Abluftwärmepumpe

Die Abluftwärmepumpe oder auch Luft-/Wasser-Wärmepumpe verstehen

Bei der Abluftwärmepumpe handelt es sich um eine typische Luft/Wasser-Wärmepumpe. Der einzige nennenswerte Unterschied liegt darin, dass nicht die Außenluft als Wärmquelle genutzt wird, sondern die verbrauchte und bereits erwärmte Raumluft. Damit rangiert die Abluftwärmepumpe im Grunde nicht mehr unter den Nutzern regenerativer Energien, sondern stellt eine Form der Wärmerückgewinnung dar. Davon abgesehen: Effizient ist sie in jeden Fall!

Funktionsweise einer Abluftwärmepumpe

Wie gelangt nun die Wärme von der Abluft zurück in den Heizkreislauf? Zuerst wird die Raumluft des Hauses vom Belüftungssystem in die Abluftbereiche Bad, Küche oder WC geleitet. Hier befinden sich Ventilatoren, welche diese Luft ansaugen und zur Abluftwärmepumpe transportieren. Die Pumpe selbst befindet sich meist im Keller des Hauses oder in einem Hauswirtschaftsraum.

Zuerst wird die Abluft am Verdampfer der Pumpe vorbei geleitet, wodurch Wärme an das Kältemittel (-5 bis 0 °C) abgegeben wird, das daraufhin verdampft. Das Gas wird mithilfe von Strom komprimiert, wodurch die darin enthaltene Wärme auf ein höheres Niveau gepumpt wird. Anschließend wird diese Wärme über einen Wärmetauscher abgezogen und in einen Kombi- bzw. Warmwasserspeicher abgeleitet, der den Haushalt mit Wärme bzw. Warmwasser versorgt.

Nachdem die Wohnungsluft die Abluftwärmepumpe durchströmt hat, wird sie als Fortluft ins Freie abgeleitet. Die Wärmepumpe konnte der Luft so viel Wärme entziehen, dass die Fortluft nur noch eine Temperatur von um die 0 °C aufweist. Über die Außenluftventile strömt gleichzeitig frische Außenluft in das Haus.

Schauen Sie sich hier die Funktionsweise einer Abluftwärmepumpe am Beispiel der Nibe F750 an!

 

Vor- und Nachteile gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Zwischen der Abluftwärmepumpe und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht ein wichtiger Unterschied: Abluft ist vor allem während der kalten Jahreszeit deutlich wärmer als Außenluft. Somit erreichen entsprechende Wärmepumpen auch eine höhere Leistungszahl, was zu einer höheren Energieeffizienz führt. Darüber hinaus ist Abluft meist von einer höheren Luftfeuchtigkeit als Außenluft. Kühlt sie ab, entsteht Kondenswasser, aus dem sich wiederum Kondensationswärme gewinnen lässt. Dies funktioniert jedoch nur unter der Voraussetzung, dass das Kondenswasser vor Vereisung geschützt ist.

In Kombination mit einer Fußbodenheizung lässt sich mit der Abluftwärmepumpe ein weiterer Vorteil umsetzen: Da Fußbodenheizungen mit einer deutlich geringeren Systemtemperatur auskommen, muss der Verdichter in der Pumpe weniger arbeiten. Folglich sinkt der Stromverbrauch und es verbessert sich die Energieeffizienz. Abluft ist zwar im Winter deutlich Wärmer als Außenluft, dafür jedoch nur begrenzt verfügbar. Die Leistung der Abluftwärmepumpe sollte daher so eingestellt werden, dass sie mit einer signifikanten Abkühlung der Abluft arbeiten kann.

Einsatz in Anlagen mit Wärmerückgewinnung

Abluftwärmepumpen kommen sehr oft in energieeffizienten Häusern und kernsanierten Altbauten zum Einsatz, wo sie in Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung installiert sind, um alle Räume mit Frischluft versorgen zu können. In dem Fall entziehen sie der Abluft Wärme und geben diese direkt an die Zuluft weiter. Infolgedessen ist die Abluft relativ kalt und hat für die Wärmepumpe eine geringere Wärmeleistung. Dennoch finden sich vor allem in Passivhäusern häufig Abluftwärmepumpen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass hier der Wärmebedarf deutlich geringer ausfällt als in nicht sanierten Altbauten. 

Einsatz in Abluft-Lüftungsanlagen

Anders verhält es sich in Gebäuden, die mit einer Abluft-Lüftungsanlage ausgestattet sind, in denen die Zuluft nicht vorgewärmt wird. In solchen Fällen kann eine Abluft-Wärmepumpe nämlich deutlich mehr Wärme aus der Abluft gewinnen und diese anschließend an die Räume abgeben. In Kombination mit einer Fußbodenheizung arbeitet sie noch effizienter, da sie mit vergleichsweise geringen Systemtemperaturen auskommt. Der mit Strom betriebene Verdichter muss also weniger arbeiten. Besteht hingegen das ganze Jahr über ein hoher Wärmebedarf, ist eine effiziente Arbeit auch ohne Fußbodenheizung möglich. 

