Flüssiggastank

Alles Wissenswerte zu Standort, Kosten, Größe und vorgeschriebener Prüfung von Flüssiggastanks

Rund 400.000 Heizungen in Deutschland werden mit einem Flüssiggastank versorgt. Flüssiggas ist immer dann eine Alternative, wenn zum Beispiel die alte Ölheizung durch eine Gasheizung ersetzt werden soll, aber kein Erdgasanschluss zur Verfügung steht. Zur Lagerung des Brennstoffes ist dann die Installation eines Flüssiggastanks notwendig. Bei der Auswahl und der Nutzung eines Flüssiggastanks sind einige wichtige Hinweise zu beachten. 

Flüssiggastanks unterliegen strengen Vorschriften, um die Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehört beispielsweise, dass sie regelmäßig durch qualifiziertes Personal einer zugelassenen Überwachungsstelle kontrolliert werden müssen.

In Bezug auf die Heizungsanlage sind zwei Merkmale von besonderer Bedeutung: Standort und Dimensionierung. Abhängig von der Beschaffenheit des Grundstücks lassen sich Flüssiggastanks oberirdisch, halb-oberirdisch und unterirdisch aufstellen. Daneben sollte der Tank natürlich eine Größe haben, die dem Verbrauch der Heizanlage bzw. des Haushalts angemessen ist.

Unterschiedliche Aufstellungsarten eines Flüssiggastanks

Unterschiedliche Lagerung von Flüssiggastanks

Da die Schlauchlänge der Flüssiggas-LKW standardmäßig meist auf 30 Meter begrenzt ist, empfiehlt es sich, den Flüssiggastank möglichst nah an einer gut befestigten Zufahrtsstraße zu platzieren. Der Umkreis von 3 Metern um den Flüssiggastank gilt als Schutzzone. Hier gelten besondere Bedingungen, die zu beachten sind, um einen sicheren Betrieb der Flüssiggasanlage zu gewährleisten. So dürfen sich in diesem Radius weder Kellerschächte und Abflüsse noch brennbare Stoffe wie Gartenhäuser oder gestapeltes Brennholz befinden. 

Flüssiggastanks mieten oder kaufen?

Ein Flüssiggastank kann vom Hausbesitzer sowohl gekauft als auch gemietet werden. Bei einem Kauf trägt der Hausbesitzer die gesamten damit verbundenen Kosten, angefangen beim Kaufpreis des Tanks selbst über den Transport, den Bauarbeiten für Fundament oder Grube, dem Rohrgraben bis hin zur Installation vor Ort. Die Kosten liegen je nach Tankgröße zwischen 10.000,- und 15.000,- Euro. Hinzu kommen dann noch die Kosten für die regelmäßige Überprüfung. Hier ist mit Kosten in Höhe von 200,- bis 350,- Euro pro Jahr zu rechnen.

Wird der Tank gemietet, senkt das die Anschaffungskosten natürlich ganz beträchtlich. Kunden sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Mietverträge meist mit langfristigen Lieferverträgen einhergehen. Dadurch binden sich Hausbesitzer an das Unternehmen und kommen nicht in den Genuss einer freien Lieferantenwahl. Die Entscheidung muss also zwischen voller Kostenübernahme bei freier Lieferantenwahl auf der einen und der günstigeren Miete bei Lieferantenbindung auf der anderen Seite getroffen werden.

Welche Variante letztendlich die bessere für den persönlichen Bedarf ist, lässt sich mithilfe einer Kosten-Nutzen-Rechnung über einen Anbietervergleich herausfinden.

Flüssiggastank kaufen, mieten oder nutzen: Welcher Vertrag ist wirklich sinnvoll

Kaufvertrag: Eignet sich für alle Eigentümer, die langfristig sparen möchten. Denn wer einen Flüssiggastank sein Eigen nennt, kann dauerhaft frei und günstig sein Flüssiggas kaufen und ist vertraglich nicht gebunden. 

Mietvertrag: Der Flüssiggastank ist Eigentum einer Flüssiggasfirma und der Hauseigentümer ist langfristig über einen Liefervertrag gebunden. Preisvorteile, die durch den freien Einkauf genutzt werden könnten, sind hierbei ausgeschlossen. Dafür sind die initialen Kosten gleich Null. Denn den Flüssiggastank stellt ja der Flüssiggaslieferant kostenlos. 

Nutzungstank: Wie beim Miettank sind Sie dauerhaft an die jeweilige Flüssiggasfirma gebunden. Einige Flüssiggasanbieter vermitteln den Eindruck, dass der Nutztank eine bessere Alternative zum Miettank sein. Dem ist jedoch nicht so. 

