Heizkosten berechnen

So berechnen Sie Ihre Heizkosten anhand der Quadratmeter

Die Berechnung der Heizkosten ist ein komplexes Thema. Bei einem Neubau ermittelt der Architekt den voraussichtlichen jährlichen Bedarf an Wärme.

Doch wie sieht es bei einer bestehenden Immobilie aus? Der Verbrauch bei einem vorhandenen Haus ergibt sich recht simpel aus der jährlichen Gasabrechnung oder dem Heizölbedarf. Aber was, wenn ich eine gebrauchte Immobilie kaufen möchte und keine Verbrauchswerte vorliegen?

 

In diesem Fall kann ein Energieberater den aktuellen bzw. voraussichtlichen  Verbrauch ermitteln. So läßt sich auch feststellen, welche Modernisierungsmassnahme sinnvoll sein könnte.

Und wie steht Ihr Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Häusern da? Ob Sie mit Ihren Heizkosten im Vergleich zu anderen Häusern mit einer vergleichbaren Fläche und einem entsprechenden Baujahr besser oder schlechter liegen, können Sie anhand nachfolgender Vergleichstabellen ganz einfach ablesen. 

Die jährlichen Kosten für Beheizung können je nach Gebäudetyp, der örtlichen Lage, dem Baujahr, der Isolierung, dem Nutzerverhalten sowie der vorhandenen Energieart und insbesondere dem Alter der Heizung stark variieren. Einen Heizkostenvergleich aller Energieträger finden Sie hier.

 

Heizkosten berechnen - so funktionierts!

Der erste Schritt: Die Heizkosten pro Quadratmeter ermitteln

Anhand der Verbrauchskosten Ihrer Heizung können Sie einige wichtige Schlussfolgerungen ziehen. Denn hier entscheidet sich beispielsweise, ob eine Heizungsmodernisierung oder andere Sanierungsarbeiten vonnöten sind. Die Verbrauchskosten sollten dabei stets in Abhängigkeit von Baujahr, Brennstoff und Nutzfläche betrachtet werden.

Die hier verwendeten Angaben beruhen auf der jährlich veröffentlichten Publikation "Heizspiegel". Dem Heizspiegel können Sie die jährlich aktualisierten durchschnittlichen Heizkosten pro Quadratmeter für das jeweilige Jahr entnehmen, gegliedert nach Verbrauch in kWh pro m² und Jahr für Öl, Gas und Fernwärme.

Daraus ergeben sich dann die Kosten pro Quadratmeter und Jahr, die sich gut zu Vergleichszwecken eignen.

Die nachfolgenden Daten bezieht sich auf die Heizkosten eines Einfamilienhauses, in dem wir beispielhafte Verbrauchskosten verschiedener Heizsysteme behandeln.

Heizkosten Erdgasheizung in Euro pro Quadratmeter und Jahr

Heizkosten Erdgasheizung in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr

Heizkostenvergleich Heizölheizung in Euro pro Quadratmeter und Jahr

Heizkosten Heizölheizung in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr

Heizkosten Fernwärmeheizung in Euro pro Quadratmeter und Jahr

Heizkosten Fernwärmeheizung in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr

Heizkosten berechnen - Orientierung dank Vergleich

Die jährlich anfallenden Heizkosten können schon allein wegen des verwendeten Brennstoffes signifikanten Schwankungen unterliegen. Beim Berechnen der Heizkosten ist es wichtig, dass Sie sich auf seriöse Verbrauchswerte beziehen können. Bei einem Wohnraum mit beispielsweise 30 bis 40 m² Heizfläche fallen monatliche Kosten zwischen 25 und 40 Euro an. Das gilt jedoch nur, wenn mit Gas geheizt wird. Wer eine Fläche zwischen 40 und 70 m² bewohnt, sollte pro Monat etwa 70 bis 100 Euro einkalkulieren.

Im Falle einer mit Öl betriebenen Heizung gelten andere Richtwerte: Eigenheime mit einer Nutzfläche zwischen 30 und 40 m² lassen monatlich Heizkosten in Höhe von etwa 45 Euro entstehen. Beläuft sich der Wohnraum auf eine Fläche zwischen 40 und 70 m², ist mit monatlichen Kosten zwischen 40 und 100 Euro zu rechnen.

Wie erfolgt die genaue Berechnung der Heizkosten?

Wichtig ist, dass bei der Berechnung der jährlichen Heizkosten nicht nur die Brennstoffkosten, also Heizöl, Erdgas, Holzpellets und Co. miteinander verglichen werden. In die Berechnung müssen alle Kosten einbezogen werden, die mit der Heizung anfallen bzw. angefallen sind. 

Man spricht dann richtigerweise von den Jahresgesamtkosten. Diese ergeben sich aus den verbrauchsgebundenen Kosten plus den kapitalgebundenen Kosten sowie den betriebsgebundenen Kosten und möglicher Opportunitätskosten. 

Die verbrauchsgebundenen Kosten sind im Grunde die Brennstoffkosten. Es kommt noch ein kleiner Teil an Stromkosten hinzu, der für den Brenner und die Heizungspumpe benötigt wird. 