Weitere Einsatzbereiche für Abluftwärmepumpen

Abluftwärmepumpen kommen jedoch nicht nur im Wohnbereich zur Anwendung, sondern haben sich auch in Gewerbe- und Industrieanlagen bewähren können. So entstehen beispielsweise in Maschinenräumen sehr hoch temperierte Abluftströme, die sich mit einer Abluftwärmepumpe bestens nutzen lassen. Ein ebenso gutes Beispiel liefern Schwimmbäder, da diese konstant große Mengen an Wärme benötigen. Hier kommt hinzu, dass die Luftfeuchtigkeit der Abluft sehr hoch ist, was sich positiv auf die Gewinnung von Kondensationswärme auswirkt.

Abluftwärmepumpe: eine gute Option für Niedrigenergiehäuser

Häufigstes Einsatzgebiet für die Abluftwärmepumpe ist das Niedrigenergiehaus. In solchen Häusern ist eine gut kontrollierte Raumlüftung besonders wichtig. Durch die fortschrittliche Wärmedämmung sind Niedrigenergiehäuser nach außen hin nahezu luftdicht und benötigen daher ein System zum kontrollierten Luftwechsel. Eine solche Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die gesamte Luft im Haus alle zwei Stunden einmal ausgetauscht wird. Aufgabe der Abluftwärmepumpe ist es nun, jene Energie, die durch Personen, Beleuchtung und elektrische Haushaltsgeräte von der Luft gespeichert wird, zurückzugewinnen, um sie dem Heizkreislauf erneut zuzuführen.

Anschaffungs- und Betriebskosten einer Abluftwärmepumpe

Die Anschaffungskosten sind vom gewünschten Modell abhängig. Eine bewährte und zugleich leistungsfähige Wärmepumpe ist die Nibe F750, deren Preis zwischen 13.000 und 14.000 Euro liegt. Sie erwärmt sowohl Brauch- als auch Heizwasser. Eine Abluftwärmepumpe vom selben Hersteller, die nur zur Brauchwassererwärmung eingesetzt werden kann, ist mit 3.000 Euro schon deutlich günstiger. Als Betriebskosten fallen bei Abluftwärmepumpen lediglich Stromkosten an, die sich wiederum nach dem aktuellen Verbrauch und dem gültigen Stromtarif in Ct./kWh richten. Bei den als besonders energieeffizient geltenden Pumpen von Nibe fallen die Stromkosten jedoch sehr gering aus.

Vorteile der Abluftwärmepumpe

In Zusammenarbeit mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung, wie sie gerade in Passivhäusern Standard ist, sorgt die Abluftwärmepumpe für behagliche Temperaturen bei gleichzeitiger Frischluftzufuhr. Ein praktischer Nebeneffekt besteht darin, dass die Räume bei diesem Vorgang noch entfeuchtet werden, wodurch Schimmelpilzen und Hausstaubmilben der Nährboden entzogen wird. Durch die Wärmerückgewinnung lassen sich natürlich in erheblichem Maße Heizenergie und folglich auch die damit verbundenen CO2-Emissionen einsparen. Zahlreiche Stromversorger bieten mittlerweile sogar vergünstigte Wärmepumpen-Stromtarife an. Die vergleichsweise geringen Investitions- und Wartungskosten lassen die Attraktivität einer Abluftwärmepumpe noch weiter ansteigen.

Förderung von Abluftwärmepumpen

Soll ein Haus komplett energetisch saniert und in diesem Rahmen auch der Einbau einer Abluftwärmepumpe mit eingeplant werden, sind Förderungen durch die KfW-Bank möglich. Vor allem die KfW-Förderung in Form eines Zuschusses kommt hierfür infrage. Zu beachten ist, dass der Förderantrag vor Beginn der Arbeiten gestellt werden muss. Außerdem muss ein Sachverständiger aus der Liste der Energie-Effizienz-Experten bei diesem Vorhaben mit hinzugezogen werden.

Fazit

Abluftwärmepumpen lassen sich hervorragend in eine kontrollierte Wohnungslüftung integrieren und tragen dazu bei, dass im Haus stets eine gute Raumluftqualität herrscht. Gleichzeitig führen sie verbrauchte, mit Gerüchen und Feuchtigkeit belastete Luft nach außen ab, während gleichzeitig frische Außenluft in das Haus nachströmt. So wird die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie nicht einfach ungenutzt nach außen abgeführt, sondern sinnvoll zu Beheizung und Warmwasserbereitung genutzt.

Ihren Nibe Fachpartner für Abluftwärmepumpe finden

Hier gehts zur Fachpartnersuche