Liefervertrag: Ebenfalls eine unnötige Vertragsoption, mit der einige Flüssiggaslieferanten versuchen, Kunden langfristig an sich zu binden. "Sie müssen sich um nichts mehr kümmern, wir beliefern Sie auch in schwierigen Liefersituationen" ist häufig das Verkaufsargument, um Flüssiggaskunden mit einem Liefervertrag zu binden. Doch auch freie Flüssiggashändler können bei Engpässen den Flüssiggastank ausreichend schnell befüllen.  

Wartungsvertrag: Klar ist, dass der Flüssiggastank regelmäßig alle 2 Jahre von außen und alle 10 Jahre von innen geprüft werden muss. Ob hierzu aber ein fester Wartungsvertrag notwendig ist, müssen Sie selbst entscheiden. Denn jeder freie Flüssiggashändler darf Ihren Flüssiggastank überprüfen. 

Flüssiggastank mieten: so entkommen Sie der Kostenfalle

Rund 80 Prozent aller Flüssiggaskunden besitzen keinen eigenen Gastank, sondern nutzen den des Anbieters. Zusammen mit diesem Tank wurde in der Regel noch ein Gasabnahmevertrag geschlossen, was bedeutet, dass das Gas auch nur bei diesem Lieferanten bezogen werden darf. Damit wäre es rechtswidrig, wenn ein anderer Lieferant den Tank befüllen würde. Das bestätigt auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. II ZR 367/02).

Natürlich ist es möglich, sowohl Miet- als auch Gasliefervertrag zu kündigen. Nur wenige Gasanbieter sind jedoch auch bereit dazu, dem Kunden den Gastank nach Vertragsschluss zu verkaufen. Das versetzt Kunden wiederum in eine Zwickmühle: Entweder behält er den Miettank und zahlt deutlich höhere Preise als am Markt üblich oder er gibt den Tank an den Gasanbieter zurück, was mit einem höheren Aufwand verbunden ist. Wurde ein Tank beispielsweise ins Erdreich eingelassen und anschließend die darüber liegende Oberfläche aufwendig bepflanzt, kann das schon Grund genug sein, eine Rückgabe zu scheuen.

Preise überprüfen

Wer einen Tank gemietet oder einen Nutzungsvertrag über einen Tank abgeschlossen hat, sollte prüfen, ob der Gaslieferant auch marktgerechte Preise verlangt. Dabei hilft unsere Grafik, denn auf ihr wird übersichtlich dargestellt, welche Preise Gaskunden innerhalb der letzten 24 Monate bezahlt haben. Der mittelgrüne Bereich repräsentiert die Preisspanne zwischen der günstigsten und der teuersten Region in Deutschland. Zum Zwecke eins möglichst genauen Vergleichs empfiehlt es sich, ältere Gasabrechnungen zur Hand zu nehmen und die Preise pro Liter zu vergleichen. Der aktuelle Preis sollte nicht im roten Bereich liegen.

Kostenkontrolle wahren

Beim Preisvergleich sollten Kunden jedoch beachten, dass ein geringfügig höherer Gaspreis durchaus gerechtfertigt sein kann. Diese Rechtfertigung leitet sich aus Wartungsarbeiten durch Servicetechniker oder einen Sicherheitsservice ab, sofern diese inklusive sind. Dennoch sollten die Gesamtkosten im Blick behalten werden, denn wer bereits eine hohe Miete und eine hohe Wartungspauschale bezahlt, sollte nicht auch noch durch zu hohe Aufschläge beim Preis pro Liter zur Kasse gebeten werden.

Sparmaßnahmen

Wer sich sein Flüssiggas in einen Miettank liefern lässt und in nächster Zeit zu bestellen beabsichtigt, sollte sich vorab von seinem Lieferanten einen Preis nennen lassen, um diesen dann mit dem Preis der Flüssiggasbörse vergleichen zu können. Diese Börse wird vom Bund der Verbraucher organisiert. Sollten Kunden auf diesem Wege herausfinden, dass sie einen Preis bezahlen, der deutlich zu hoch ist, gibt es zwei Wege, darauf zu reagieren:

1. Preis verhandeln. Versuchen Sie, den Preis beim Lieferanten unter Nennung der aktuell am Markt gängigen Preise zu drücken.

2. Eigener Tank. Besorgen Sie sich einen eigenen Tank. Das ist zwar mit einer Investition verbunden, aber dafür können Sie den Gasanbieter künftig frei wählen.