Als kapitalgebundene Kosten versteht man die Investitionskosten bezogen auf ein Jahr sowie die Zinsen, die man an die Bank zahlt, wenn man für die Heizung einen Kredit aufgenommen hat. Wer die Heizung mit seinem Ersparten Vermögen gekauft hat, kann das Geld nicht weiter anlegen und verzichtet so auf einen Gewinn aus möglichen Zinsen. In beiden Fällen wird mit einem Zinssatz von 3 Prozent gerechnet. Hierzu dividiert man die initialen Kosten für die Heizung durch den üblichen Nutzungszeitraum gemäß VDI. Beispiel: Die Investionskosten für die neue Heizung betragen 10.000 Euro. Der Nutzungszeitraum beträgt 20 Jahre. Dann betragen die jährlichen Kapitalkosten ohne Zinsen 500 Euro (10.000 Euro / 20 Jahre). 

Dann müssen noch die betriebsgebundenen Kosten berücksichtigt werden. Betriebsgebunden sind alle Kosten, die mit dem Betrieb der Heizung in Zusammenhang stehen. Also Wartungskosten, Kosten für Verschleißteile, etc. Diese unterscheiden sich je nach Brennstoff erheblich. Die Wartung einer Holzpelletsheizung kann schnell mal das Doppelte von einer Gaswartung kosten.

Zu guter Letzt gibt es eventuell noch die Opportunitätskosten. Einfach erklärt sind dies Kosten, die entstehen, wenn ich etwas anderes nicht machen kann. Klingt komplizierter als es ist. Ein Beispiel: Wer bei der Heizungsmodernisierung von Öl auf Gas umsteigt, kann den ehemaligen Tankraum zu einem Kellerraum umbauen und vermieten. Wer bei Öl bleibt, kann das nicht. Ihm entstehen besagte Opportunitätskosten. Also einfach gesagt: Er verzichtet auf Gewinne durch Vermietung. 

Nur wer alle zuvor genannten Kosten addiert, kann verbindlich die jährlichen Heizkosten berechnen und mit anderen Heizungssystemen vergleich. 

Da dies vielen Hausbesitzern entweder nicht fundiert möglich oder zu umständlich ist, haben wir Vergleichswerte für die unterschiedlichen Energieträger und Gebäudegrößen ermittelt. 

Heizkosten berechnen: Wie setzen sich die Heizkosten zusammen?

Kosten des verbrauchten Brennstoffs und dessen Lieferung

Kosten des Betriebsstroms (z. B. für den Betrieb der Umwälzpumpe)

Kosten von Bedienung, regelmäßiger Überwachung und Wartung der Anlage

Kosten der regelmäßigen Überprüfung der Anlage durch einen Fachmann

Kosten der Reinigung der Anlage und des Aufstellraums

Kosten für den Schornsteinfeger

Kosten für Messungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz

Kosten für Geräte zur Verbrauchserfassung (bei Vermietung)

Kosten zur Berechnung und Aufteilung des Verbrauchs (bei Vermietung)

Änderungen der Heizkosten mit einkalkulieren

Bei einem Vergleich der Heizperioden 2007/2008 und 2008/2009 fällt auf, dass die Heizkosten um etwa 18 Prozent gestiegen sind. In Großstädten wie Köln, Düsseldorf oder Mainz ließen sich sogar Preisanstiege von bis zu 30 Prozent registrieren. Wer seinen Bedarf teilweise oder komplett aus erneuerbaren Energien decken konnte, blieb davon jedoch weitestgehend unberührt. Verbraucher, die im Jahr 2009 auf erneuerbare Energien setzten, hatten rund 600 Euro weniger an Heizkosten zu tragen als solche, die mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas heizten.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Verbraucher bei der Berechnung ihrer Heizkosten stets eines ganz besonders beachten sollten: Genaue Vergleichswerte, wie sie beispielsweise dem jährlich erscheinenden "Heizspiegel" von co2online entnommen werden können, bieten eine solide Grundlage für einen Vergleich. Sie können ferner dazu beitragen, künftig zu hohe Heizkosten zu vermeiden.

Wer seine Heizkosten langfristig deutlich senken möchte, sollte sich Gedanken um einen Umstieg auf eine Versorgung aus erneuerbaren Energien machen. 

Auch wenn die derzeit günstigen Heizölpreise viel Hausbesitzer ermutigen, wieder eine neue Ölheizung einzubauen, ist der Trend der letzten Jahre nicht dauerhaft haltbar. Denn Öl aus Rohstoff wird für viel zu viele Produkte benötigt und ist nicht unendlich verfügbar. Beide Faktoren werden langfristig zu einer Verteuerung des Heizöls führen. Bei Erdgas ist eine vergleichbare enden mehr als realistisch. Ob die Preissteigerung in den kommenden fünf bis zehn Jahren zu erwarten ist, kann derzeit keiner mit Gewissheit sagen. Denn aktuell wird der Ölpreis künstlich niedrig gehalten um den Fracking-Boom in den USA zu stoppen. Denn nichts wäre für die OPEC-Staaten schlimmer, als eine starke Erdölproduktion in den USA und anderen Teilen der Welt. 

FAZIT:

Wer nachhaltig und dauerhaft günstig heizen will, sollte bereits heute bei einer Heizungsmodernisierung nachwachsende Rohstoffe wie Holzpellets in Betracht ziehen.