Schornsteinfeger und Heizungsbau

Beide grenzen sich nur wenig voneinander ab

Schornsteinfeger dürfen seit einiger Zeit auch Heizungen warten. Heizungsbauer dürfen im Gegenzug nun auch die regelmäßige Messung der Heizung durchführen. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier.

"Sanitär Heizung Klima" (SHK) und Schornsteinfeger - zwei Bereiche, die sich bereits seit einiger Zeit hinsichtlich ihrer Tätigkeiten und Kompetenzen überschneiden. Denn auch SHK-Betriebe können im Bereich der Schornsteinfeger tätig werden, indem sie dort beispielsweise reguläre Kehrarbeiten übernehmen.

Im Jahr 2009 unterzeichneten der Zentralverband (ZVSHK) und der Zentralinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks dazu eine Verbändevereinbarung, in dem das bundesweite Verfahren zur Ausübung eines Gewerbes im Bereich des anderen Gewerbes definiert wird.

Welche Arbeiten übernimmt der Schornsteinfeger?

Sofern eine entsprechende Qualifikation gegeben ist, können Schornsteinfeger gemäß der Vereinbarung auch Arbeiten aus dem Installateur- und Heizungsbauerhandwerk durchführen. Ein Beispiel ist die Wartung von Feuerstätten. Die Kesselreinigung gehört hingegen schon länger zum Tätigkeitsspektrum von Schornsteinfegern. Darüber hinaus planen, installieren und warten sie Warmwasserzentralheizungen, die mit Öl oder Festbrennstoffen betrieben werden. In diesen Tätigkeitsbereich fallen auch Warmwasserbereitung sowie thermische Solaranlagen.

Welche Arbeiten übernimmt der Installateur?

Installateure und Heizungsbauer können dafür Messungen vornehmen, die der Wahrung des Immissionsschutzes an Feuerstätten dient. Des Weiteren überprüfen und messen sie auch allgemein Feuerstätten sowie Feuerungsanlagen und übernehmen deren Kehrung.

Es ist daher also möglich, dass ein Betrieb die Tätigkeiten aus beiden Gewerben anbieten kann. Installateure und Heizungsbauer haben seit Anfang 2013 ihr Tätigkeitsspektrum erweitert, nachdem eine Handwerksrollen-Teileintragung stattgefunden hatte. Noch bis zum Jahr 2012 galt das Kehrmonopol des jeweiligen Bezirksschornsteinfegers. Seitdem dürfen auch Installateure und Heizungsbauer den Überwachungsaufgaben nach der 1. BImschV nachgehen.

Übergangsphase: Wer wartet und wer misst?

Nach Beschluss des Bundestages über das Gesetz zur Neuregelung des Schornsteinfegerwesens in 2008 existierte bis Anfang 2013 also eine Art Übergangsphase. Damals wurden vom Bundestag auch Vorschläge des Wirtschaftsausschusses mit in das Gesetz eingeführt, das in erster Linie den Wünschen des SHK-Gewerbes entsprach. Im Kern handelte es sich dabei um ein Verbot von Nebentätigkeiten, das bis zum Ablauf der Übergangsfrist ein einfaches Prinzip beinhaltete: Der Messende wartet nicht, der Wartende misst nicht.

Das hatte zur Folge, dass Bezirksschornsteinfegermeister an den Anlagen in ihrem Bezirk keine gewerblichen Wartungsarbeiten vornehmen durften, sofern diese das Überwachungs- und Überprüfungsergebnis beeinflusst hätten. Dadurch wurden jedoch nicht jene Tätigkeiten eingeschränkt, die Bezirksschornsteinfegermeister nach der bestehenden Kehr- und Überprüfungsordnung ohnehin durchführen mussten.

Kehrbuchdaten: Einschränkungen für Bezirksschornsteinfeger

Ein Bezirksschornsteinfeger darf allerdings auch weiterhin keine Bauabnahmebescheinigungen für Anlagen ausstellen, die von Angehörigen seines Betriebes verkauft und/oder eingebaut wurden. Noch bis Anfang 2013 durfte er auch keine Wartungsarbeiten an Anlagen im eigenen Kehrbezirk durchführen, sofern diese unter die Kehr- und Prüfungsordnung oder die 1. BImschV fielen. Darüber hinaus ist es ihm untersagt, sensible Daten aus dem Kehrbuch privatwirtschaftlich zu nutzen. Die Kehrbuchdaten mit den darin enthaltenen Adressdaten sind allein zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben bestimmt.

Dieses Verbot geht auf Beschwerden des SHK-Handwerks zurück, das einen Missbrauch von Daten befürchtete. Gemäß der daraus resultierenden Untersagung gilt für Schornsteinfeger und Meister künftig, dass die Daten des Kehrbuches nur zur Erfüllung gesetzlicher Aufgaben genutzt werden dürfen. Darüber hinaus dürfen Kehrbuchdaten nur dann an öffentliche Stellen übermittelt werden, wenn dies gemäß Landesrecht auch zulässig ist. Gleiches gilt für die Übermittlung von Kehrdaten an andere Stellen, sofern der Empfänger dieser Daten ein rechtliches Interesse an den ihm zugesendeten Informationen hat. Die in den Daten beschriebene Person darf darüber hinaus kein schutzwürdiges Interesse an der Zurückhaltung der Daten hegen.

Gemäß der Verbändevereinbarung und nach Wunsch des Gesetzgebers werden beide Seiten ihre Mitglieder frühzeitig auf die implizierte Marktöffnung vorbereiten. Zu diesem Zweck wird nun den Details und entsprechenden Schulungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Unsere Empfehlung: Installation, Wartung und Service der Heizungsanlage sollte Kunden beim Fachhandwerker belassen. Denn nur eine fundierte Ausbildung mit regelmäßigen Schulungen garantiert eine einwandfreie Leistung.