Vertragsklauseln juristisch prüfen lassen

Wer sich einen eigenen Tank zulegen möchte, muss zunächst den alten Tank kündigen und anschließend abbauen lassen. Ein Unterfangen, dass nicht immer reibungslos vonstatten gehen muss, wie die Erfahrung zeigt. Viele Unternehmen versuchen nämlich, die Kosten der Tankrückgabe komplett auf den Kunden abzuwälzen - in den meisten Fällen zu Unrecht, wie es im Rahmen einer juristischen Prüfung von 21 Vertragsklauseln zur Tankrückgabe herausgekommen ist.

Mithilfe unserer Tabelle können Kunden feststellen, ob auch sie Klauseln im Vertrag haben, die als unwirksam einzustufen sind. Insgesamt wurden 18 Vertragsklauseln ausfindig gemacht, die unwirksam sind. Die Stiftung Warentest hat die oben genannten 21 Klauseln juristisch genau prüfen lassen. Die Prüfung erfolgte auf Basis der entsprechenden Vorschriften im BGB zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie von Gerichtsurteilen (z. B. Amtsgericht Schwelm vom 7. Oktober 2014, AZ 22C 228/14 und Amtsgericht Köln vom 8. April 2014, AZ 223C 8/14). Bislang haben die Gerichte immer zugunsten der Kunden entschieden. Sollten Kunden also unzulässige Klauseln in ihrem Vertrag ausfindig machen, müssen sie die Kosten für die Tankrückgabe nicht tragen. Dies umfasst auch das Ausheben von erdgedeckten Tanks. Hier erhalten Sie eine Übersicht über unwirksame Klauseln aus Verträgen, die von Miettank- und Zählerkunden stammen sowie einige Klauseln, die als gültig erachtet werden.

Wie lässt sich die richtige Flüssiggastank-Größe ermitteln?

Wie lässt sich nun herausfinden, welche Größe der Flüssiggastank aufweisen sollte? Die Tanks sind grundsätzlich in verschiedenen Größen erhältlich. Gängig sind Volumen von 1.775 Litern, 2.700 Litern, 4.850 Litern und 6.400 Litern.

Um den Jahresbedarf zu ermitteln, können hierzu Werte wie Quadratmeterzahl der Wohnfläche, Dämmung des Gebäudes und dessen Grundriss herangezogen werden, um vorab eine Schätzung durchzuführen. Auch Energieberater können hinzugezogen werden, die dem Hausbesitzer bei Planung und Durchführung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine weitere Quelle können die lokalen oder regionalen Heizspiegel sein, in denen regelmäßig Durchschnittsverbräuche in Kilowatt pro Quadratmeter Wohnfläche aufgelistet werden.

Tankgrößen von Flüssiggastanks

Genehmigungen beim Flüssiggastank notwendig

Die jeweilige Landes-Bauordnung regelt im § 61 die Aufstellungsbedingungen bei einem neuen Flüssiggastank. Ab einem Fassungsvermögen von 3 Tonnen / 6 Kubikmeter ist grundsätzlich eine Baugenehmigung sowie eine Genehmigung gemäß Bundes-ImmissionsschutzGesetz (BImSchG) erforderlich. Zusätzlich zur Baugenehmigung ist die Aufstellung in der TRM 600, 601 und 610 geregelt. Zusätzlich sollten Planer die TRB 801 Nr. 25 berücksichtigen. 

Feuerwehrzufahrten, Brandschutzanforderungen und evtl. Forderungen von Naturschutzbehörden sind zusätzlich zu beachten. Wer sich für den Kauf eines Flüssiggastanks interessiert, kann unsere Experten hierzu gerne kontaktieren.

Die richtige Füllmenge des Flüssiggastanks ermitteln

Der Flüssiggasbedarf sollte anhand der Füllmengen und der Abmessungen des Tanks vorab ermittelt werden. Durch den geschätzten Bedarf lässt sich eine erste Schätzung der Kosten für eine Tankfüllung vornehmen. 

Wenn Sie sich bezüglich Ihrer Entscheidung noch unsicher sind, kann Ihnen möglicherweise der Heizplaner von easyHeizung weiterhelfen. Dieser kann Ihnen schnell Aufschluss darüber geben, welche Heizung für Ihren Bedarf geeignet bzw. am günstigsten ist. In vielen Fällen ist es nämlich so, dass Erdgasheizungen mit moderner Brennwerttechnologie die beste Alternative darstellen, sowohl im Hinblick auf die Kosten als auch den Wohnkomfort und Umweltnutzen. 

