Heizungsinstallation

Voraussetzungen, Kosten und Planung

Schon während der Planungsphase für eine neue Heizanlage kommen allerlei Fragen auf, die mit Details nicht geizen. Das gilt sowohl für die Einrichtung einer Heizanlage im Neubau als auch für den Austausch einer alten Anlage in einem Bestandsgebäude. Diese Details sind nötig, um am Schluss auf eine Heizanlage nach Maß zurückgreifen zu können, die keinerlei Wünsche mehr offen lässt.

Schritt 1: Welcher Energieträger?

Öl und Gas sind die beiden Klassiker und versorgen nach wie vor das Gros deutscher Heizungen mit Energie. Angesichts dessen sollten jedoch die zahlreichen Alternativen nicht außer Acht gelassen werden, die der Markt mittlerweile zu bieten hat. Beispiele hierfür sind Holzheizungen, die mit Hackschnitzeln, Scheitholz oder Pellets (Pelletheizung) wohlige und zugleich günstige Wärme erzeugen. Daneben haben sich auch Kombinationen aus alternativen Energiequellen wie beispielsweise aus Erdwärme und Solarthermie bestens bewährt. Hier muss die erste Entscheidung gefällt werden, bevor in der Planung weiter vorangeschritten werden kann.

Schritt 2: Kosten für Heizung und Installation

Bei den Installationskosten handelt es sich um einmalige Kosten, für die bei gegebenen Voraussetzungen auch noch Unterstützung vom Staat in Anspruch genommen werden kann. Des Weiteren sollten sowohl Kosten für den Kessel selbst als auch die späteren Betriebskosten einer genauen Prüfung unterzogen werden. Die Anschaffungskosten können sich bei einer teureren Heizanlage, die eine entsprechende Energieeffizienz aufweist, recht schnell wieder amortisieren. Demgegenüber könnte sich eine zu günstige Variante auch als Fehlinvestition entpuppen.Nämlich dann, wenn die Folgekosten aus Reparatur und Wartung zu hoch werden. Beim Vergleich der Heizsysteme fällt auf, dass teurere Systeme oftmals einen höheren Wirkungsgrad vorweisen können. Dadurch reduzieren sich auf Dauer die Brennstoffkosten merklich. Auch bei den periodisch anfallenden Betriebskosten kann sich die höhere Qualität der Anlage positiv bemerkbar machen. Die Gesamtkosten variieren je nach gewählter Heizungsart zum Teil in erheblichem Maße. Wir haben Ihnen auf dieser Seite daher eine Kostenübersicht zusammengestellt, die Ihnen die Entscheidung erleichtern soll.

KostenpunktKostenAnteil am Gesamtpreis
Gasanschluss1.620 €24 %
Heizungsanlage1.840 €27 %
Brennwerttechnik inkl. Schornsteinanpassung1.630 €24 %
Warmwasserspeicher1.025 €15 %
Material (Rohre u.ä.)630 €10%

Schritt 3: Kostenprüfung und Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

Auch der dritte Schritt befasst sich mit den Kosten, denn nun sollen die verschiedenen Kosten unterschiedlicher Alternativen einander gegenübergestellt werden. Bei dieser Wirtschaftlichkeitsbetrachtung werden auch die Wirkungsgrade berücksichtigt. Dabei fällt auf, dass die Kosten je nach Gebäudegröße und gewählter Heizungsart erheblich voneinander abweichen können. Ein Beispiel: Eine neue Gasheizung in einem Einfamilienhaus kostet in der Regel zwischen 6.000 und 7.000 Euro. Im Zuge der Prüfung sollten auch die regelmäßig anfallenden Kosten einer genauen Prüfung unterzogen werden. Dazu zählen- Kosten für Brennstoff,- Wartungskosten und- allgemeine Betriebskosten.

Vergleich der Brennstoffkosten verschiedener Energieträger

Schritt 4: Indirekte Kosten und Verfügbarkeit

Auch die indirekten Kosten sollten nicht außer Acht gelassen werden, denn sie können sich zuletzt auch als entscheidender Faktor herausstellen. Solche Kosten können aufgrund gesetzlicher Vorgaben entstehen oder auch schlicht auf den Platzbedarf der neuen Heizung zurückzuführen sein. Außerdem sollte auf die Verfügbarkeit des ausgewählten Brennstoffs geachtet werden. Viel wichtiger als dessen grundsätzliche Verfügbarkeitsdauer des Energieträgers ist dabei dessen langfristige Finanzierbarkeit. Derzeit sind Holz und Holzpellets noch vergleichsweise günstig. Bei den Überlegungen sollte jedoch deren wachsende Bekanntheit und Beliebtheit mit einkalkuliert werden, was langfristig zu signifikanten Preissteigerungen führen kann. Da stellt sich zu Recht die Frage, wie lange der Brennstoff zu den derzeitigen oder zumindest ähnlichen Konditionen noch verfügbar sein wird.

Schritt 5: Probleme erkennen - Lösungen finden

Die ideale Heizung erfüllt die eigenen Anforderungen hinsichtlich des gewünschten Komforts und passt bestens zum Gebäude, in dem sie installiert wurde. Längst nicht immer sind alle Voraussetzungen auch realisierbar, wie das bei der Fußbodenheizung oft der Fall ist. In anderen Fällen legen Hauseigentümer Wert auf eine besonders umweltfreundliche Heizung, können diese aufgrund fehlender geologischer Voraussetzungen (Erdwärme) oder baulichen Problemen (Solarthermie) aber nicht umsetzen. Individuelle Probleme bedürfen entsprechender Lösungsansätze. Hier kann eine moderne Gasheizung mit hohem Wirkungsgrad die Lösung sein.

Auch denkmalgeschützte Gebäude können für Heizungsplaner eine große Herausforderung darstellen, bei denen Gasthermen in Form von Etagenheizungen oftmals die einzige noch verbleibende Lösungsmöglichkeit darstellen. Wer sich in solchen Fällen an einen gut ausgebildeten Sachverständigen wendet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine passende Lösung finden. Für nahezu jede Situation gibt es eine Möglichkeit, die alle Anforderungen im Hinblick auf Komfort, Umweltschutz und Kosten erfüllt. Laien ist jedoch stets davon abzuraten, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich als Heizungsinstallateur zu probieren. Hier können sehr schnell technische Fehler verursacht werden, die unter Umständen sogar Gefahren für Leib und Leben bergen.

Öl- oder Gasheizung statt Solarthermie und Erdwärme

Nicht immer sind Erdwärme und Solarthermie möglich. Auch können sich die vorhandenen Räumlichkeiten nicht dafür eignen, mit Holz oder Holzpellets zu heizen, da beispielsweise kein Lagerraum vorhanden ist. Als letzte Lösung bleiben Gas- und Ölheizungen. Wer hier auf eine moderne Brennwertheizung zurückgreift, erhält eine ebenso effiziente Alternative zum Heizen, die gleichwohl als zukunftsfähig bezeichnet werden kann.