgegriffen, da hier meist kein Bedarf für eine Modulation besteht. Der Vorteil von Thermen, die über eine sog. Stetigregelung zu verfügen, ist also nicht von Relevanz, wenn die Unterschiede zwischen maximalem und minimalem Wärmebedarf nur sehr gering ausfallen.

Alternative für Heizungsmodernisierung: Brennwerttherme mit Schornsteinanschluss

Mittlerweile gibt es aber auch Brennwerttherme, die sich an einen normalen Schornstein anschließen lassen. Normalerweise käme es bei einem solchen Unterfangen zu einer Versottung des Schornsteins, also einer Durchfeuerung. Bei dieser Therme wird jedoch nur ein Teil des Abgases kondensiert und der Rest dazu genutzt, die Abgastemperatur wieder auf mindestens 80° C zu erhöhen. Dank dieses Verfahrens lässt sich eine Kondensation im Schornstein vermeiden. Eine solche Therme kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein alter Kessel oder eine alte Therme gegen einen modernen Brennwertkessel ausgetauscht wird.

Ganzheitliche Systemplanung für einen optimalen Lösungsansatz

Handwerker sind heutzutage dazu in der Lage, auf ein umfangreiches Angebot an Geräten von Heizgeräteherstellern zurückgreifen zu können, was die Ausarbeitung individueller und vor allem bedarfsgerechter Lösungen begünstigt. Vor allem dann, wenn die Installationskosten und der Platzbedarf wichtige Faktoren bei der Entscheidungsfindung darstellen, ist ein Wandgerät in den meisten Fällen die geeignetere Option. Hinzu kommen die bessere Technik im Hinblick auf Modulation und kompakte Bauweise sowie natürlich der Preis gegenüber einem bodenstehenden Standardkessel.