Preisanfragen zur Flüssiggaslieferung können Sie ganz bequem auf unserer Seite Flüssiggaspreis stellen.

Stiftung Warentest hat Vertragsbedingungen geprüft

Im der Ausgabe 1/2017 hat sich auch die Stiftung Warentest mit dem Thema Vertragsgestaltung der Flüssiggastank Anbieter intensiv beschäftigt. Hierbei wurden die verschiedenen Flüssiggasverträge unter die Lupe genommen. Einige Vertragsklauseln aus der Vergangenheit entsprechen nicht der aktuellen Rechtsprechung und sind damit unwirksam. Flüssiggaskunden sollten diese Klauseln kennen!

Hier finden Sie eine Übersicht der vertraglichen Klauseln, die nach Ansicht von Stiftung Warentest nicht rechtmäßig sind: Nicht rechtskonforme Vertragsformulierungen bei Flüssiggastanks 

Sicherheitseinrichtungen am Flüssiggastank

Um die Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten, sind einige technische Bauteile an einem Flüssiggastank montiert. 

Sicherheitsarmaturen Flüssiggastank

Schutzzonen beim Flüssiggastank

Schutzzonen Flüssiggastank

Flüssiggastank prüfen ist Pflicht!

Der Flüssiggastank muss bei der Erstinbetriebnahme und anschließend regelmäßig überprüft werden. Dies regelt die Betriebssicherheits-Verordnung (BetrSichV).

Innenprüfung des Flüssiggastanks

Alle 10 Jahre ist durch eine zugelassene Prüfstelle der Flüssiggastank von innen auf Beschädigungen und Korrosionen (Rost) zu überprüfen. Diese Prüfung wird üblicherweise durch den TÜV oder GTÜ durchgeführt. Es gibt aber auch andere Sachverständige, die die Innenprüfung am Flüssiggastank durchführen können.

Die 10-Jährige Tankprüfung beinhaltet folgende Prüfungen:

  • Prüfung des allgemeinen Behälterzustands und der Beschaffenheit
  • Bewertung der Auftellungsbedingungen und der Behälterumgebung
  • Überprüfung des Sicherheitsventils und Austausch bei Bedarf
  • Überprüfung der Behälterarmaturen, bei Bedarf Absaugung des Behälters
  • Gewährleistung eines Bereitschaftsdienstes während der Prüfung
  • Ausstellung der Prüfdokumentation

Außenprüfung des Flüssiggastanks

Alle 2 Jahre muss der Flüssiggastank auch äußerlich geprüft werden. Dies darf durch jede befähigte Person erfolgen. Bei der Außenprüfung werden die Aufstellbedingungen und die Funktionsfähigkeit der relevanten Komponenten überprüft. Bei Erdtanks mit einem galvanischen, kathodischen Schutz gegen Korrosion ist die Funktion des Korrosionsschutzes ebenfalls alle 2 Jahre zu überprüfen.

Flüssiggastank mit Explosionsschutz-Anforderung

Bei einem Flüssiggastank, der in einem Explosionsschutzbereich aufgestellt wurden, müssen die Sicherheitseinrichtungen alle 3 Jahre und die allgemeine Ex-Prüfung alle 6 Jahre durchgeführt werden. 

Prüfung der Rohrleitungen am Flüssiggastank

Auch die Rohrleitungen vom Flüssiggastank zur Heizung müssen regelmäßig vom Fachmann überprüft werden. Sinnvoller Weise gelten dabei die gleichen Fristen wie bei der Tankprüfung. Also 10 und 2 Jahre. 

Wer ist für die Tankprüfung verantwortlich?

Grundsätzlich ist der Betreiber (Eigentümer) der Flüssiggastankanlage für die regelmäßige Überprüfung durch einen Fachmann verantwortlich. Bei einem Miettank kann der Betreiber die Verantwortung vertraglich auf den Vermieter des Flüssiggastanks übertragen. Die Überprüfung der Rohrleitungen wird aber nur selten vom Vermieter übernommen. Hier ist der Betreiber der Anlage weiterhin in der Verpflichtung. Darüberhinaus empfehlen wir Ihnen, sich auch zwischen den gesetzlichen Prüfintervallen ab und an den Flüssiggastank sowie die Rohrleitungen anzuschauen. Sollten Sie dabei einen Defekt feststellen, rufen Sie unbedingt einen Fachmann.

Weitere Infos zum Flüssiggastank und dem Heizen mit Flüssiggas